Inschriftenkatalog: Rheingau-Taunus Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 43: Rheingau-Taunus-Kreis (1997)

Nr. 538† Kiedrich, Kath. Pfarrkirche St. Valentin 1601/1606

Beschreibung

Grabinschriften des Gernand von Schwalbach und seiner Ehefrau Anna von Hohenstein auf „epitaphium“. 1614 kopial überliefert, keine Wappen mitgeteilt, jedoch mindestens die beiden Stammwappen vorauszusetzen.1)

Nach Helwich.

  1. A

    Anno 1601 den 21. Aprilis starb der wohledel vnd vest Gernand von Schwalbach Churfürstlich Maintzischer Raht vnd Oberambtman der Herschafft Königstein.

  2. B

    Anno 1606 den 3. Januarii starb die wohledle ehrn vnd tugentreiche Fraw Anna geborn von Hohenstein sein eheliche Haußfraw den Selen Gott genad.

Wappen:
Schwalbach; Hohenstein.1)

Kommentar

1966 veröffentlichte Lühmann ihre Überlegung, daß die auf dem Altarretabel des Gernand von Schwalbach (Nr. 540) im Mainzer Landesmuseum vorhandene Inschrift DEO TRINO ET VNI · S · von späterer Hand über eine größere Originalkartusche gemalt wurde, auf der sie die vorstehenden Grabinschriften vermutete.2) Ebenso gut wäre möglich, daß die vorstehenden Inschriften auf der heute außen an der Kirchhofsmauer angebrachten Platte aus rotem Sandstein eingehauen waren, die trotz völlig verloschener Inschrift dem Ehepaar zugeschrieben wird.3)

Die Familie von Schwalbach stammte aus dem gleichnamigen Taunusort und besetzte während des 15. Jahrhunderts Amtsstellen der hessischen Landgrafschaft, des Mainzer Erzstifts und der Reichsstadt Frankfurt.4) Gernand war der Sohn Peters von Schwalbach und der Katharina von Heusenstamm; seine Ehefrau Anna entstammte der Ehe des Dieter von Hohenstein und der Katharin Roth von Burgschwalbach.5)

Anmerkungen

  1. In Helwichs Nachtrag für Kiedrich sind drei Inschriftenträger ohne Wappen überliefert; bei dem des Johann Werner Koeth von Wanscheid (Nr. 564) erkennt man aber heute noch Reste von Wappen, so daß auch hier lediglich ein Defizit der Helwich-Hs. anzunehmen ist.
  2. Lühmann, Flügelaltar passim, hier vor allem 456f.
  3. Staab, Grablege 114 Nr. 33.
  4. Vgl. Fouquet 793 mit weiterer Literatur.
  5. Humbracht Taf. 269.

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 262a.
  2. Roth, Geschichtsquellen III 245.

Zitierhinweis:
DI 43, Rheingau-Taunus-Kreis, Nr. 538† (Yvonne Monsees), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di043mz05k0053806.