Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 341 Creglingen, ev. Herrgottskapelle E. 16./A. 17. Jh.

Beschreibung

Grabplatte der Dorothea N. Innen im Langhaus, vor dem Marienaltar im Boden. Muschelkalk. Rahmung durch einfache Ritzlinie. Die eingehauene Inschrift beginnt in der Kopfzeile auf der Rahmenleiste, setzt sich aber nicht als Umschrift fort, sondern zeilenweise untereinander im Feld; die untere Hälfte der Platte ist unbeschriftet. Stark abgetreten; Ausbrüche an Rändern und Oberfläche; linker Rand (ca. 5 cm?) durch Gestühl verdeckt.

Maße: L. 161, B. (sichtbar) 72,5, Bu. 3,5–4,2 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. [. .]Ọ [– – –] / Ọ[.]Ṛ[. . . . .] IST IN / GOTT VERSCHIDEN DỊ[E] / VỊE[L – – – / . . . . .]E · HAVSFRAV D/ORODEA MIṚ[.]Ṛ · GELEWT / IAR · 6 · WOCHEN · 6 · DAG̣ [.] / ḌIE · 2 · ḲỊNT · GE[. . . . . / . . .] · IOHANNES A[. . . .] / ẠỊN ḌAG VERSCHI[DEN D]/ER GOT · GNẠ[. . . . S]/EIN · WOLLE · AM[EN]

Kommentar

Die Inschrift ist in einer ungelenken Kapitalis dünnstrichig eingehauen. A hat einen geknickten Mittelbalken. Bei der Angabe des Lebensalters ist offenbar die Zahl der Jahre vergessen worden. Der zweite Teil der Sterbeinschrift dürfte sich auf zwei (am selben Tag verstorbene?) Kinder beziehen. Eine nähere Datierung anhand der Schriftformen ist wegen der unbeholfenen Ausführung kaum möglich. Die größte Ähnlichkeit weisen immerhin zwei Creglinger Grabinschriften von 1594 und 1599 auf (nrr. 298, 318), die von der Hand desselben Steinmetzen (Hans Reisner?) stammen könnten. In den Creglinger Kirchenbüchern ließ sich im betreffenden Zeitraum keine Dorothea nachweisen, deren Zuname mit den noch erkennbaren Schriftresten in Einklang zu bringen wäre.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 341 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0034100.