Inschriftenkatalog: Rems-Murr-Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 37: Rems-Murr-Kreis (1994)

Nr. 242 Weiler zum Stein (Gde. Leutenbach), ev. Pfarrkirche St. Petrus 1602

Beschreibung

Epitaph des Hans Goll. Innen an der Chornordwand. Hochrechteckige Platte mit rundbogigem Giebelaufsatz, aus einem Werkstück gefertigt. Im Giebelfeld Bibelspruch (A); im eingetieften Hauptfeld großes Wappen und Stz. nr. 10 (B), auf dem Rahmen umlaufende Sterbeinschrift (C), die untere Zeile linksläufig in Spiegelschrift. Grauer Sandstein, am unteren und linken Rand leichte Stoßschäden.

Maße: H. 181, B. 89, Bu. 3,5–5,0 (A), 7 cm (C).

Schriftart(en): Kapitalis.

Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    GEDENCKH · / MENSCH · AN · DAS · / ENDE · VND · LAS · DIE · / FEINDSCHAFT · FAREN · / DIE · DEN · DOT · VND · VERD=/ERBEN · SVCHT · VND · BL=/EITa) · IN · DEN · GEBOTEN · / GOTTES · SIRACH · IM · 281)

  2. B

    KH

  3. C

    · ANNO · 1602 · DEN · 17 · / OCTOBER · STARB · DER · ERBER · HANS · GOLL · / VF · DEM · IMSEN · WEILER · HOF · / GOT · WEL · IM · EIN · FRECHLICH · AVFER · STEING · GEBEN

Wappen:
Goll2.

Kommentar

Das gleiche Steinmetzzeichen findet sich auf dem Hallweil-Epitaph von 1580 in Backnang (vgl. nr. 189). Die Schrift ist hier etwas sorgfältiger ausgeführt. In der Umschrift werden auffällig hohe und schmale Buchstabenformen verwendet; bemerkenswert sind der gewellte und beiderseits eingerollte Deckbalken des A und das spitzovale O. I hat stets den Punkt und kann dadurch in Ligaturen mit M und N sichtbar gemacht werden. Als Worttrenner sind große Rauten eingefügt. Die untere in Spiegelschrift ausgeführte Zeile stellt einen wenig geglückten Versuch dar, die bei Umschriften sonst unumgängliche kopfständige Schriftleiste zu vermeiden.

Die Familie Goll ist seit 1521 im Besitz des 1453 erstmals erwähnten Imsenweiler Schafhofs (bei Weiler) bezeugt, der heute nach der Familie den Namen Gollenhof trägt3.

Textkritischer Apparat

  1. Statt BLEIB.

Anmerkungen

  1. Sir 28, 6–7.
  2. Zwei gekreuzte Pflugseche (?), teilweise überdeckt von einem gestürzten Grabscheit und oben begleitet von einem Vogel auf einem Ast; alle Flächen damasziert.
  3. Vgl. LdBW III 578 und Kdm Rems-Murr 534.

Zitierhinweis:
DI 37, Rems-Murr-Kreis, Nr. 242 (), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di037h011k0024209.