Inschriftenkatalog: Stadt Osnabrück

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 26: Stadt Osnabrück (1988)

Nr. 130† Dom 1578

Beschreibung

Grabschrift des Domherrn Jobst von der Borg.

Inschrift nach Chronik 3.

  1. Judoci exuvias a Borch haec tumba reservatAede sub hac primus qui a seniore fuit.Tum paderbornensis Camerarius inclytus urbisMaxima laus generis praesidiumque fui.Perfugium miseris ac minus aheneus, almaePectora queis sacra Palladis arte calent.

    Obyt die 1. May.

    Quod mihi commodius potuit contingere lucrum,Quam mundo spreto cum pietate mori.Mundus alit fastum, caedes, periuria, fraudes,Veras delicias summus Olympus habet.

Übersetzung:

Dieses Grab bewahrt die sterbliche Hülle des Jobst von der Borg unter dieser Kirche, der der erste an Alter war. Damals berühmter Kämmerer der Stadt Paderborn, war ich höchster Ruhm und Hilfe der Familie, Zuflucht für die Armen und nicht unerbittlich gegenüber denen, denen die Herzen durch die heilige Kunst der segenspendenden Pallas Athene glühen.

Er starb am 1. Mai.

Was konnte mir ein günstigerer Gewinn widerfahren, als die Welt gering zu achten und in Frömmigkeit zu sterben. Die Welt nährt Hochmut, Morde, Meineide und Betrügereien. Wahre Wonnen hat nur der höchste Olymp.

Versmaß: Distichen.

Kommentar

Jobst von der Borg immatrikulierte sich im Oktober 1573 an der Universität Köln1), im selben Jahr verzeichnen ihn auch die Domkapitelsprotokolle als Domherrn2). Ob Borg den Titel des Seniors trug, wie es seine Grabschrift anzudeuten scheint, läßt sich nicht feststellen. Allerdings verzeichnen die Kapitelsprotokolle zur fraglichen Zeit auch keinen anderen Namen unter diesem Titel.

Anmerkungen

  1. Matrikel Köln, Bd. 4, S. 85, 696, 68.
  2. StAO Rep. 560 III, Nr. 2, fol. 12v.

Nachweise

  1. Chronik 3, S. 87.

Zitierhinweis:
DI 26, Stadt Osnabrück, Nr. 130† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di026g003k0013009.