Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 316 Reinsbronn (Stadt Creglingen), ev. Pfarrkirche 1587–98?

Beschreibung

Fragment eines Grabmals für die Pfarrerstochter Margareta Frecht (?). Innen im östlichen Vorraum der 1852 neu erbauten Kirche provisorisch gelagert; vermutlich aus dem Vorgängerbau. Querovale Tafel aus grauem Sandstein mit 6zeiliger eingehauener Inschrift. Oberer Rand mit der gesamten ersten Zeile abgebrochen, rechter Rand beschädigt (geringer Schriftverlust).

Maße: H. (Rest) 21, B. 51, Bu. 2,3 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

[1/1]

  1. [– – –] / Starb Margaretha desz Ehrwürdi/gen vnd Wolgelerthen herrn Philipi Frec̣[h]/tena) Pfarrers alhie Döchterlein, Jres Al/ters im · 3 Jahr, Gott gnade Jme / · Amen ·

Kommentar

Reinsbronn war Filial von Bieberehren bis zur Errichtung einer eigenen Pfarrei durch Philipp Geyer von Giebelstadt 15871. Die Reihe der namentlich bekannten Pfarrer beginnt erst 1598 mit Johann Cellarius. Von 1601 bis 1632 und erneut von 1634 bis 1665 war Reinsbronn dann Filial von Creglingen, da die wenigen verbliebenen Einwohner des im 30jährigen Krieg weitgehend verödeten Dorfes sich die Besoldung eines eigenen Pfarrers nicht mehr leisten konnten2. Ab 1665 ist dann die Pfarrerreihe lückenlos bekannt. Der in der Inschrift genannte Vater der Verstorbenen, Philipp Frecht (?), war demnach vermutlich der erste Reinsbronner Pfarrer. Einer Ansetzung der Inschrift in die fragliche Zeit zwischen 1587 und 1598 steht vom Schriftbefund her nichts entgegen. Ein Verwandter Philipp Frechts könnte der aus Rothenburg stammende Pfarrer von Steinsfeld (Lkr. Ansbach) Markus Frecht († 1621) sein3.

Textkritischer Apparat

  1. Ergänzung des Namens unsicher.

Anmerkungen

  1. Zur Einführung der Reformation in Reinsbronn vgl. Schlenker, Reformation passim; ferner Pfarrerbuch Württ. Franken 1, 50; danach auch das Folgende.
  2. Vgl. Schlenker, Reformation 146.
  3. Vgl. Dannheimer, Verzeichnis 56 nr. 115.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 316 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di054h014k0031607.