Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 125† Marbach am Neckar, ev. Pfarrkirche St. Alexander 1482

Beschreibung

Grabplatte des Johannes Muor (Murr). Bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1928 aus dem Fußboden gehoben, seitdem verschollen. Der rechteckige Stein trug eine umlaufende Randinschrift. Er war in zwei Teile zerbrochen, die nicht genau aneinander paßten. Der Abschreiber war sich deshalb nicht sicher, ob entlang der Bruchstelle einzelne Fragmente fehlten, oder ob es sich um Teile von zwei verschiedenen Steinen handelte.

Zitiert nach Fiechter.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. [anno domini] M cccc lxxxy / feria [qui]a)nta post egidii obyt · d(omi)n(u)s · johannes · muorb) · / capellanus · et ·/ h(uius) · altaris sanctorum apostolorum fu[it]a)

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1482, am Donnerstag nach St. Ägidius (5. September) starb Herr Johannes Muor, Kaplan und (Vikar?) des hiesigen Altars der heiligen Apostel.

Kommentar

Hans Murr, Kaplan zu Marbach, erhält 1464 und 1466 zwölf Esslinger Eimer Wein als Leibgeding von der württembergischen Kanzlei.1 Bei dem genannten Apostelaltar könnte es sich um die Peter-und-Pauls-Pfründe handeln, die im Jahre 1463 von den Kaplänen Heinrich und Johannes Kes gestiftet wurde, und die deshalb auch ‚Keserspfründe’ hieß.2

Textkritischer Apparat

  1. Bruchstelle.
  2. o hochgesetzt über u.

Anmerkungen

  1. WürttReg. nr. 2902.
  2. Ebd. nrr. 1512, 1683. – Vgl. nr. 107.

Nachweise

  1. Fiechter, Grabungsakten der Alexanderkirche, Nr. 23.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 125† (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di025h009k0012501.