Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 207 Archshofen (Stadt Creglingen), Schloß 1570

Beschreibung

Wappentafel mit Bauinschrift des Gottfried Lochinger zu Archshofen und seiner Frau Agnes geb. von Hirnheim. Außen an der Südseite über den beiden westlichen Fenstern des Erdgeschosses. Annähernd quadratische Sandsteinplatte unter gesondert gearbeitetem profiliertem Sims. Auf der Platte eine Tafel mit Rollwerkrahmen. Die oberen drei Viertel werden von zwei Vollwappen eingenommen; oben in der Mitte Stz. nr. 15, neben und zwischen den Helmzierden eine eingehauene Devise (A), unter dem Wappen Inschrift (B). Verwittert, Rahmenteile und Oberwappen fast völlig weggebrochen; farbig gefaßt (modern), Stz. und Inschriften mit schwarzer Farbe nachgezogen.

Maße: H. ca. 120, B. ca. 105, Bu. ca. 4 (A), 3 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    GOT // MIT // VNS

  2. B

    ANNO · DOMINI · 1570 · HABEN · DER · EDELL · / VND · VHEST · GODTFRID · LOCHINGER · ZV · / ARGSHOFFEN · AVCH DIE · EDEL · VND · TVGENTHAF/[T]E · FRAW · AGNES · LOCHINGERIN · GEBORNE · / VO(N) · HV̈RN/[H]EIM · SEIN · EHELICHE · HAVS · FRAW · DIESES · HAVS · VON · NEWa) · / · GEBAWET · ETZ(ETERA)b)

Wappen:
Lochinger, Hirnheim.

Kommentar

Auffällige Schriftbesonderheiten sind A mit beidseitig weit überstehendem Deckbalken und links offenes D mit stark verkürztem Schaft. Der I-Punkt ist konsequent gesetzt. M hat schräggestellte Schäfte und einen sehr kurzen, rechtwinkligen Mittelteil.

Der Bauherr, Sohn des gleichnamigen brandenburg-kulmbachischen Rats und Landeshauptmanns zu Neustadt an der Aisch († 1559) und der Christina von Seckendorff gen. Pfaff, war der Letzte der Linie seines Geschlechts zu Archshofen1. Gottfried urkundet noch am 28. März 1572, und 1582 scheint er noch am Leben gewesen zu sein2. Seine Frau Agnes, Tochter des Rudolf von Hirnheim zu Uttenhofen3, war in erster Ehe mit Kaspar von Seckendorff-Rinhofen († 1557) verheiratet4, sie ist 1593 gestorben und liegt wie ihr erster Mann in der kath. Pfarrkirche in Spalt (Lkr. Roth) begraben5. Das Archshofener Schloß, ursprünglich als Tiefburg von Mauern und Wassergraben umschlossen, wurde mehrmals zerstört, so 1462 und 16386. Neben der hier behandelten Bauinschrift befindet sich über dem Eingang eine weitere aus der Zeit um 1700, veranlaßt von dem damaligen Besitzer Ludwig Philipp von Winzigerode.

Textkritischer Apparat

  1. Darüber vermutlich ursprünglich ein Kürzungsstrich; jetzt abgewittert.
  2. Letzte Zeile in kleinerem Schriftgrad; letztes Wort durch schrägen Doppelstrich auf halber Zeilenhöhe gekürzt.

Anmerkungen

  1. Vgl. Biedermann, Ottenwald, tab. CCCLXXXVI; dort als Name der Mutter fälschlich Maria; vgl. aber Rechter, Seckendorff II, 106f.
  2. Ebd. 107.
  3. Vgl. Biedermann, Altmühl, tab. CCXV.
  4. Rechter, Seckendorff II, 107.
  5. Rechter, Seckendorff I, 165. Grabplatte sowie Dreikönigsrelief mit Ahnenprobe vom Epitaph der Agnes von Hirnheim erhalten; vgl. Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken VII: Stadt und Landkreis Schwabach, bearb. v. Karl Gröber u. Felix Mader (Die Kunstdenkmäler von Bayern), München 1939, 324, 326f.
  6. Vgl. OAB Mergentheim 462f. u. 466; LdBW IV, 307.

Nachweise

  1. OAB Mergentheim 458f.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 207 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0020703.