Inschriftenkatalog: Stadt Osnabrück

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 26: Stadt Osnabrück (1988)

Nr. 89† ? 1507

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Grabschrift des Engelbert von Langen. Der Standort des Grabdenkmals ist unbekannt.

Inschrift nach Sammlung B.

  1. A

    Engelbertusa) de Langhe equestris ordinis vir singulari morum honestate praeditus, et aetatis suae annum ferme agens octogesimum quintum, anno vero D(omi)ni M(illesim)o Quingentesimo septimo die Severini episcopi1) Deo naturaeque concessit, cuius animam misericordiarum deus supernae beatitudinis participem efficiat.

  2. B

    Langius hac parva iacet Engelbertus arenaVir iustus prudens eximiusque piusDives opu(m) largusque [..............]Nominibus natis auxit equestre genus.Et testamento variu(m) pietatis ad usu(m)Decedens ferme millia quinque suu(m)Quae detracta sibi soboles [...........][....................................]

Übersetzung:

Engelbert von Langen aus ritterlichem Stande, ein Mann von einzigartiger Ehrenhaftigkeit, erreichte beinahe das 85ste Jahr seines Alters, aber im Jahr 1507, am Tag des Bischofs Severin, starb er nach dem Willen Gottes und der Natur, seine Seele möge der Gott des Erbarmens der himmlischen Glückseligkeit teilhaftig machen. (A)

Engelbert Langen liegt auf diesem kleinen Platz, ein gerechter, kluger, hervorragender und frommer Mann ... hat er den Ritterstand gefördert. Und durch sein Testament hat er bei seinem Ableben zu mannigfachem Nutzen für die Frömmigkeit beinah 5000 (Taler) seines Eigentums (hinterlassen), die seinen Nachkommen entzogen ... . (B)

Versmaß: Distichen (B).

Kommentar

Der aus einem alten Osnabrücker Ministerialengeschlecht stammende Engelbert von Langen war verheiratet mit Adelheid von Düvel, die das Gut Stockum in die Ehe einbrachte, mit dem von Langen 1461 belehnt wurde2). 1467 kaufte er einen Hof vor der Martinspforte, 1482 einen Hof zu Hollage. Diese Erwerbungen und das Holzgericht zu Hollage wurden Grundlage der von Engelbert von Langen 1505 eingerichteten Stiftung, durch die Unterkunft und Versorgung für zwölf Arme geschaffen wurde3). Die Wohnungen wurden in dem Hof vor der Martinspforte eingerichtet. Der Hof war jedoch bereits 1532 so verfallen, daß der Sohn Engelberts, Heinrich von Langen, ihn wiederherstellen lassen mußte4). Er wurde im Jahr 1800 abgebrochen.

Textkritischer Apparat

  1. Engelbertus] Fugelbrings Sammlung B.

Anmerkungen

  1. 6. Juli.
  2. Bruch, S. 55.
  3. Stüve, Bd. 1, S. 441.
  4. Hoffmeyer, Fürsorge, S. 58.

Nachweise

  1. Sammlung B, S. 150, Nr. V.
Addenda & Corrigenda (Stand: 23. August 2019):

Anmerkungen

  1. 1.Das Datum ist als 23. Oktober auszulösen, an dem das Fest des Bischofs Severin von Köln begangen wurde.

Zitierhinweis:
DI 26, Stadt Osnabrück, Nr. 89† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di026g003k0008904.