Inschriftenkatalog: Rems-Murr-Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 37: Rems-Murr-Kreis (1994)

Nr. 272 Stetten (Gde. Kernen i. R.), ev. Pfarrkirche St. Maria und St. Veit 1614

Beschreibung

Grabplatte der Maria Thumb von Neuburg geborene von Brünighofen. Innen in die Ostwand der Turmhalle eingelassen; zuvor an der Nordwand des Schiffs1. Umschrift zwischen schmalen Randleisten, oben in einer Zeile im Mittelfeld fortgesetzt (A); in der Mitte des Feldes Vollwappen in halbhohem Relief mit ovalem beschriftetem Rahmen (B), der durch Beschlagwerk rechts und links mit dem Randstreifen verbunden ist und an den oben und unten kreuzförmiges Beschlagwerk angesetzt ist; im unteren Drittel des Mittelfeldes siebenzeilige, teilweise durch das Beschlagwerk unterbrochene Inschrift (C). Grauer Sandstein, an den Rändern stellenweise bestoßen, rechts unten Beschädigung der Umschrift.

Maße: H. 188, B. 89, Bu. 2,5–3,7 (A), 3,0–3,5 (B), 2,8–3,3 cm (C).

Schriftart(en): Kapitalis.

Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    ANNO ·1614· DEN 3 S/EPT/EMBRIS STARB DIE WOL EDLE VND TVGE[N]DTSAME FRAV MAR/IA T/HVMIN VON NEVBVRG GE/BOR/NE VON BRINNIGHOFEN IHRES ALTERS IM 30 IAHR DEREN GOTT // GNEDIG SEY AMEN

  2. B

    CHRISTVS IST MEIN LEBEN STERBEN IST MEIN GEWIN2)

  3. C

    DAS WEIB // WV̈RT SELIG / DVRCH KV̈N//DER ZEV̈GEN / WANN SIE // BLEIBEN / IM GLAVBEN // VND IN DER / LIEBE VND // IN DER HEILI/GVNG SAMPT DER ZVCHT / 1 TIMOTH: 2·3)

Wappen:
Brünighofen4.

Kommentar

Die Schriftverteilung ist recht unausgewogen, offensichtlich hat der Steinmetz ohne Vorzeichnung gearbeitet. Nach der Schrift und nach der Gestaltung des Wappens läßt sich die Grabplatte derselben Werkstatt zuweisen, die im Bearbeitungsgebiet auch Grabmäler in Waiblingen (nr. 235; dort Näheres zur Schrift) und Oppenweiler (nr. 249) geschaffen hat.

Die Verstorbene war die Tochter des aus dem südlichen Elsaß stammenden württembergischen Großhofmeisters und Landvogts zu Mömpelgard Georg von Brünighofen († 1606)5. Sie heiratete 1600 Hans Friedrich Thumb von Neuburg, der 1647 als der letzte männliche Sproß der Linie zu Stetten verstorben ist6.

Anmerkungen

  1. Vgl. Kaufmann, Geschichte von Stetten 49.
  2. Phil 1, 21.
  3. 1 Tim 2, 15.
  4. Siebmacher WüA 152 Taf. 83.
  5. Vgl. Pfeilsticker § 1094, 2482. Brinnighoffen, Arr. Altkirch, Dép. Haut-Rhin.
  6. Grabplatte und Epitaph seines Bruders Konrad Ludwig ebenfalls in Stetten, vgl. nrr. 238, 239; er selbst wurde in der Familiengrablege in Köngen (LKr. Esslingen) beigesetzt.

Nachweise

  1. Schahl, Kunsttopographischer Teil 151.
  2. Kdm Rems-Murr 447.

Zitierhinweis:
DI 37, Rems-Murr-Kreis, Nr. 272 (), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di037h011k0027207.