Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 133 Niederstetten, ev. Pfarrkirche (St. Jakob) 1529

Beschreibung

Epitaph der Ursula von Rosenberg geb. von Hutten. Innen an der Nordwand, 9. Stein von Osten. Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein, mit weit vorspringendem Standsockel für die vollrunde Figur der Verstorbenen. Die Frau, gekleidet in ein langes faltenreiches Gewand und Haube mit Kinnbinde, steht, leicht nach links gewendet, betend auf einem am Boden kauernden Hund; in den beiden oberen Ecken und beiderseits unter Kniehöhe vier Ahnenwappen in hohem Relief. Die eingehauene Sterbeinschrift läuft zwischen Ritzlinien um und wird durch den Kopf der Figur, durch die vier Wappen und durch den Standsockel mehrfach unterbrochen. Untere Hälfte der Platte durch aufsteigende Feuchtigkeit stark beschädigt, die Inschrift in der Mitte der rechten Schriftleiste weitgehend zerstört. Reste farbiger Fassung.

Maße: H. 194,5, B. 100,5, Bu. 3,3–4,2 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. ANNO // D(OMI)NI / 1529 VN(D) I(M) 19 TAG DES (SEPTEM)ḄẸṚa) [STAR]Ḅ [– – –]E // [.]N TVGE(N)TS/A(M) FRAVb) / VRSVLA // VO(N) ROSE(N)[B]Ẹ[R]G̣K EIN GEBORNE VO(N) HVTEN GOT GENAD VNSc)

Wappen:
HuttenSpeth
RechbergSpeth.

Kommentar

Die nicht sonderlich gleichmäßig mit schwankender Zeilenhöhe gehauene Kapitalis verwendet durchweg spiegelverkehrtes N und auffällig schmale A, E und T. Lediglich das A am Beginn der Inschrift ist breiter und trägt einen Deckbalken. Kreisrundes O, D, G sowie gelegentlich H und N haben quadratische Proportionen. Die senkrechte Cauda des G ist waagerecht nach innen umgeknickt; F hat einen s-förmig geschwungenen Schaft.

Ursula von Hutten war eine Tochter Ludwigs von Hutten zu Frankenberg und der Margareta Speth von Zwiefalten1. Ihr Mann war Zeisolf von Rosenberg († 1543), dessen Epitaph sich ebenfalls in der Niederstettener Pfarrkirche befindet (nr. 134).

Textkritischer Apparat

  1. Lesung der Ziffer 7 unsicher.
  2. Über dem V ein überflüssiger Kürzungsstrich.
  3. Der größte Teil des S durch Wappenschild verdeckt.

Anmerkungen

  1. Vgl. Biedermann, Ottenwald, tab. CCCCXII.

Nachweise

  1. Kdm. Jagstkreis I, 302 (nur erwähnt).
  2. Rapaschinski 2 nr. 4.
  3. Koch, St. Jakob 429 (nur erwähnt).
  4. 650 Jahre Stadt Niederstetten 118 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 133 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0013308.