Inschriftenkatalog: Rems-Murr-Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 37: Rems-Murr-Kreis (1994)

Nr. 208 Winterbach, ehem. Helferhaus, Marktplatz 2 1594

Beschreibung

Baudaten und Nameninschrift. Außen im 2. Obergeschoß am nordwestlichen Pfosten des Fachwerks; auf der Nordseite an der Knagge Nameninschrift, darunter am Pfosten zwei gekreuzte Äxte1 und Jahreszahl (A); auf der Westseite vierzeilige Inschrift (B), die letzte Zeile etwas abgesetzt. Schrift nur schwach eingehauen und mit weißer Farbe nachgezogen. Der heutige Schriftbefund weicht von dem nach der Freilegung von 1976 festgestellten etwas ab.

Wortlaut daher nach Nuding2.

Maße: Bu. ca. 5–7 cm.

Schriftart(en): Humanistische Minuskel, Kapitalis.

Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/2]

  1. A

    Michel Ot / 1594a)

  2. B

    ANNOb): / DOMINI. / MDXCIIIIc) / S. Michel

Kommentar

Michel Ot war wohl der Zimmermann, der den Fachwerkbau aufgeführt hat. Unklar ist, ob S. Michel ebenfalls einen am Bau Beteiligten bezeichnet oder aber als Tagesangabe nach dem Heiligenkalender (29. September) zur Datierung zu ziehen ist. Letzteres gewinnt dadurch an Wahrscheinlichkeit, daß St. Michael der Patron der Winterbacher Pfarrkirche war.

Textkritischer Apparat

  1. 1595 Kdm Rems-Murr.
  2. A deutlich überhöht. Der weit ausholende und rund nach oben gebogene linke Schaft des A steht jetzt isoliert vom Buchstabencorpus und sieht daher wie ein überflüssiges C aus.
  3. Derzeitiger Befund: MDXCIII.

Anmerkungen

  1. So jetzt; nach Kdm Rems-Murr 1592: „Axt und Winkel gekreuzt“. Ein Foto aus der Zeit unmittelbar nach der Freilegung des Fachwerks zeigt aber eindeutig ein Zimmermannsbeil und einen Hammer, vgl. Nuding (wie unt.) 70.
  2. Nach Kdm Rems-Murr 1592.

Nachweise

  1. Alfred Nuding, Die drei Rathäuser von Winterbach. Musterbeispiel einer gelungenen Ortskernsanierung, in: An Rems und Murr 8 (1977) 68–70, hier: 70 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 37, Rems-Murr-Kreis, Nr. 208 (), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di037h011k0020807.