Inschriftenkatalog: Rheingau-Taunus Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 43: Rheingau-Taunus-Kreis (1997)

Nr. 129† Eberbach, Klosterkirche 1389

Beschreibung

Grabplatte der Gräfin Elisabeth von Nassau, die in der Kirche vor dem Martinsaltar bestattet war. Die Grabplatte1) gehört zu den Verlusten durch die Zerstörungen der Grablegen Anfang des 19. Jahrhunderts, doch ist glücklicherweise ihr Aussehen durch die Federzeichnung Heinrich Dors‘ von 1632 gesichert. Demnach handelte es sich um eine Figurengrabplatte mit der Abbildung der Verstorbenen als Ganzfigur in zeittypischem Gewand, den Kopf mit dem Schleier bedeckt. Ein Architekturrahmen aus Kielbogen und Fialentürmchen mit in den Zwickeln befindlichen Familienwappen umgab die Gestalt.2) Grabinschrift auf dem Plattenrand umlaufend.

Nach Dors und Bär.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. Anno Domini M ccc lxxxixa) Kalen(dis) / Februarii Obiit D(omi)na Elisabeth de Nassoweb) quo(n)da(m) vxor D(omi)ni / Dyetherichc) Comitis de Katzenelbogend) / cuius anima requiescat in pace Amene).

Datum: 1. Februar 1389.

Wappen:
Katzenelnbogen; Nassau.

Kommentar

Nimmt man die Dorssche Überlieferung als zeichnerische Umsetzung des Originalzustandes um 1630/32 an, so wies die ursprüngliche Grabinschrift zum Teil Majuskelversalien auf. Dabei ist jedoch zu bedenken, daß Dors für die original verwendeten Buchstabentypen nicht unbedingt zuverlässig ist; so gab er Großbuchstaben teils auch in Kapitalisschrift wieder. Zugleich ist seine Zeichnung im Vergleich zu der auf Autopsie beruhenden Lesung des Gewährsmannes Bär ungenauer, der immerhin Kürzungen notierte, die Dors nicht kennzeichnete.

Elisabeth war die Tochter des Grafen Adolf von Nassau-Wiesbaden und der Margaretha, Burggräfin zu Nürnberg.3) Seit dem 18. Juni 1361 war sie mit Diether VIII. von Katzenelnbogen (Nr. 160) verheiratet, dem Sohn Graf Johanns II. und der Elisabeth von Isenburg-Limburg.4)

Textkritischer Apparat

  1. Helwich LXXXII; so auch gedr. bei Roth.
  2. Helwich Nassaw.
  3. Helwich Dietheri; Bär Dytheri.
  4. Helwich Katzenelenbog(en); Bär Kacz(en)elnbogen.
  5. Bär kürzt folgendermaßen: c(uius) a(n)i(m)a req(ui)escat i(n) pace ame(n).

Anmerkungen

  1. Winkelmann gibt die Lage „auf der Erde“ an.
  2. Vgl. Dors Abb. 35.
  3. Reg. Katz. I 43.
  4. Ebd. 41; ebenso wie Graf Diethers zweite, 1404 verstorbene Ehefrau Anna von Nassau-Hadamar (Nr. 167) fand auch ihr Sohn Johann IV. (†1444) in Eberbach seine letzte Ruhe (Nr. 197).

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 155.
  2. Dors, Genealogia 126 Nr. 18 mit Abb. 35.
  3. Winkelmann, Hess. Chronic I 115 Nr. V.
  4. Anonymus ed. Roth, Geschichtsquellen III 79.
  5. Bär, Epitaphiensmlg. fol. 1.
  6. Würdtwein, Epitaphienbuch 234.
  7. Wenck, Hess. Landesgesch. UB I, Grabschriften 275 Nr. XV.
  8. Aufhebungsprotokoll 19 Nr. VIII.
  9. Roth, Geschichtsquellen III 256.
  10. Beitr. Gesch. Erzstift 26.
  11. Roth, Nass. Epitaphienbuch 557 Nr. K.
  12. Reg. Katz. I Nr. 1878.

Zitierhinweis:
DI 43, Rheingau-Taunus-Kreis, Nr. 129† (Yvonne Monsees), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di043mz05k0012905.