Inschriftenkatalog: Stadt Pforzheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 57: Stadt Pforzheim (2003)

Nr. 77† Ev. Schloßkirche (Stiftskirche St. Michael) 1492

Beschreibung

Grabplatte des Stiftsherrn Sebastian Huber. Ehemals in der sog. Margarethen-Kapelle im Boden liegend und durch das Gestühl verdeckt; nach 1945 aufgedeckt und dann abgegangen. Hochrechteckige Platte aus Sandstein, vermutlich mit Umschrift, im Feld oben Wappen mit Kelch, unten ein weiteres Wappen.

Inschrift und Beschreibung nach Trost.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. an[no . . .] 1492 [. . .] octobris . obiit . sebastianus . huber . canonicus . hujiusa) ecc(les)ie [. . .] cui[us – – –]b)

Übersetzung:

Im Jahr (…)1492 (am . .) Oktober starb Sebastian Huber, Stiftsherr dieser Kirche, dessen (…).

Wappen:
Huber1, Wels2.

Kommentar

Sebastian Huber aus Pforzheim war seit 1449/50 an der Universität Heidelberg immatrikuliert, wo er 1452 das Bakkalaureat erlangte3. Er erwarb zunächst ein Vikariat am Ettlinger Stift sowie die Kaplanei in Bickesheim (Gde. Durmersheim, Lkr. Rastatt), resignierte aber diese Pfründen, um am 17. April 1483 die Stiftsherrenpfründe am Pforzheimer Jakobs-Altar zu übernehmen4.

Textkritischer Apparat

  1. So für huius.
  2. Hier ist eine Version der üblichen Fürbittformel einzusetzen, so cuius anima requiescat in pace oder ähnlich.

Anmerkungen

  1. Fisch, kombiniert mit Priesterwappen.
  2. Buchstabe W mit Krone.
  3. Vgl. Kremer, Lateinschule 1997, 131; Toepke I, 162.
  4. Vgl. Fouquet, St. Michael in Pforzheim 1983, 154. – Fouquet hat als Todesjahr 1493 angegeben, weil erst in diesem Jahr Hubers Nachfolger Johannes Engelhard auf die erledigte Stiftsherrenpfründe präsentiert wurde; vgl. ebd. 150.

Nachweise

  1. Trost, Schloßkirche 1962, 75.

Zitierhinweis:
DI 57, Stadt Pforzheim, Nr. 77† (Anneliese Seeliger-Zeiss), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di057h015k0007700.