Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 434 Bad Mergentheim, Schloß, Deutschordensmuseum 1620

Beschreibung

Vier Tafeln eines spätgotischen Altarretabels (2. H. 15. Jh.) mit Renovierungsinschrift des Leutnants Hellinger und des Wagners Heffner von 1620. Inv.-Nr. 1588–1591 (Freiherr von Adelsheim’sche Altertumssammlung). Ulmisch? Herkunft unbekannt. Hochrechteckige Holztafeln mit Darstellung von vier stehenden Heiligen: I. Hl. Sebastian mit drei Pfeilen; II. Hl. Katharina mit Krone und Schwert, zu Füßen nachträglich eingemalte querrechteckige Schrifttafel mit Rollwerkrahmen (Schrift schwarz und rot auf weißem Grund); III. Hl. Margareta mit Kreuzstab und besiegtem Drachen; IV. Hl. Veit, in der Rechten ein offenes Buch mit daraufstehendem Hahn, in der Linken ein Schwert haltend. Die beiden männlichen Heiligen vor dunklem Hintergrund unter Astwerkbaldachin, die beiden weiblichen Heiligen vor Goldgrund und Brokatvorhang. Spätere Übermalungen; Inschrift durch Abplatzen der Malschicht an wenigen Stellen gestört.

Maße: H. (Tafel II, ohne Rahmen) 76, B. 26, Bu. 0,55 cm.

Schriftart(en): Schrägliegende Kapitalis.

  1. ANNOa) 1620b) LISSENa) BEDEa) BVRGERa) ALHIEa) ALSa) / MARCVSa) HELLINGERc) LEIDENAMBTd)e) VNND WILHE=/LMa) HEFFNERc) WAGNER DISENa) ALTARa) GOTTd) ZV / LOBa) VNNDa) EHRNd) AVS CATHOLISCHEMa) EIFERd) A=/LSO ERNEŸERNd) VNND ZVd) IHRER GEDECH=/NVSd) ANHERO FRIHENd) WILLENS SETZEN=a)/LASSENf)

Kommentar

Eine Provenienzbestimmung der Altarbilder mit Hilfe der in der Inschrift genannten Stifter ist bislang nicht gelungen. Möglicherweise stammen die Tafeln von einem Nothelferaltar.

Textkritischer Apparat

  1. Anfangsbuchstabe rot ausgezeichnet.
  2. Vom unteren Balken der spitzen, Z-förmigen 2 nur noch das linke Drittel erhalten; aber eindeutig keine 7.
  3. HE in Nexus litterarum, nur das H rot ausgezeichnet, der gemeinsame Schaft rot-schwarz gespalten.
  4. Ganzes Wort rot ausgezeichnet.
  5. So für Leutnant.
  6. LASSEN in ungleichmäßiger Zeilenführung und Buchstabengröße. Da das Wort auch den Satzbau sprengt, dürfte es sich um einen späteren Zusatz handeln. Danach noch eine leere Zeile; als Platzfüller über beide Zeilen hinweg barockes Rankenornament.

Nachweise

  1. Führer durch die C. J. v. Adelsheim’sche Altertumssammlung 14.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 434 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0043400.