Inschriftenkatalog: Rheingau-Taunus Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 43: Rheingau-Taunus-Kreis (1997)

Nr. 159 Geisenheim, Kath. Pfarrkirche Zur Kreuzauffindung 1401

Beschreibung

Glocke mit Anrufung und Gußjahr, im unteren Geschoß des Nordturmes.1) Einzeilige Inschrift zwischen Rundstegen auf der Schulter, bis auf zwei kleine Reliefs des Kruzifixus auf der Flanke schmucklos. Unterer Schlagrand etwas aufgefranst, sonst gut erhalten. Gewicht 2500 kg.

Maße: H. m. Krone 158, Dm. 155, Bu. 5,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. · hil[f] o · got · von · hy(m)melricha) · amen · datvm · anno · d(omi)ni · mo · cccco iob)

Kommentar

Die älteste und größte Glocke des Geläutes ist mit einer in ihrem Formular im Bearbeitungsgebiet singulären deutschen Bitte beschriftet. Die mit weiten Zwischenräumen gestellten Buchstaben sind mit einem scharfen Grat versehen und zeigen kräftig ausgebildete Zierstriche an g und t angehängt. Als Worttrenner dienen fünfstrahlige Sternchen.

Textkritischer Apparat

  1. hilf got von hymelrich bei Luthmer (1921).
  2. Bei Lotz (1880) 188 und Luthmer lediglich die Jahreszahl genannt; für Zaun überhaupt nur lesbar anno domini m cccci.

Anmerkungen

  1. Bei dem Neubau der Türme 1837-1839 geriet der für die Glocken zur Verfügung stehende Platz äußerst schmal, so daß diese nicht nur schwer zugänglich, sondern auch kaum zu läuten waren. Darauf weist schon Zaun, Landkapitel 245 hin. Da sich bei der Anbringung der Glocke von 1484 (Nr. 266) der Glockenstuhl als zu eng erwies, war man gezwungen, einen Querbalken des Glockenstuhles zu entfernen.

Nachweise

  1. Zaun, Landkapitel 245.
  2. Luthmer (1921) 74.
  3. Monsees, Rheingauer Glocken 5 m. Abb. 4.

Zitierhinweis:
DI 43, Rheingau-Taunus-Kreis, Nr. 159 (Yvonne Monsees), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di043mz05k0015906.