Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 66 Bad Mergentheim, Johanniterhof 1484

Beschreibung

Bogenscheitelstein mit Bauzahl. Als Spolie vermauert im Südflügel des 1978–86 durchgreifend umgestalteten Baukomplexes; auf der Hofseite, links neben der Durchfahrt. Breiter Bogenstein aus Muschelkalk. Parallel zum Bogenrücken eingeritzte Rahmenlinie, darunter die mit flacher trapezförmiger Kerbe eingehauene Jahreszahl; die als Zifferntrenner fungierenden Quadrangeln sind ebenfalls nur flach eingetieft.

Maße: H. 32, B. 77, Zi. 7,5–9,3 cm.

  1. · 1 · 4 · 8 · 4 ·

Kommentar

Die Vier ist schlingenförmig. Das linke Schlingenende reicht weit unter die Grundlinie, während das rechte nach oben gebogen ist und sich zu einem breiten Dreieck verdickt.

Der Johanniterhof befand sich bis zum Abzug des Ordens aus Mergentheim 1554 in dessen Besitz und wurde dann zusammen mit allen übrigen Besitzungen an den Deutschen Orden verkauft. Welche Baumaßnahme mit der Jahreszahl dokumentiert wurde, läßt sich nicht mehr erschließen1, zumal der ursprüngliche Standort des Portal(?)bogens nicht bekannt ist. Die Liste der Mergentheimer Komture ist lückenhaft, so daß sich der 1484 amtierende Komtur nicht sicher bestimmen läßt. Von 1455 bis 1473 war Friedrich Fetzer von Geispitzheim im Amt. Ob der 1495 urkundlich bezeugte Wiprecht von Münchingen sein direkter Nachfolger war, ist unklar2.

Anmerkungen

  1. Unergiebig in diesem Zusammenhang: H. B[auer], Die Johanniter-Kommende zu Mergentheim. 1207–1554, in: Wirt. Franken 8 (1868–70) 268–287.
  2. Vgl. Walter Gerd Rödel, Das Großpriorat Deutschland des Johanniter-Ordens im Übergang vom Mittelalter zur Reformation an Hand der Generalvisitationsberichte von 1494/95 und 1540/41, Diss. Köln 1966, 160f.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 66 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0006602.