Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 238 Bad Mergentheim, Schloß, Deutschordensmuseum 1578

Beschreibung

Mauerstein mit Wappen und Jahreszahl. Im Lapidarium, Inv.-Nr. 1521. 1932 in der eingestürzten Nordmauer des Friedhofs gefunden und vom Stadtbauamt dem damaligen Bezirksheimatmuseum übergeben (wie nr. 237). Querrechteckige Platte aus Muschelkalk; links Wappen mit teils eingeritztem, teils versenkt-erhaben ausgehauenem Schildbild; das rechte obere Viertel der Platte wird von der eingehauenen Jahreszahl ausgefüllt. Linke obere und untere Ecke weggebrochen, am rechten Rand halbrunder Ausbruch; Ränder bestoßen.

Maße: H. 39, B. 69, T. 17, Zi. 10–11 cm.

  1. 1578

Wappen:
unbekannt1.

Kommentar

Die Form der Ziffern stimmt völlig mit der in der Bauinschrift des Christoffel Zimmermann (nr. 237) überein, so daß die Herstellung durch denselben Steinmetz (Zimmermann?) außer Frage steht. Im Unterschied zu Inschrift nr. 237 ist hier lediglich der mächtige keilförmige Balken der Ziffer 5 mit tiefer Dreieckkerbe ausgehauen. Die Funktion der Inschrift ist unklar. Wurde auch sie zur Dokumentation der Friedhofsummauerung von 1578 angefertigt, könnte das Wappen einen der Auftraggeber oder Förderer der Baumaßnahme bezeichnen. Nicht auszuschließen ist freilich auch, daß der Stein eine Grabstelle an der neuen Friedhofsmauer markierte. Dem Wappen nach könnte es das Grab eines Tuchscherers oder Tuchmachers gewesen sein. Eine Grabinschrift war vielleicht auf einem weiteren, verlorenen Quader angebracht.

Anmerkungen

  1. Tuchschere, beseitet von 2 einwärts gekehrten Tuchklammern. Die Tuchklammern werden von Fleck (wie unten) fälschlich als „Weberschiffchen“ bezeichnet.

Nachweise

  1. K. Fleck, Mitteilungen aus dem Bezirksheimatmuseum, in: Mergenth. Heimatbll. 2 (1932) Nr. 5.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 238 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di054h014k0023808.