Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 287 Frauental (Stadt Creglingen), ehem. Klosterkirche 1591

Beschreibung

Grabplatte der Margarethe (?) Stützling. In der Unterkirche, im östlichen Joch des nördlichen Seitenschiffs neben dem Pfeiler im Boden. Roter Sandstein. Umschrift zwischen Linien, in drei Zeilen oben im ansonsten leeren eingetieften Mittelfeld fortgesetzt. Abgetreten, Oberfläche bestoßen; Schriftverlust im mittleren Bereich der Längsseiten.

Maße: L. 71,5, B. 41, Bu. 1,7–1,9 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

  1. ·a) Anno Domini 1591 ·a) / den 17 Februarij is[t – – –]ḷẹṇb) Mar[.]art[.]c) / Georgen Ṣṭụṭzlings Gegenschr(ei)b(e)r(s)d) / Ehlichee) dochter · Jhress ạltẹṛs XIf) wochen Gott verleih // Jhr ei[n] fröliche / Aufferstehung / Amen ·

Datum: 27. Februar 1591 n. St.

Kommentar

Die äußerst unbeholfene und unregelmäßige Ausführung der Schrift sowie offensichtliche Schreibfehler erschweren die Lesung erheblich. So lassen sich Vor- und Nachname des früh verstorbenen Kindes nicht eindeutig entziffern. Der Zuname läßt sich allerdings sichern, da der Vater des Mädchens, Georg Stützling, in Akten des Staatsarchivs Bamberg nachweisbar ist1. Er folgte im Amt des Gegenschreibers auf Magister Marx Reisenleiter (um 1580). Seine genaue Amtsdauer war nicht zu ermitteln. Der Kastenamtgegenschreiber war der Gehilfe des markgräflich ansbachischen Amtmanns. Er hatte die Bürogeschäfte zu erledigen2. Die Kirchenbücher der für Frauental seinerzeit zuständigen Pfarrei Equarhofen (Gde. Simmersfeld, Lkr. Ansbach) sind erst ab 1618 erhalten, können bei der Absicherung des Vornamens des Kindes also nicht weiterhelfen.

Textkritischer Apparat

  1. Flach eingetieftes Quadrangel.
  2. Die Schriftzeichen sind noch deutlich erkennbar, aber unleserlich.
  3. Der vierte Buchstabe besteht aus zwei mittellangen, oben in spitzem Winkel aneinanderstoßenden Schrägschäften und läßt sich, obwohl vollständig erhalten, nicht identifizieren; vielleicht ein g ohne Unterlänge?
  4. Keine Kürzungszeichen.
  5. Zwischen l und h ein c mit i-Punkt.
  6. Untere Hälfte der Zahlzeichen zerstört.

Anmerkungen

  1. Freundliche Mitteilung von Herrn Archivoberrat Dr. Nöth, Staatsarchiv Bamberg.
  2. Vgl. Schurr, Chronik Frauental 69.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 287 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di054h014k0028701.