Inschriftenkatalog: Landkreis Northeim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 96: Lkr. Northeim (2016)

Nr. 8† Fredelsloh, Klosterkirche St. Blasius u. Maria 1291?

Beschreibung

Glocke. Letzner zufolge die älteste Glocke der Klosterkirche. Nach Domeiers Angabe war die Glocke in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts noch vorhanden; er gab den Text aber vermutlich nach Letzner wieder.1) Both zufolge wies 1862 die mittlere von drei Glocken die von Letzner und Domeier genannte, vermutlich unvollständig gelesene Inschrift in einer längeren Form auf. 1863 wurde die Glocke, obwohl noch intakt, zusammen mit zwei gesprungenen Glocken eingeschmolzen und zu einem neuen Geläut von zwei Glocken umgearbeitet.2)

Inschrift nach Both.

  1. Ave Maria gratia plena dominus tecuma)3)

Übersetzung:

Sei gegrüßt Maria, voller Gnade, der Herr ist mit dir.

Kommentar

Letzner führt neben dieser eine größere Glocke von 1291 an, die nach dem Brand der Klosterkirche von 1289 gegossen wurde; vgl. Nr. 7. Die vorliegende wurde vermutlich ebenfalls nach der Brandkatastrophe gegossen und war daher, anders als Letzner annahm, nicht älter als die von 1291.

Das Mariengebet nach Lc. 1,28 fand seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Glockeninschrift Verwendung.4) Vgl. Nr. 9 u. 23.

Textkritischer Apparat

  1. dominus tecum] Nur Both.

Anmerkungen

  1. Letzner, Dasselische Chronik, 7. Buch, fol. 131v. Domeier, Moringen2, S. 185.
  2. Both, 850 Jahre Fredelsloh, S. 132f.
  3. Mariengebet nach Lc. 1,28.
  4. Vgl. Walter, Glockenkunde, S. 174–176. Schilling, Glocken, S. 133–136, 142, 144, 148.

Nachweise

  1. Both, 850 Jahre Fredelsloh, S. 132.
  2. Letzner, Dasselische Chronik, 7. Buch, fol. 131v.
  3. Domeier, Moringen1, S. 160.
  4. Domeier, Moringen2, S. 185.

Zitierhinweis:
DI 96, Lkr. Northeim, Nr. 8† (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di096g017k0000802.