Inschriftenkatalog: Landkreis Weissenfels

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 62: Weißenfels (Landkreis) (2005)

Nr. 156† Plennschütz, Kirche 1571

Beschreibung

Name und Jahreszahl am heute verlorenen „Altar“ der Kirche zu Plennschütz. Schriftform und Art der Ausführung unbekannt.

Nach Büttner.

  1. Tilo von Seebach A(nno) 1571.

Kommentar

Büttner vermerkt, daß zur Zeit der Patronatsherrn „Tilemann“ von Seebach1) und des Pfarrers Magister Alexius Blume der Altar „neue gemacht“ worden sei. Möglicherweise handelte es sich um ein neues Altarretabel ähnlich dem in Burgwerben.2) Alexius Blume war seit 1555 Pfarrer in Plennschütz und soll 1578 „propter Neomanichaeismum“ nach Untergreißlau versetzt worden sein, wo er bis zu seiner Amtsenthebung (oder seinem Amtsverzicht?) 1593 wirkte.3) Anderen Autoren zufolge soll er von 1578 bis zu seinem Tode 1611 kein kirchliches Amt mehr wahrgenommen haben.4) Blume ist wahrscheinlich ein Anhänger des protestantischen Theologen Matthias Flacius (1520–1575) gewesen, der hinsichtlich der Erbsünde und anderer theologischer Streitfragen eigenwillige Positionen vertrat und deshalb manichäistischer Anschauungen bezichtigt wurde. Trotz zunehmender Isolierung im Kreise der Theologen hatte Flacius viele Anhänger, insbesondere im nahegelegenen Mansfelder Land.5)

Anmerkungen

  1. Zur Biographie vgl. Nr. 176.
  2. Vgl. Nr. 175.
  3. Dietmann 3, 1754, S. 1043, 1047; Heydenreich 1840, S. 365.
  4. Büttner, Teil 1, S. 423; Vulpius, Teil 1, S. 405.
  5. Zedler 19, 1739, Sp. 964 (s. v. Manichäer); ADB 7, 1878, S. 88–101, insbes. 99 f.; NDB 5, 1971, S. 220–222; Greschat 6, 1984, S. 284–289.

Nachweise

  1. Büttner, Teil 1, S. 422 f.

Zitierhinweis:
DI 62, Weißenfels (Landkreis), Nr. 156† (Franz Jäger), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di062l001k0015607.