Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 167 Creglingen, ev. Herrgottskapelle 1. H. 16. Jh.–1776

Graffiti. Außen an der Chorsüdseite an den Strebepfeilern und Wandflächen, meist unterhalb des Schlagsimses. Mit Rötelkreide aufgemalt oder eingehauen. Stark verwittert, größtenteils unleserlich. Unter den noch sichtbaren Einträgen befanden sich – an weniger geschützter Stelle – ursprünglich sicherlich noch mehr Inschriften, die jetzt aber völlig vergangen sind1. Einträge, die nach dem 18. Jahrhundert entstanden sind, werden nicht berücksichtigt.

I. Südöstlicher Strebepfeiler, Stirnseite.

A. Gotische Kursive, 16. Jh.

  1. micha[– – –]

II. Östlicher Strebepfeiler der Chorsüdwand, Ostseite.

B. Gotische Kursive, 1590 (?).

  1. Jo Schaffarṭh 9̣0̣2)

III. Östlicher Strebepfeiler der Chorsüdwand, Stirnseite.

C. Gotische Kursive, 1. H. 16. Jh. (?).

  1. 15̣ Jar Martin(us) 3̣[.]

D. Kapitalis mit Fremdformen, 2. H. (?) 16. Jh.

  1. [– – –] WVNDERa)

IV. Westlicher Strebepfeiler der Chorsüdwand, Ostseite.

E. Gotische Kursive, 16. Jh.

  1. [– – –]affạṛt 9̣ṿ3)

V. Westlicher Strebepfeiler der Chorsüdwand, Stirnseite.

F. Kapitalis, 1604.

  1. 1604 / P N [.] / CHRISTOFFEL / HERDLEIN

G. Gotische Kursive, 16. / A. 17. Jh.

  1. Hạ[.]ṣ Ḷang[.]g̣[.]ḷạ[– – –]

H. Kapitalis, 1619.

  1. C H 1619

J. Ziffern, eingehauen, 16. Jh. (?).

  1. 5163

K. Minuskel, eingeritzt, 2. H. 16. / 17. Jh.

  1. I · Ḥaṣẓẉọḷf̣

VI. Westlicher Strebepfeiler der Chorsüdwand, Westseite.

L. Gotische Kursive, 16. Jh. (?).

  1. Ṣc̣h[. .]ffẹ[– – –]

M. Gotische Kursive, eingehauen, 16. Jh. (?).

  1. Ḍ[. . .]ada

VII. Treppenturm der Chorsüdwand, Südostseite.

N. Kapitalis, 1606.

  1. BE Ṭ 1606

O. Kapitalis, 164(.).

  1. HK / 164[.]4)

P. Kapitalis, eingehauen, 1661.

  1. HK 16615)

Q. Kapitalis, eingehauen, 1776.

  1. MARTIN GRIM MAVERER/GESEL · VON RÖTINGEN / 1776

VIII. Treppenturm der Chorsüdwand, Südseite.

R. Gotische Kursive, 2. H. 16. / 1. H. 17. Jh.

  1. Steffanusz Ṣạll[. .]g̣ẹr

Kommentar

Vereinzelt noch sichtbare Pilger- und Wallfahrtssymbole lassen darauf schließen, daß zumindest die älteren Graffiti von Wallfahrern angebracht wurden. Die meisten – teilweise – erhaltenen Verewigungen stammen freilich erst aus nachreformatorischer Zeit; es scheint sich dabei, wie in Laudenbach (vgl. nr. 40), vorwiegend um Kritzeleien von Handwerkern zu handeln.

Textkritischer Apparat

  1. N spiegelverkehrt; D in Unzialform, spitzoval; R als Frakturversal.

Anmerkungen

  1. Eingehauene Inschriften werden in der Folge als solche gekennzeichnet; fehlt der Hinweis auf die Ausführungstechnik, handelt es sich um Rötelinschriften.
  2. Darunter einige Pilgerzeichen, unter anderem eine kreuzbesetzte Weltkugel, ein Pilgerstab und ein schräggelegter Schlüssel, ferner ein Wappenschild mit unkenntlichem Bild (senkrecht gestellter Fisch?).
  3. Vgl. den Eintrag (B); derselbe Name?
  4. Darunter zwei nicht mehr erkennbare gekreuzte Gegenstände, vielleicht Schlüssel und Hammer, vgl. Eintrag (P).
  5. Darunter Schlüssel und Hammer schräggekreuzt, vgl. Eintrag (O).

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 167 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di054h014k0016704.