Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 251 Bad Mergentheim, Schloß, Deutschordensmuseum 1581

Beschreibung

Grabplatte der Dorothea Nagel. Im Lapidarium, Inv.Nr. 1513. 1932 beim Einsturz der nördlichen Friedhofsmauer aufgefunden und geborgen und vom Stadtbauamt dem damaligen Bezirksheimatmuseum übergeben. Die in Zweitverwendung zum Mauerbau dienende Platte stammte ursprünglich vermutlich aus der Johanneskirche oder aus dem Dominikanerkloster. Hochrechteckige Sandsteinplatte; Umschrift zwischen Linien; im Innenfeld eingetieftes Rundbogenfeld mit Darstellung der Verstorbenen in Flachrelief, betend und mit Haube und langem gefälteltem Umhang bekleidet; unter dem Bogenfeld ein Wappenschild. Ränder und Teile des Figurenreliefs bestoßen; Inschrift kaum beeinträchtigt.

Maße: L. 187,5, B. 84, Bu. 3,9 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

  1. Annoa) Domini · 15 · 81 · den 7 Junij ist / in Gott verschieden die Erbar vnd Tugentsamenb) frawen Dorathea Neglin zu der / zeitt wirtin zum fuchs Jres alders / · 60 · Jar der seelen Gott der almechtig wöll gnedig vnd Barmhertzig Sein

Wappen:
Nagel (?)1.

Kommentar

Die Fraktur ist sehr sorgfältig und gleichmäßig gehauen; f und langes s weisen ausgeprägte Schwellschäfte auf. Das einheitliche Bild der Gemeinen wird etwas beeinträchtigt durch die Verwendung unproportionierter Versalien. Über u ist regelmäßig als diakritisches Zeichen ein fast kreisrunder Bogen gesetzt. Zur Hervorhebung der Zahlen dienen dreieckige Punkte auf halber Zeilenhöhe. Die Grabplatte ist ein Werk des „Meisters der Hohenlohe-Wappentafeln“2.

Dorothea Nagel war die Frau des ab 1565 als Besitzer der Fuchswirtschaft nachweisbaren Leonhard (Lienhard) Nagel3. Dieser war von 1583 bis 1586 Bürgermeister in Mergentheim4. Die „Erbtaferne“ Zum Fuchs – später Gasthof Zum goldenen Kreuz – befand sich am Marktplatz5.

Textkritischer Apparat

  1. Linke Hälfte des A weggebrochen.
  2. Sic!

Anmerkungen

  1. Grabscheit, die Spitze nach oben gekehrt.
  2. Vgl. Einl. LXV.
  3. Vgl. dazu die maschinenschriftl. Aufzeichnungen über die Fuchswirtschaft von Carl Lüllig (um 1940) im StadtA Mergentheim, MGH-43/Rep 181-bc.
  4. Vgl. die Serie der Bürgermeister-Amtsrechnungen im StadtA Mergentheim.
  5. Vgl. StAL, B 243 Bü 54.

Nachweise

  1. K. Fleck, Mitteilungen aus dem Bezirksheimatmuseum, in: Mergenth. Heimatbll. 2 (1932) Nr. 5.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 251 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0025101.