Inschriftenkatalog: Rems-Murr-Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 37: Rems-Murr-Kreis (1994)

Nr. 228 Oppenweiler, ev. Pfarrkirche St. Jakobus 1597–1598

Beschreibung

Grabdenkmal des Friedrich Sturmfeder. Innen an der Südwand des Chors; ursprünglich an der Schiffnordwand. Zusammen mit dem benachbarten Grabdenkmal für Friedrichs Bruder Burkhard und dessen Frau Clara Anna (vgl. nr. 229) als Einheit konzipiert. Ädikula, als Bekrönung ein großes rollwerkgerahmtes Kreismedaillon mit Relief der Hl. Dreifaltigkeit, seitlich davon zwei Rollwerkkartuschen mit Vollwappen, dazwischen zwei Putten; das Mittelfeld mit Bildnische wird gerahmt durch Pilaster mit verkröpftem Kranzgesims, auf die Stirnseiten der Pilaster oben je ein Vollwappen mit Beischrift aufgelegt, darunter auf davorgesetzten, mit Menschen- und Löwenmasken verzierten Sockeln die Figuren der Iustitia und Spes; in der Rundbogennische die Figur des Verstorbenen in voller Rüstung auf einem Löwen stehend, einen Kommandostab in der Rechten, die Linke am Schwertgriff, zu Füßen die Handschuhe (der Helm jetzt getrennt neben dem Denkmal aufgestellt); in der Sockelzone zwei Schrifttafeln (A, B), links und rechts Engelsköpfe und Fruchtgebinde. Hellgrauer Sandstein, Schrifttafeln aus schwarzem Schiefer mit vergoldeter Schrift. Die linke Schrifttafel ist verloren und wurde – der Schrift nach vermutlich im vorigen Jahrhundert – durch eine Tafel mit falscher Inschrift ersetzt1.

Wortlaut von (A) nach Ferdinand Joh. Sturmfeder von Oppenweiler.

Maße: H. 425, B. 165, Bu. 3,5 (Wappenbeischriften) 2,7 cm.

Schriftart(en): Fraktur, Kapitalis.

Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/3]

  1. A

    An(n)o domini. 1597. auf den 6t(en) Monatstag May, starb der edle u(n)d vest Friedrich Sturmfeder. dem der Allmächtig Gott ewig gnädig seye, Amen.a)

  2. B

    Der Todt ist der Sünden / soldt, Aber die gabe got=/tes ist das Ewige Le=/ben, in Christo Jhesu / vnserm Herrn · / · ROM: 6 · CAP:2)

Wappen:
SturmfederHürnheim-Katzenstein
FETZERALFINGER

Kommentar

Zur Person vgl. nr. 219. Der Tod Friedrichs dürfte 1597 der Anlaß für seinen Bruder Burkhard gewesen sein, das Grabdenkmal für Friedrich und das von der Konzeption zugehörige Doppelgrabmal für sich selbst und seine Frau anfertigen zu lassen. Burkhards eigenes Grabmal ist auf 1598 datiert, möglicherweise ist aber das des Bruders schon 1597 vollendet gewesen. Beide Arbeiten sind Meisterwerke des Heilbronner Bildhauers Jakob Müller.

Textkritischer Apparat

  1. Der Zusatz fehlt in „Sturmfederische Grabmeler …“, das aber meist nur um die unwesentlichen Bestandteile verkürzten Wortlaut bietet.

Anmerkungen

  1. Die Inschrift entspricht der auf dem Totenschild für den 1534 verstorbenen Burkhard Sturmfeder (nr. 147), das Todesjahr wurde außerdem später in 1594 verändert. Dadurch erklären sich die falschen Zuordnungen des Grabmals in der Literatur (etwa Kdm Rems-Murr 697). Auf wen die Anfertigung der neuen Tafel zurückgeht, ist nicht bekannt. Klemm, Altertumsstudien 24f. las 1885 an dem Epitaph noch den mit schwarzer Farbe – an nicht näher bezeichneter Stelle – aufgemalten Namen des Bildhauers Jakob Müller. 1905 war diese Inschrift bereits nicht mehr zu erkennen, vgl. Moriz von Rauch, Jakob Müller, Bildhauer und Steinmetz, in: WVjh NF 14 (1905) 85–96, hier: 90.
  2. Rö 6, 23.

Nachweise

  1. Sturmfederische Grabmeler in der Evang. Pfarrkirche zu Oppenweiler 1400./1700. (StA Ludwigsburg, B 139a Bü. 60).
  2. Beschreibung der in der allhiesigen Kirche befindlichen Hochfreyherrl. Sturmfederischen sehr alten Epitaphien und Grab-Mähler-Inscriptionen. 1763 (StA Ludwigsburg, B 139a Bü. 43).
  3. Ferdinand Joh. Sturmfeder von Oppenweiler, Freyherrl. Sturmfedersche Geschlechts- und Güter-Nachrichten. 1804 (StA Ludwigsburg, B 139a Bü. 9).

Zitierhinweis:
DI 37, Rems-Murr-Kreis, Nr. 228 (), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di037h011k0022809.