Inschriftenkatalog: Lüneburg (Stadt)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 100: Stadt Lüneburg (2017)

Nr. 39† Altenbrückertor 1414, 1587

Beschreibung

Bauinschriften. Die Inschriften A und B waren auf der Außenseite des inneren Altenbrückertors angebracht, das Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde. Gebhardi beschreibt das innere Altenbrückertor als im Grundriss quadratischen Bau mit vier Ecktürmchen.1) Nach Gebhardi waren die auf Ziegelsteinen über dem Durchgang stehenden Buchstaben durch schwarze Glasierung hervorgehoben. Im 18. Jahrhundert waren beide Inschriften schon stark beschädigt, so dass Büttner und Gebhardi sie nur lückenhaft wiedergeben konnten. Büttner überliefert zusätzlich die Inschrift C, ohne sie zu lokalisieren, sowie einen jüngeren Renovierungsvermerk.2)

Inschrift A nach Rodewolt, B und C nach Büttner.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien3)

  1. A

    M. C. quater denos duos bis non bene plenosPost Annos nati Christi de matre beatiHaec bonaa) structura caepit nova valva futurab)Pace Dei fulta duretc) per tempora multa

  2. B

    Na der bord Godes tusent verhundert jar in dem verteynden Jar is dit dor beghunnt Dat Got under synen [ – – – ] bewaren an stedem vreden wol [ – – – ] Jarend) Amen

  3. C

    Beata Gens cujus est Dominus Deus ejus Populus quem fecit in haereditatem sibi4) A(nno) D(omi)ni 1587

Übersetzung:

Nach nicht ganz 1414 Jahren seit der glücklichen Geburt Christi durch die Mutter nahm dieses schöne Bauwerk seinen Anfang als neues zukünftiges Tor. Befestigt durch den Frieden Gottes möge es für lange Zeit fortbestehen. (A) Nach Gottes Geburt im 1414ten Jahr wurde dieses Tor begonnen. Das (möge) Gott unter seinen ... bewahren in beständigem Frieden (auf lange) Jahre hin. Amen. (B) Glücklich das Volk, dessen Gott der Herr ist, das Volk, das er sich zu seiner Erbschaft gemacht hat. Im Jahr des Herrn 1587. (C)

Versmaß: Zweisilbig leoninisch gereimte Hexameter (A).

Textkritischer Apparat

  1. porta Gebhardi.
  2. fuit – – salva futura die zweite Hälfte des Verses bei Büttner.
  3. p(er)duret Gebhardi.
  4. tho langhe iare Gebhardi.

Anmerkungen

  1. Gebhardi, Collectanea, Bd. 4, p. 474, sowie Zeichnung des Tors p. 473.
  2. Renovatum A(nn)o 1657.
  3. Schriftbestimmung nach der Zeichnung der Inschrift bei Gebhardi, ebd.
  4. Nach Ps. 32,12.

Nachweise

  1. Rodewolt, Chronicon, fol. 221r (A).
  2. Büttner, Inscriptiones.
  3. Gebhardi, Collectanea, Bd. 4, p. 474 (Zeichnung, A u. B unvollständig).
  4. Mithoff, Kunstdenkmale Fürstentum Lüneburg, S. 204 (B nach Gebhardi).

Zitierhinweis:
DI 100, Stadt Lüneburg, Nr. 39† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di100g019k0003908.