Inschriftenkatalog: Landkreis Weissenfels

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 62: Weißenfels (Landkreis) (2005)

Nr. 85† Grunau, Kirche † 1507

Beschreibung

Glocke mit Jahresangabe, Gebet, Glockennamen und Nomen sacrum, schon vor 1840 gesprungen,1) 1850 umgegossen und 1917 zur Kriegsverwendung requiriert.2) Die Art der Schriftausführung nicht überliefert.

Nach BKD Prov. Sachsen 3.

Maße: D.: 130 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. + anno dom(in)i mo ccccco viio o rex glorie veni cu(m) pace osanna ihe(su)s

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1507. O König der Herrlichkeit, komme mit Frieden. Osanna Jesus.

Kommentar

Nur die zweite Kürzung ist durch einen überschriebenen Strich gekennzeichnet.

Die historische Aktennotiz belegt, daß die Glocke schon bei der vermeintlichen Erstinventarisierung durch Gustav Sommer 1867 nicht mehr existierte und alle jüngeren Nachrichten über diese und eine zweite spätmittelalterliche Glocke3) auf die Mitteilungen Heydenreichs von 1840 zurückzuführen sind. Den Akten zufolge scheint sie auch nicht die mittlere, wie BKD Prov. Sachsen 3 schreibt, sondern die größte Glocke gewesen zu sein (Gewicht: 25 Zentner, 14½ Pfund).4) Das Gebet und der Glockenname sind häufig anzutreffen.5)

Anmerkungen

  1. Heydenreich 1840, S. 243.
  2. Notiz im Kirchenarchiv Grunau V/A/9 (1877–1907). Kirche und Ort wurden 1996–1998 in Vorbereitung des Braunkohleabbaus devastiert (freundliche Mitteilung von Herrn Andreas Ose, Zeitz).
  3. Vgl. Nr. 54.
  4. BKD Prov. Sachsen 3, S. 20; Notiz im Kirchenarchiv Grunau (wie Anm. 2). Als größte Glocke auch bei Heydenreich 1840, S. 243 erwähnt.
  5. Zu den Texten vgl. Nr. 9.

Nachweise

  1. Heydenreich 1840, S. 243.
  2. Sommer 1867, S. 321.
  3. BKD Prov. Sachsen 3, S. 20.

Zitierhinweis:
DI 62, Weißenfels (Landkreis), Nr. 85† (Franz Jäger), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di062l001k0008503.