Inschriftenkatalog: Die Inschriften des Rhein-Hunsrück-Kreises II

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 79: Rhein-Hunsrück-Kreis II (2010)

Nr. 65† Dörth, Katholische Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus 1521

Beschreibung

Glocke des Meisters Dietrich Wolf von Prüm. Zwischen 1826 und 1830 durch den damaligen Pfarrer zuverlässig überliefert, seit unbekannter Zeit verschollen.

Nach Holsinger.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. maria ◦ heissen ◦ ich ◦bois ◦ vedder ◦ ver ◦ driben ◦ ichderich ◦ von ◦ prom ◦ gois ◦ mich ◦m ◦ xvc ◦ und ◦ xxi ◦ iar ◦1)

Versmaß: Deutsche Reimverse.

Kommentar

Die bislang unbekannte Glocke gehört zusammen mit der 1523 für Norheim und den beiden 1524 für Beulich und Gondershausen gegossenen Glocken zum Frühwerk des zwischen 1513 und 1553 im Trierer Umland tätigen Meisters2) und weist mit Namensansage und Wetterbann den gleichen Text wie bei den letzten beiden auf. Da für das kleine, zum Gallenscheider Gericht gehörige Dorf Dörth3) erstmals 1746 eine Kapelle bezeugt ist, die 1846 und 1895 zwar erneuert, dann aber abgerissen und 1922 als Pfarrkirche neu erbaut wurde, dürfte die Glocke ursprünglich für einen anderen Standort gegossen worden sein.

Anmerkungen

  1. Glaubt man der Nachzeichnung von Holsinger, dienten Kreuzchen als Worttrenner.
  2. Vgl. zu ihm Poettgen, Trierer Glockengießer 99f. mit der fast 60 Glocken umfassenden Werkliste S. 121f. Inzwischen sind ihm zwischen 1509 und 1554 68 Glocken zuzuweisen, damit ist Dietrich in Trier der produktivste Meister; freundliche Mitteilung von Jörg Poettgen, Schreiben vom 3. März 2009.
  3. Vgl. zum Folgenden Schug, Dekanate 205 und Mommerjahn, Dorf pass.

Nachweise

  1. Holsinger.

Zitierhinweis:
DI 79, Rhein-Hunsrück-Kreis II, Nr. 65† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di079mz12k0006506.