Inschriftenkatalog: Rheingau-Taunus Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 43: Rheingau-Taunus-Kreis (1997)

Nr. 162† Eberbach, Klosterkirche (1403)/1402

Beschreibung

Grabinschrift für Graf Eberhard V. von Katzenelnbogen, der vor dem Johannisaltar beigesetzt worden war. Da Bär den Text abschrieb, war die nach Winkelmann einst „auf der Erden“ liegende Grabplatte gegen Ende des 18. Jahrhunderts noch erhalten. Sie gehört zu den Verlusten nach 1803.

Nach Bär.

  1. Anno domini m cccc iiia) v idusb) decembris obiit nobilis vir comes Eberhardus de Katze(n)ellenbogen cui(us) a(n)i(m)a requiescat in pace amen.

Datum: inschriftlich 9. Dezember 1403 statt 1402.

Wappen:
Katzenelnbogen.1)

Kommentar

Die Grabinschrift wurde von mehreren voneinander unabhängigen Inschriftensammlern abgeschrieben, die hinsichtlich des Todesdatums in Unkenntnis der Quellenlage keine Auffälligkeiten bemerkten. Demandt stellte einen Übertragungsfehler aus dem Nekrolog fest, der zu einer Fehldatierung auf dem Grabmonument führte. Der urkundliche Befund stützt seine Annahme. So wird in den Urkunden, die Graf Eberhard V. betreffen, bereits im Januar und März 1403 von ihm als verstorben gesprochen.2) Bei dem angegebenen Datum muß es sich also um das Vorjahr 1402 handeln. Man möchte an ein Versehen beim Abschreiben der Grabinschrift denken, in dem Sinne, daß das Datum m · cccc · ii · iv idus gelautet haben könnte, d.h. daß die Worttrenner am falschen Ort angebracht waren oder bei der Abschrift nicht beachtet wurden. Jedoch sind falsche Todestage bei den Grabinschriften der Grafen von Katzenelnbogen in Eberbach mehrfach belegbar.3)

Der ursprünglich dem geistlichen Stand bestimmte Sohn Wilhelms I. von Katzenelnbogen und der Adelheid von Waldeck erhielt 1343 von Papst Clemens VI. die Anwartschaft auf verschiedene Kanonikate zu Köln, Mainz und Koblenz.4) Er trat jedoch im Jahre 1348 in den weltlichen Stand zurück. Aus seiner ehelichen Verbindung mit Gräfin Agnes von Diez5) ging die Tochter Anna (Nr. 192) hervor, die sich 1394 mit Graf Johannes IV. von Katzenelnbogen vermählte. Urkundlich vielfach belegt sind die Verdienste des Grafen um Kaiser Karl IV. und das Reich, bekannt wurden auch seine Züge ins Heilige Land.6)

Textkritischer Apparat

  1. Sic!
  2. Winkelmann kal(endas).

Anmerkungen

  1. Vgl. Einleitung Kap. 3.
  2. Reg. Katz. I Nr. 2282 zu 1402 Dezember 9, Anm. 1; ebd. Nrr. 2292, 2333, 2343.
  3. Vgl. Einleitung Kap.4.1.4.
  4. Reg. Katz. I 41f.
  5. Ebd. Nr. 1362 zu 1367 November 12, Eheverabredung mit ihrem Vater Gerhard von Diez.
  6. Hierzu ausführlich Demandt, Orientfahrten.

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 157.
  2. Winkelmann, Hess. Chronic I 115 Nr. IX.
  3. Anonymus ed. Roth, Geschichtsquellen III 80.
  4. Bär, Epitaphiensmlg. fol. 1v.
  5. Würdtwein, Epitaphienbuch 235.
  6. Wenck, Hess. Landesgesch. I UB, Grabschriften 276 Nr. XIX.
  7. Aufhebungsprotokoll 20 Nr. XII.
  8. Roth, Geschichtsquellen III 257.
  9. Beitr. Gesch. Erzstift 26.
  10. Reg. Katz. I Nr. 2282.

Zitierhinweis:
DI 43, Rheingau-Taunus-Kreis, Nr. 162† (Yvonne Monsees), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di043mz05k0016205.