Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 495 Creglingen, ev. Herrgottskapelle 1644

Beschreibung

Nachbestattungsinschrift des Pfarrers Johann Egenthaler auf der Grabplatte des Georg Hammer (nr. 200) und des Martin Bender. Im Langhaus rechts neben dem Marienaltar im Boden. In der Mitte des Feldes Sterbeinschrift (A), darunter, jeweils etwas abgesetzt, eine Fürbitte (B) und ein Bibelspruch (C).

Maße: L. 182, B. 82, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    ANNO : D(O)M(INI)a) M · DCXLIV / DEN XXII JANVARII IST / IN GOTT SEELIG ENT/SCHLAFFEN DER EHR/WVRDIG VND WOL/GELEHRTE HERR IOH/ANN EGENTHALER · / GEWESNER STATT/PFARRER ALLHIER ZV / CREGLINGEN SEINES / ALLTERS IM · LX · IAHR

  2. B

    CVIVSb) MEMORIA AETE/RNVM SIT BENEDICTA

  3. C

    JCH LIGE VND SCHL/AFE GANTZ MIT FRIDE(N) / PS: 4c)1)

Übersetzung:

Die Erinnerung an ihn sei ewig gepriesen.

Datum: 1. Februar 1644 n. St.

Kommentar

Die steife, mit einheitlicher Strichstärke gehauene Kapitalis weist bei C, D und G ausgesprochen breite Bögen auf, O ist dagegen oval. Der Mittelbalken des A ist bisweilen geknickt, I-Punkt ist unregelmäßig gesetzt. Neben I findet ein J mit Mittelbalken sowohl für konsonantischen als auch für vokalischen Lautwert Verwendung.

Johann Egenthaler ist angeblich 1578 als Sohn des Kantors in Crailsheim und späteren Pfarrers zu Wallhausen und Blaufelden Jakob Christoph Egenthaler geboren2. Nach Studium in Jena und Wittenberg (1601) wurde Egenthaler 1607 Pfarrverweser in Neuses am Berg (Stadt Dettelbach, Lkr. Kitzingen), im selben Jahr Pfarrer in Kitzingen-Etwashausen, 1616 Klosterprediger im evang. Damenstift Kitzingen, nach seiner Vertreibung von dort im Zuge der würzburgischen Gegenreformation 1629 Pfarrer in Obernbreit (Lkr. Kitzingen) und schließlich am 6. Juni 1641 Stadtpfarrer in Creglingen.

Textkritischer Apparat

  1. Befund: D: M:.
  2. Anfangsbuchstabe deutlich vergrößert.
  3. Bibelstellenangabe nach rechts ans Zeilenende gerückt.

Anmerkungen

  1. Ps 4, 9.
  2. Biographische Angaben nach Pfarrerbuch Württ. Franken 2, 81 nr. 477 (mit weiterer Literatur); danach auch das Folgende. Die Altersangabe in der Sterbeinschrift stimmt damit nicht überein. Gleichlautend geben aber die Sterberegister des Creglinger Pfarrarchivs das Alter Egenthalers mit 60 Jahren und 2 Monaten an; vgl. Mägerlein 137.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 495 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di054h014k0049501.