Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 359 Niederrimbach (Stadt Creglingen), ev. Pfarrkirche (St. Johannes d. Täufer) 1603

Beschreibung

Taufstein. Seit der Kirchenrenovierung 1962 im Langhaus, links vor dem Chorbogen. Ursprünglicher Standort unbekannt. Muschelkalk. Rundes Becken auf breitem achteckigem Schaft; der abgetreppte Sockel modern. Am Becken ist zwischen erhabenen Rahmenleisten ein Bibelspruch (A) als Umschrift eingehauen; der Schaft trägt auf einer Seite das Herstellungsjahr (B), auf vier weiteren Seiten Nameninschriften (C–F), die jeweils in unterschiedlicher Höhe beginnen. Verwittert und bestoßen; am Becken ein mit Zement geflickter Riß; alle Inschriften mit dunkelgrauer Farbe nachgezogen.

Maße: H. (ohne Sockel) 72, Dm. 54, Bu. 5,0 (A), 3,3–3,7 (C), 3,8 (D), 3,3–4,2 (E), 3,5–4,1 (F), Zi. 4,5–6,5 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    GOD · MACHT · VNS · [SE]LIGa) · DVRCH · DAS · BAT · DER · WIDER · GEBVR ·1)

  2. B

    1603

  3. C

    MARDIN / BERCKLI(N)

  4. D

    MATA / RENCK

  5. E

    HANS / REISNER / MEVR/REb)

  6. F

    M(AGISTER)c) / MICH/AEL / BRV̈LEṚd)

Kommentar

Die Inschriften sind unbeholfen ausgeführt. A hat oft einen geknickten Mittelbalken. Der Bogen des R setzt gelegentlich weit unter dem oberen Schaftende an. – Magister Michael Brüler2 war 1602 bis 1608 Oberkaplan in Creglingen, bevor er Pfarrer in Obernbreit (Lkr. Kitzingen) wurde. Dort ist er 1618 gestorben. Als Oberkaplan war Brüler für die Betreuung der Creglinger Filialkirche Niederrimbach zuständig. Hans Reisner ist vermutlich der Steinmetz, der den Taufstein hergestellt hat und von dem zahlreiche weitere Inschriften überliefert sind3. Die beiden übrigen inschriftlich genannten Personen dürften Stifter sein4.

Textkritischer Apparat

  1. SE an der durch Zement ergänzten Stelle nur aufgemalt.
  2. So für MEVRER (=Maurer).
  3. Darunter ein großes rundes Loch im Stein, dem die Inschrift ausweicht und das demnach schon vor Anbringung der Inschrift vorhanden war.
  4. Vom letzten Buchstaben ist nur noch der Schaft zu erkennen.

Anmerkungen

  1. Verkürzt nach Tit 3, 5. Derselbe Bibelspruch auf den Taufsteinen in Frauental (nr. 327) und Creglingen (nr. 354).
  2. Studium in Jena und Wittenberg; vgl. Pfarrerbuch Württ. Franken 2, 58 nr. 332, danach auch das Folgende.
  3. Vgl. die Inschrift des Maurers Michael Reisner von 1593 in Creglingen (nr. 292). Zu den vermutlich von Hans Reisner geschaffenen Arbeiten vgl. Einl. LXII.
  4. Martha Renck ist möglicherweise die Frau Brülers, der mit einer Martha verheiratet war, deren Familienname bislang nicht bekannt war; vgl. Pfarrerbuch Württ. Franken 2, 58 nr. 332.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 359 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0035909.