Inschriftenkatalog: Lüneburger Klöster

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 76: Lüneburger Klöster (2009)

Nr. 25† Kloster Medingen 1380

Beschreibung

Grabplatte des Propstes Johannes Ostermann. Die Grabplatte lag im Chor der alten Kirche zwischen Taufstein und Altar. Im Innenfeld war der Verstorbene dargestellt, die Inschrift verlief um den Stein.1)

Inschrift nach Büttner.

  1. Anno . D(omi)ni . M . CCC . LXXX . feria . tertia . pasche a) 2) . o(biit) . honorabilis . Vir . D(omi)n(u)s . Johannes . Osterman . hujus . monasterii . P(rae)p(osi)t(us) . cujus . anima . requiescat . in . pace b)

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1380 am Dienstag nach dem Osterfest starb der ehrwürdige Mann Herr Johannes Ostermann, Propst dieses Klosters. Seine Seele ruhe in Frieden.

Kommentar

Johannes Ostermann amtierte in den Jahren 1363 bis 1380 als Propst des Klosters Medingen. Inwieweit die Schilderung Lyßmanns über die dem Kloster Medingen zugefügten Schäden durch den Lüneburger Erbfolgekrieg, die dem Propst seine Amtszeit erschwert hätten, den Tatsachen entsprechen oder nur die üblichen Topoi aus Kriegszeiten darstellen, läßt sich nicht feststellen.3) Urkundlich sind keine Beeinträchtigungen des Klosters durch den Erbfolgekrieg nachzuweisen. Kurz vor seinem Tod errichtete Ostermann am 11. Februar 1380 eine Memorienstiftung in Höhe von 170 Mark, deren Erträge dem Kloster Medingen zugute kommen sollten.4)

Textkritischer Apparat

  1. festo . pasche Lyßmann.
  2. in . pace . fehlt bei Lyßmann.

Anmerkungen

  1. Vgl. den Lageplan bei Gebhardi, Collectanea, Bd. 7 (MS XXIII, 855), p. 626, Nr. 43. Die Zeichnung der Grabplatte läßt ungefähr deren Gestaltung erkennen.
  2. 27. März.
  3. Lyßmann, Medingen, S. 35–38.
  4. UB Medingen, Nr. 374.

Nachweise

  1. Büttner, Diplomatarium, fol. 4r.
  2. Lyßmann, Medingen, S. 38.

Zitierhinweis:
DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 25† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0002502.