Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 317 Weikersheim, ev. Stadtkirche 1599

Beschreibung

Grabplatte der Genoveva Hugwerner. Außen an der Südostwand des Chors; vermutlich bei der Renovierung der Kirche 1927 aus dem Boden genommen1. Roter Sandstein. Im eingetieften Rahmen umlaufend eingehauene Sterbeinschrift (A); im Feld zentral ein großes reliefiertes Vollwappen in hochovalem Rahmen, darüber und darunter je eine querrechteckige Schrifttafel mit Beschlagwerkrahmen, oben Bibelspruch (B). Die untere Inschrift ist mitsamt der Schriftkartusche restlos abgetreten; in diesem Bereich ist auch Inschrift (A) beschädigt; verwittert.

Maße: L. 186, B. 89, Bu. 2,5 (A), 2,2 cm (B).

Schriftart(en): Fraktur.

  1. A

    Anno D(omi)ni · 15 · 99 · Den · 13 · Marcij Ver=/schied in Gott Die Tugendsame Fraw Geneve Hugwernerin Des Ehrnvesten [v]ṇd Hochgelehrte(n) / Herrn Doctoris Ludovici Casimiri Hugw=/ernerṣ [. . . . . . . .]sene witwin Jres alters 31 Jar Der Gott gnedig Seÿ wöll Amen ·

  2. B

    Jch weÿsz Das Mein Erlöser Lebt, vnd / er wirt Mich Hernach ausz der Erde(n) / auffẹṛwecken, vnd werde mit Diser meiner / Haut vmbgeben werden vnd in Mei=/nem Fleÿsch Gott Sehen · Hiob · 19 ·2)

Datum: 23. März 1599 n. St.

Wappen:
unbekannt3.

Kommentar

Die charakteristische Frakturschrift erlaubt eine Zuweisung der Grabplatte an den Bildhauer Michel Niklas von Reinsbronn, der um diese Zeit auch mit der Ausführung der (nicht erhaltenen) Rollwerkgiebel am Westturm der Weikersheimer Stadtkirche betraut war4. Ludwig Kasimir Hugwerner (1528–98), der Ehemann der Verstorbenen, war Leiter der gräflichen Kanzlei in Weikersheim5.

Anmerkungen

  1. Vgl. LDA Stuttgart, Ortsakten 128126 (Stadtkirche Weikersheim), Schreiben des LDA (Goessler) an Dekanatamt Weikersheim, 1927 X 28. Unklar ist, ob die Grabplatte zu denen gehörte, die noch 1934 provisorisch vor der Kirche lagen; vgl. ebd., Schreiben des LDA (Schmidt) an Dekanatamt Weikersheim, 1934 IX 29.
  2. Hi 19, 25–26.
  3. Gebogene Hirschstange auf Dreiberg; Helmzier: Hirschgeweih auf Dreiberg. Es handelt sich offenbar um das Familienwappen der Verstorbenen, nicht um das Wappen Hugwerner (Rinderkopf): vgl. Grabplatte der 1619 verstorbenen Margareta Rhetzer geb. Hugwerner im Kreuzgang der Öhringer Stiftskirche sowie Grabplatte ihres Mannes Christoph von 1621 ebd.
  4. Vgl. Merten, Stadtkirche 41982, 6.
  5. Vgl. Weyer, Graf Wolfgang 35.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 317 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0031704.