Inschriftenkatalog: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 91: Hersfeld-Rotenburg (2015)

Nr. 305 Niederellenbach (Alheim), Kirchhof 1615

Beschreibung

Grabstein eines H Lins (Leimbach?), in die östliche Innenwand der Kirchhofmauer eingelassen und mit moderner Metallklammer gesichert.1) Die Platte aus grobkörnigem hellgelbem Sandstein zeigt in einem von Schuppenpilastern flankierten Feld ein mit Beschlagwerk umrandetes Medaillon, in das eine fünfzeilige Inschrift geschrieben ist; die Zeilen laufen leicht schräg nach rechts oben. Oben erkennt man noch Reste von Kordelwerk und schlichtem Rahmen. Rundherum stark abgewittert und durch Moos entstellt, links ein Dreieck ausgeschnitten. Die Rückseite konnte nicht geprüft werden; schon Schmidt sah 2010 nur die heutige Anbringungsweise. Als Trenner dienen Doppelpunkte unklaren Zuschnitts.

Maße: H. 43, B. 37, Bu. 1,7–2,1 cm.

Schriftart(en): Kapitalis und Minuskel, ggf. sogar Frakturversalien.

© Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Rüdiger Fuchs) [1/2]

  1. 1615 / H LINS ∙ BeC[..]/er ∙ [.]EIM[go..=]/per ∙ Ge[..]/deN ∙ H[.]a)

Kommentar

Das Denkmal gleicht dem Heinebacher aus dem folgenden Jahr (Nr. 306), doch konnte nicht festgestellt werden, ob hier wie bei jenem Stein auch die andere Seite gestaltet ist. Die Inschrift im Medaillon spricht dagegen, da die Rückseite dem Text vorbehalten war; bei dem möglicherweise doch etwas älteren Stein von Oberellenbach (Nr. 324) steht der Text jedoch zwischen den Schuppenpilastern – offenbar gab es kein verbindliches Modell.

Die Beschädigungen der Oberfläche und die Schriftmischung entziehen den Text einer schlüssigen Lesung. Vermutlich ist der Name als Hans Leimbach zu deuten, da dieser Familienname in dem 1658 beginnenden Kirchenbuch von Braach, wohin Niederellenbach damals gepfarrt war, in den 1660er Jahren mehrfach vorkommt.

Das Beschlagwerk und das Zeichen am Ende des Textes sichern den mit dem Stein von 1616 identischen Hersteller (Nr. 306).

Textkritischer Apparat

  1. Zeichen wie auf dem verwandten Heinebacher Stein (Nr. 306), vgl. Anhang Nr. 16.

Anmerkungen

  1. Die Kenntnis der Platte wird Herrn Prof. Dr. Friedrich Karl Azzola, Trebur, ein erstes Foto Herrn Andreas Schmidt, Wettenberg, verdankt.

Zitierhinweis:
DI 91, Hersfeld-Rotenburg, Nr. 305 (Sebastian Scholz und Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di091mz14k0030508.