Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 229 Bad Mergentheim, Schloß, Deutschordensmuseum 1576

Beschreibung

Holzteller mit Darstellung der Ermordung des Holofernes1. Herkunft unbekannt; Bestandteil der Freiherr von Adelsheim’schen Altertumssammlung, Inv.Nr. 1607. Flache Schüssel aus Lindenholz mit Wismutbemalung. Breiter Rand mit großen Blüten und Blattranken, unten in der Mitte zwei aus Wolken hervorkommende Treuhände über einem Herz; links und rechts je ein Wappen; im Feld: oben eine querrechteckige Schrifttafel, die unten in der Mitte segmentbogig ausgezogen ist; Inschrift schwarz auf weißem Grund; links zwei Zelte, das vordere offen, im Innern im Bett der tote Holofernes mit abgeschlagenem Kopf, vor dem Bett eine Truhe; rechts im Vordergrund zwei Frauen in zeitgenössischer Tracht des 16. Jahrhunderts: links Judith mit bloßem Schwert, rechts ihre Magd mit einem Bündel, aus dem der abgeschlagene Kopf des Holofernes hervorschaut.

Maße: Dm. 41, Bu. 0,3–0,4 cm.

Schriftart(en): Fraktur mit kursiven Zügen.

  1. Durch die Juditt gott verschieff a) ·b) /als der Holofernus schlieff · /das sie in enthauppten thett · /Jsrahel zu friden sthett · /15 · 76

Versmaß: Deutsche Reimverse.

Wappen:
unbekannt2, Glockengießer (?)3.

Kommentar

Eine Parallelüberlieferung der Verse konnte bislang nicht ermittelt werden. Die Darstellung der Ermordung des Holofernes durch die heldenhafte Judith war ein in der Renaissance beliebtes Thema4.

Textkritischer Apparat

  1. Starke Form für verschaffte.
  2. Alle Versenden durch kleine Schrägstriche auf halber Zeilenhöhe markiert.

Anmerkungen

  1. Nach Jdt 13, 4–11.
  2. Linksgewendet. In Weiß auf grünem Dreiberg ein steigendes rotes Einhorn.
  3. In Schwarz ein goldener Sparren, begleitet oben von 2 6strahligen goldenen Sternen, unten von einer goldenen Glocke; vgl. Siebmacher, BayA3, 48f. Taf. 30. Laut Führer durch die C. J. v. Adelsheim’sche Altertumssammlung 12 handele es sich um „die Wappen einer Nürnberger Patrizierfamilie“.
  4. Zur Bildtradition vgl. J. Seibert, Art. „Judith“, in: LCI 2, Sp. 454–458.

Nachweise

  1. Hanemann, Schloß Mergentheim 27 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 229 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di054h014k0022906.