Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 76 Markelsheim (Stadt Bad Mergentheim), Glockenturm 1494

Beschreibung

Wappentafel des Deutschmeisters Andreas von Grumbach mit Bauzahl. Außen an der Westseite unter dem Fenster des dritten Geschosses eingemauert. Quadratische Tafel mit wuchtigem überstabtem Rahmen, dessen obere Leiste sich im Gesims fortsetzt, das zwischen dem zweiten und dritten Turmgeschoß umläuft; im Feld Wappen in Relief. Unter der Tafel querrechteckige Platte mit 2zeilig eingehauener Inschrift. Roter Sandstein.

Maße: H. (Wappentafel) ca. 100, B. ca. 100, H. (Inschriftstein) ca. 15, B. ca. 70, Bu. ca. 5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versal.

  1. Anno · d(omi)ni · m · cccc · / lxxxxiiiia)

Wappen:
Deutscher Orden/Grumbach1.

Kommentar

Der Versal – ein ausgesprochen breites kapitales A mit beidseitig weit überstehendem Deckbalken und geknicktem Mittelbalken – überragt kaum den Mittellängenbereich der Minuskel. Als Worttrenner dienen oben und unten mit Zierhäkchen besetzte Quadrangeln. Runder i-Punkt ist konsequent gesetzt.

Der freistehende Glockenturm auf dem Engelberg gehört zur östlich gelegenen, ursprünglich romanischen Margaretenkapelle2. (Neu?) errichtet wurde er nach Aussage der Inschrift und des Wappens 1494 im Auftrag des Deutschmeisters Andreas von Grumbach (1489–99). Der Deutsche Orden war ab 1411 unumstrittener Ortsherr von Markelsheim, das zum Amt Neuhaus gehörte.

Textkritischer Apparat

  1. Danach zweite Hälfte der Zeile freigeblieben.

Anmerkungen

  1. Durch schmales Kreuz quadriert: 1/4. Deutscher Orden, 2/3. Grumbach (der Mohr hier nach rechts schreitend und geharnischt).
  2. Beide Gebäude vielleicht ursprünglich Teil einer Burg des Ortsadels; vgl. Karl Schumacher, Die Lage der Beguinenklausen bei Mergentheim, in: Mergenth. Heimatbll. 3 (1933) Nr. 6.

Nachweise

  1. StAL, JL 425 Bd. 22 (Slg. Breitenbach) Nr. 23.
  2. OAB Mergentheim 622.
  3. Keppler 228 (nur erwähnt).

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 76 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0007608.