Inschriftenkatalog: Rems-Murr-Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 37: Rems-Murr-Kreis (1994)

Nr. 284 Winnenden, ev. Schloßkirche St. Jakobus 1623

Beschreibung

Kindergrabstein der Apollonia Schill. Außen in die Südwand eingemauert. Hochrechteckige Platte mit Umschrift (A) auf breitem Rahmen, links oben ein eingeritztes Wappen; im vertieften Mittelfeld Versinschrift (B). Bei Versen, die zwei Zeilen beanspruchen, ist die zweite Zeile jeweils eingerückt. Gelber Sandstein, stark verwittert; rötliche Farbreste in den Buchstaben.

Maße: H. 70, B. 44, Bu. 3,5–3,7 (A), 2,2 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    A(NN)O · 1623 · DE(N) : 3 : 1 MAIJ · IST · IM · H(E)R(R)N / SEEL(IG) · ENTSCHLAFF(EN) · APPOLON(IA) · GEORG · SCHIL/L · E(I)NST(IG)E(N)a) · SCHVLM(EISTE)RS · ALHIE / EHE(LICHES) TÖCHT(ERLEIN) · IRS · ALT(ERS) · 6 IAR · 3 · MO(NAT) : 1 · TAG

  2. B

    EIN · IVNGES · ZARTES · RÖS=/=ELEIN /RHVOWET · HIE NEBEN /DISEM · STE[I]N · /MIT · NAMEN · APPOLONIA /EIN · FROM(M)ES · TOCHTER/LEIN · [F]VRWAHR · /DIE · RHVOWT · NVN HIE / IN · IHR[E]M · GOTT ·/DER · SIE · ERLÖS[E]T · AVS / ANGST [· V]ND NOTT /DER · WÖLL [.] AN · IEHNEM / GROSS[E]N TAG /SIE [· AV]FFE[R]WECKHE(N) / [. .]ALLE · KLAG · /VND · MIT · SICH FYHRE(N) / IN · SEIN · REICH /VND · SEINEN · [E]NGELN / MACHEN · G[L]EICH · /AMEN ·b)

Versmaß: Deutsche Reimverse (B).

Wappen:
Schill1.

Kommentar

Die Schrift ist ungleichförmig eingemeißelt. In der Umschrift werden wesentlich schmalere Buchstabenformen verwendet als in der Versinschrift im Mittelfeld. O ist stets spitzoval oder tropfenförmig. Bemerkenswert ist die große Zahl der ungewöhnlichen Kontraktions- und Suspensionskürzungen in der Umschrift. – Der Text scheint vom Vater der Verstorbenen selbst verfaßt worden zu sein.

Textkritischer Apparat

  1. Auflösung unsicher.
  2. Das Wort flankiert von zwei Rosen in Ritzzeichnung.

Anmerkungen

  1. Auf schwebendem Dreiberg drei Hochkreuze (?) fächerweise, darunter drei Nägel (?) fächerweise. Die Deutung in Kdm Rems-Murr 1547 als eine „Hand, die drei Röslein hält“, ist nicht nachzuvollziehen.

Zitierhinweis:
DI 37, Rems-Murr-Kreis, Nr. 284 (), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di037h011k0028407.