Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 370 Laudenbach (Stadt Weikersheim), Kirchnerhaus bei der Bergkirche 1605

Beschreibung

Wappenstein des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn. Außen an der nördlichen Giebelseite zwischen den beiden Fenstern des ersten Obergeschosses eingemauert. Platte aus gelbem Sandstein mit profiliertem Rahmen; im Feld quadrierter Wappenschild in Flachrelief, darunter eingehauene Jahreszahl. Stark verwittert; die Wappenbilder im zweiten und dritten Feld getilgt.

Maße: H. ca. 40, B. ca. 30, Zi. 2–4 cm.

  1. 16//05

Wappen:
Hochstift Würzburg/Echter von Mespelbrunn1.

Kommentar

Unter Bischof Julius Echter (1573–1617) wurde die Reformation in Laudenbach, das nach dem Aussterben der von Finsterlohr an das Hochstift Würzburg heimgefallen war, rückgängig gemacht. Zu den gegenreformatorischen Aktivitäten gehörten auch umfangreiche Baumaßnahmen und Instandsetzungsarbeiten an Pfarrkirche und Pfarrhaus im Ort2. Die der Bergkirche nach Einführung der Reformation entzogenen Stiftungsgelder hatten zu einem Niedergang der Kapelle geführt. Abhilfe gegen den schlechten baulichen Zustand brachten Renovierungsarbeiten 1587 und 1597–16053. Auch war die „geringe behausung, darin der kirchner oder hüter wonnet“4 baufällig und wurde schließlich durch den erhaltenen stattlichen Steinbau mit Stufengiebel ersetzt5. Der Wappenstein dokumentiert den Bauabschluß.

Anmerkungen

  1. Quadriert: 1. Würzburg/Hzm. Franken (fränkischer Rechen), 2./3. Echter von Mespelbrunn (zerstört, der Schrägbalken aber noch in Konturen zu erkennen), 4. Hochstift Würzburg (Rennfahne).
  2. Vgl. nrr. 249, 369†; allg. Schneider, Wallfahrt Laudenbach 21–30.
  3. Die Kirchenausmalung von 1597 mit der Wurzel Jesse ist bereits 1653 vollständig beseitigt worden; vgl. ebd. 35.
  4. StA Würzburg, l.d.f. 29, p. 521–526, zitiert nach Schneider, Wallfahrt Laudenbach 33.
  5. Ebd. 36.

Nachweise

  1. Schneider, Wallfahrt Laudenbach 36.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 370 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di054h014k0037001.