Inschriftenkatalog: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 91: Hersfeld-Rotenburg (2015)

Nr. 245† Asmushausen (Bebra), Kirchhof 1597

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Grabsteinkreuz für Paul Pippart, im Jahr 1947 bei Aufräumarbeiten auf dem Bergkirchhof gefunden. Das Kreuz aus rotem Sandstein ging irgendwann verloren und ist nur noch durch eine Skizze von 1962 bekannt, die ein gewisser Herr Eichhorn anfertigte. Es ist mit vier sehr ungleichmäßig verteilten Zeilen beschrieben und unten schräg angeschnitten.

Nach Foto bei Seib, Skizze von Eichhorn.

Maße: H. ca. 30 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. 15 / PAVL BIPA/RTa) / 97

Kommentar

Zweifelhaft ist an der Skizze nur die letzte Ziffer, die nicht, wie es in der Zeit üblich wäre, aus einem mehr oder weniger waagrechten Balken und einem rechtsschrägen Schaft besteht, sondern aus einem Haken und einem nach rechts offenen Bogen. Eigentümlicherweise ist das eine Variante der 7 im ausgehenden 17. und 18. Jahrhundert; die Ziffer 5 ist aber eindeutig.

In der Schreibweise Pippart bzw. Pippert (und ähnlich) ist der Familienname im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und im Werra-Meißner-Kreis belegt, sogar 1610 mit dem Müller Hans Pippart in Ulfen (heute Stadt Sontra) nicht weit von Asmushausen.1) Die knappe Information dieses und eines wenig jüngeren (?) Steins (Nr. 263) legt die Vermutung nahe, beide seien für jung verstorbene Brüder gestellt worden.2)

Textkritischer Apparat

  1. Die beiden letzten Buchstaben des Namens auf dem rechten (!) Kreuzarm.

Anmerkungen

  1. HStA Marburg, Best. 17 I, Nr. 1507; vgl. auch Rund um den Alheimer 2 (1980) 52 ff. zur Herberge einer Familie Pippart in Ulfen. Weitere Belege im Umfeld in Rechnungen des Amtes Rotenburg 87, 89, 98, 101, 120, 138, 146, 150, 157, darunter 87 (1745) zu Asmushausen.
  2. Diese Vermutung schon bei Seib.

Nachweise

  1. Seib, Grab-Kreuzsteine 43 mit Abb. der Skizze.
Addenda & Corrigenda (Stand: 20. Juli 2022):

Hinweis zum Kommentar: Die Variante der 7 mit nach links durchgebogenem Schaft (rechts offen) gibt es auch 1579 (Nr. 194) und 1587 (Nr. 212).

Zitierhinweis:
DI 91, Hersfeld-Rotenburg, Nr. 245† (Sebastian Scholz und Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di091mz14k0024503.