Inschriftenkatalog: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 91: Hersfeld-Rotenburg (2015)

Nr. 241 Wehrda (Haunetal), Evangelische Kirche 1596

Beschreibung

Epitaph des Jörg (Georg) von Trümbach. Das Denkmal aus farbig gefaßtem Sandstein, dessen Gestaltung an die Formen einer Ädikula angelehnt ist, befindet sich an der Westwand des Chors. In der Rundbogennische steht der barhäuptige, gerüstete Ritter, dessen linke Hand an der Hüfte liegt, während die rechte einen Streithammer hält. Links und rechts neben dem Kopf sind zwei geflügelte Puttenköpfe angebracht. Der Helm liegt neben dem linken Bein. Die flankierenden Pilaster tragen jeweils zwei Vollwappen mit Wappenbeischriften (W). Darunter sind Waffen, Rüstungsteile sowie Fruchtgehänge dargestellt. Die durch Gebälk von der Rundbogennische abgesetzte Rechtecknische, die an den Seiten Rollwerk umgibt, enthält die Grabinschrift (A), während der abschließende Rundgiebel mit dem Bibelzitat (B) versehen ist. Die Farbfassung ist modern.

Maße: H. ca. 340, B. 155, Bu. 3,5 (A, B), 1,8 (W) cm.

Schriftart(en): Fraktur, Kapitalis.

© Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Brunhild Escherich) [1/6]

  1. A

    Anno 1596. den 25 / (NOVEM)BRISa) donnerstags vorm / Aduent zu mittag zwischen / 11 vnd 12 vhr ist in Gott ver/schieden der Edle vndt E(rnvest) / Iörg von Truembach dem / Gott gnedig sein wölle. / Amen ∙

  2. B

    HIOB 19. / Ich weys das mein Er/löser lebet vnd er wirdt mich / hernach aus der erden Aufferweck(en)1)

  3. W

    TRVEMBACH HVTTEN 
    HVNDELSHAVSEN BAINEBVRGK 

Wappen:
TrümbachHutten zu Steckelberg2)
HundelshausenBoineburg

Kommentar

Jörg entstammte der Ehe eines von Trümbach mit einer von Hutten (zu Steckelberg), die in den Stammtafeln nicht vermerkt wird. Er soll laut Biedermann als kurpfälzischer Rittmeister gedient haben und war mit Margarethe Töpfer verheiratet (Nr. 249).3) Seine Grabplatte blieb ebenfalls erhalten (vorangehende Nr.).

Textkritischer Apparat

  1. Kürzung 9BRIS.

Anmerkungen

  1. Ijob 19,25.
  2. Anders als bei der Grabplatte hier nicht gewendet, nämlich zwei Schräglinksbalken wie Siebmacher I, Taf. 100 und Siebmacher, Bayern 41 mit Taf. 39, die Linie anhand des offenen Fluges erkennbar.
  3. Biedermann, Geschlechtsreg. Rhön und Werra, Taf. CCCLI, der als Jörgs Eltern fälschlich Lucas von Trümbach und Clara Schenkin von Schweinsberg nennt (vgl. zu ihnen Nrr. 172 f.), die Ehe mit Margarethe Töpfer aber richtig angibt. Auch für die übrigen Verbindungen der Ahnenprobe gibt es bisher keine weiteren Belege. Die väterlichen Wappen verweisen auf Albert (Albrecht) von Trümbach (Nr. 153).

Nachweise

  1. Sturm, Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes II 436.
  2. „Georg (Jörg) von Trümbach (Epitaph) 1596, Wehrda“, in: Grabdenkmäler <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1042> (Stand: 29. 11. 2006, Bearb. Andreas Schmidt, HLGL).

Zitierhinweis:
DI 91, Hersfeld-Rotenburg, Nr. 241 (Sebastian Scholz und Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di091mz14k0024107.