Inschriftenkatalog: Rems-Murr-Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 37: Rems-Murr-Kreis (1994)

Nr. 216 Rietenau (Gde. Aspach), ev. Pfarrkirche St. Ulrich vor 1597

Beschreibung

Grabdenkmal des Konrad Miner d. J. Bis 1967 innen an der Schiffnordwand, seither die beiden Werkstücke getrennt voneinander auf der Empore in die Schiffnordwand und im Treppenhaus in die Südwand des ersten Obergeschosses eingelassen. Als Aufsatz eine oben ausgeschweifte und mit Blattwerk verzierte querrechteckige Schrifttafel mit siebenzeiliger Grabschrift; darunter Darstellung des Verstorbenen, im Aufbau und Bildinhalt weitgehend identisch mit Grabmal nr. 214, im Unterschied zu diesem schultert der Geharnischte eine Steinschloßbüchse, und das Vollwappen befindet sich in der linken oberen Ecke. Grau gestrichener Sandstein, Schrift weiß, der Anfangsbuchstabe und die Worttrenner rot ausgemalt.

Maße: H. (Gesamt) 266, (Schrifttafel) 78, B. 87, Bu. 5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/2]

  1. AVF · DEN · 〈. .〉 · DAG · DES · MANECZ / 〈. . . .〉 ALS MAN ZALT · 〈. . .〉 · STARB / DER · EHRNHAFT · VND · FIRNEM · CON/RAT · MINER · DER · IVNGER · SELBIG/ER · ZETa) · WIRTENBERGISCHER · GE/WESNER · FORSMAISTER · ZV · RECHEN/BERGb) · DEM · GOT · GNAD · AMEN

Wappen:
Miner.

Kommentar

Das Todesdatum Miners (1597 VI 23) ist nicht nachgetragen worden. Es ist auf seiner erhaltenen Grabplatte (nr. 221) überliefert. Konrad Miner d. J. war der Sohn des gleichnamigen Forstmeisters (vgl. nr. 214). Er dürfte um 1533 geboren sein, ab 1560 war er Badwirt zu Rietenau, dann ebendort Forstknecht und spätestens 1571 Forstmeister auf dem Reichenberg1. Von diesem Amt ist er 1595 zurückgetreten.

Das Grabmal ist als einziges der Miner-Grabmäler nicht von dem Steimetz K* signiert, vermutlich, weil die Inschrift wegen der freigelassenen Stellen noch nicht vollständig ausgeführt war. Die Schrift läßt jedenfalls keinen Zweifel an der Urheberschaft dieses Meisters.

Textkritischer Apparat

  1. Sic!
  2. N teilweise in den rechten Rahmen gehauen.

Anmerkungen

  1. Vgl. Pfeilsticker § 2731 mit weiteren genealogischen Einzelheiten. Im Erdgeschoß des Badgebäudes befanden sich „in die Wand eingeritzte und bemalte Figuren …, z.B. ein Jäger das Hifthorn blasend, ein springender Hase, eine Schlange etc.“ sowie eine Inschrift, „nach welcher das Bad im Jahr 1562 renovirt wurde“. Diese sicherlich von Miner veranlaßte Inschrift wurde im 19. Jahrhundert beseitigt, vgl. OAB Backnang 294f. Der Wortlaut ist nicht überliefert.

Nachweise

  1. Ortsgeschichte von Bad-Rietenau 14a.

Zitierhinweis:
DI 37, Rems-Murr-Kreis, Nr. 216 (), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di037h011k0021609.