Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 425 Waldmannshofen (Stadt Creglingen), ev. Pfarrkirche 1619

Beschreibung

Grabplatte der Margareta von Rosenberg geb. Schenkin von Siemau. Innen an der Ostwand des Turmuntergeschosses (ehem. Chor), 1. Stein von Norden. Roter Sandstein. Sterbeinschrift (A) als Umschrift zwischen breitem profiliertem Rahmen und abgetreppt eingetieftem Mittelfeld, an den vier Ecken durch aufgelegte Ahnenwappen unterbrochen; im Feld zentral zwei Vollwappen in hohem Relief, darüber eine querrechteckige rollwerkgerahmte Tafel mit Bibelspruch (B), darunter eine ähnliche Tafel mit abgerundeten Ecken, die ein vielzeiliges, nicht versweise abgesetztes Grabgedicht (C) trägt. Fußleiste fehlt, die rechte Schriftleiste und die beiden unteren Wappen durch Absandeln der Oberfläche zerstört, linke Randleiste beschädigt.

Maße: L. (Rest) 202, B. 105, Bu. 2,9 (A), 3,4 (B), 2,2 cm (C).

Schriftart(en): Fraktur.

  1. A

    Den . 19 . Maij im Jahr Christi . 1619 [. . . / – – –]el ehren tuge[nd . . . . . . . . . . / – – – / schencki]na) von · sinawb) ihres alters . 55 . Jahr · deren der Allmechtige Gott ein fröliche · Auffersteh[un]g verḷ[.]henc) wölle

  2. B

    Johan am 3 .d) / Also hat Gott Die welt geliebt / Das er seinen Eingebornen · sohn / gab Auff das alle · die an ihn / glauben nicht verloren werden son=/dern das ewige leben haben .1)

  3. C

    Adam Vlrich · schenck von simauvnd / Amalei · sein · ehlich fraw ·von Wolzha·usene) ein / Truch·seszinf) .von diesen ich geboren bin .Als / tausent · fimffhundert viersechzg Jar .nach / Christi geburt Die Jahr zahl warAcht zehng) / hernach ward ich vermehlt ·Albert Christoff / Dem Edlen heldtvon Rosenberg · mit · dem · fu[r]ẉarg) /ich fridlich lebt siebendreiszig Jahr ·Nach · meinem / todt mein leib hieher ·er legen liesz mit grose[r] / ehr,ich werd · gwisz wider aufferstehen ·mit / ihm imsb) ewig leben gehn

Versmaß: Deutsche Reimverse (C).

Datum: 29. Mai 1619 n. St.

Wappen:
Rosenberg, Schenk von Siemau;
Schenk von SiemauTruchseß von Wetzhausen2
[Schott von Schottenstein][Aschhausen]3

Kommentar

Die ungelenke Fraktur erreicht bei weitem nicht die Qualität der Wappenreliefs. Falsche Worttrennung und Interpunktion zeugen von mangelndem Textverständnis des Steinmetzen. Charakteristisch für seine Schrift ist das d, dessen oberes freies Bogenende scharf – fast waagerecht – nach links abknickt und, leicht nach unten durchgebogen, deutlich über den linken Bogenabschnitt hinausragt. Von derselben Hand stammen einige Grabmäler in und an der Creglinger Herrgottskapelle4.

Der Mann der Verstorbenen, Albrecht Christoph von Rosenberg, starb 1632 als der Letzte seines Geschlechts. seine Grabplatte befindet sich ebenfalls in der Waldmannshofener Kirche (nr. 471). Margaretas jüngere Schwester Rosina war mit Philipp Geyer von Giebelstadt zu Reinsbronn verheiratet (vgl. nr. 380).

Textkritischer Apparat

  1. Konjektur; Schreibweise nach Inschrift (C).
  2. Sic!
  3. Nach l nur Platz für eine Haste, demnach wohl verl[i]hen.
  4. In der Zeile als Überschrift zentriert.
  5. Falsche Worttrennung; so statt Wetzhausen.
  6. Falsche Worttrennung.
  7. Letzter Buchstabe auf dem Rahmen der Schrifttafel.

Anmerkungen

  1. Jh 3, 16.
  2. Stark beschädigt, aber noch identifizierbar.
  3. Ergänzung der beiden Ahnenwappen nach Biedermann, Baunach, tab. CCXLVIIf.; vgl. auch die Ahnenprobe von Margaretas Schwester Rosina in Reinsbronn (nr. 380).
  4. Vgl. Einl. LXVII.

Nachweise

  1. StAL, E 258 VI Bü 2607, p. 8f. (nur C).
  2. OAB Mergentheim 768 (nur C).
  3. Pfarrbeschreibung für die Pfarrei Waldmannshofen-Sechselbach, gefertigt auf 1. Okt. 1913 v. Pfr. Barnikel (LKA, A 29, 4963,2) p. 185 (nur C).

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 425 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0042501.