Inschriftenkatalog: Die Inschriften des Rhein-Hunsrück-Kreises II

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 79: Rhein-Hunsrück-Kreis II (2010)

Nr. 51† Hahn, Simultankirche St. Antonius 1489

Beschreibung

Glocke des Glockengießers Clais von Enen. Entgegen den bisherigen Angaben wurde die Glocke nicht im 1. Weltkrieg 1914/18 abgeliefert1), sondern war bereits um 1890 „kaputtgeläutet“, wurde dann zerschlagen, eingeschmolzen und 1895 im Auftrag beider Konfessionen zu einer neuen Glocke umgegossen2).

Nach Lehfeldt.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. maria haeissen ichclas fon enen gos michmcccclxxxix

Versmaß: Deutsche Reimverse.

Kommentar

Möglicherweise steht der Guss dieser und einer zweiten Glocke3) in Zusammenhang mit dem Ende des 15. Jahrhunderts erfolgten Umbau der romanischen Basilika zu einer spätgotischen Saalkirche; dafür spricht auch die im erhaltenen romanischen Westturm überlieferte Jahreszahl 14834).

Bei dem Glockengießer handelt es sich um den gut bezeugten Trierer Meister Clais von Enen5), dem hauptsächlich im Gebiet des Bistums Trier zwischen 1461 und 1501 fast 60 Glocken zuzuschreiben sind6).

Anmerkungen

  1. So Kdm.
  2. Vgl. dazu ausführlich Ochs-Wedertz 83f. – Diese in neugotischen Formen ausgeführte Glocke wurde im 1. Weltkrieg ebenfalls nicht eingeschmolzen (so Kdm.) und hängt heute als nördliche Glocke im Glockenstuhl; vgl. Ochs-Weddertz Abb. S. 84.
  3. Nr. 60.
  4. Nr. 46.
  5. Vgl. zu ihm und zur Unterscheidung des nahezu gleichzeitig tätigen Meisters Clais von Echternach Poettgen, Trierer Glockengießer 87ff.
  6. Freundlicher Hinweis von Jörg Poettgen, Schreiben vom 3. März 2009.

Nachweise

  1. Lehfeldt, Bau- und Kunstdenkmäler 767.
  2. Hopstätter, Dorfkirchen 64.
  3. Kdm. Zell 166.
  4. Ochs-Weddertz, Glocken 83.

Zitierhinweis:
DI 79, Rhein-Hunsrück-Kreis II, Nr. 51† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di079mz12k0005102.