Inschriftenkatalog: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 91: Hersfeld-Rotenburg (2015)

Nr. 211(†) Bad Hersfeld, Schloß Eichhof und Museum 1586, 1592, 1606

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Gedenkinschriften auf Bildern der Hersfelder Äbte, die sich wenigstens teilweise in der nordwestlichen Eckbastion im Eichhof befanden. Die Abtsbilder wurden ergänzt durch Bildnisse Pippins, Karls des Großen, Bonifatius’ und Sturms. Bis auf das Bildnis Luls (D, E), das heute im Museum hängt, gingen die übrigen Bilder verloren. Seit kurzem weiß man, daß dieses Bild auf unbekanntem Weg über das Rathaus von Hersfeld, wo Demme es vor 1891 sah, zu unbekanntem Zeitpunkt in das Hersfelder Museum gelangte (Inventarnummer S 89/109, aus einer Nachinventarisierung, alte Inventarnummer 44/35). Während die übrigen Bildnisse wohl in den Wirren des Jahres 1827 verschwanden, wurde das Bild Luls 1810 von dem geistlichen Inspektor Dr. Schüler einem Rekonvaleszenten des im Eichhof installierten Lazaretts abgekauft. In jenem Jahr 1827 erfuhr der Geschichtsschreiber Hessens, Dietrich Christoph von Rommel, eher zufällig von unter seinem Namen getätigten Entfremdungen der Bilder und forderte Aufklärung durch die Kreisbehörden. Die eher lässig betriebenen Nachforschungen ergaben einen Totalverlust und undurchsichtige Schuldzuweisungen. Rommel fielen zwar noch einige stark beschädigte Bilder in die Hände, doch gingen auch sie irgendwann verloren.1)

Die unter den Bildern angebrachten Beischriften sind sowohl in der Handschrift H 162 von 1586 im Hessischen Staatsarchiv Marburg als auch bei Winkelmann überliefert, der im Gegensatz zur Handschrift auch die Bildbeischriften für die letzten beiden Äbte bietet. Die Handschrift bildete möglicherweise die Vorlage für die Ausführung der Inschriften der ursprünglichen Abtsreihe. Auf Blatt 1r enthält sie den Vermerk: „Nomina Abbatum Regalis et Exemptae Ecclesiae Hersfeldensis tam Comitum, Baronum, Nobilium et plebeiorum. Mihi missum a Magistro Bertholdo Morhardo Consiliario Hersffeldensi 23 Maii Anno 86.“ („Namen der Äbte der königlichen und exemten Kirche von Hersfeld und zwar der Grafen, Freiherrn, Adeligen und Bürgerlichen. Mir übersandt vom Magister Berthold Morhard, Hersfeldischer Rat, am 23. Mai im Jahr 86“). Die Texte der Handschrift wurden aber nicht in allen Fällen übernommen. Manche Beischriften wurden geringfügig, einige aber stark verändert oder neu geschrieben, wie die Inschriften für Michael Landgraf und Ludwig Landau. Nicht immer scheint die Umsetzung – oder nur Winkelmanns Abschrift? – geglückt zu sein, da die Handschrift teils plausiblere Texte bietet, wie etwa bei den Äbten Ludwig Vizthum von Eckstädt (GGG) und Crato Melles (LLL). Zudem wurde die Inschrift für einen Haymo weggelassen, den die Handschrift zwischen Buno und Brunward aufführt. Haymo läßt sich tatsächlich nicht als Abt von Hersfeld nachweisen. Da Winkelmann die Inschriften direkt von den Bildern übernahm, folgt die Edition seiner Überlieferung. Das gilt auch für die Reihenfolge der Bilder, die etwas von der Handschrift abweicht.1a)

Schwierig ist die Entscheidung hinsichtlich der Abtsnamen. Bei dem erhaltenen Gemälde Luls steht neben seinem „Bildnis“ der Name (D). Die Handschrift vermerkt die Namen der Äbte als Überschrift zu den Versen und setzt ab Abt Friedrich meistens das Todesdatum hinzu. Winkelmann hat die Namen der Äbte im Haupttext nicht verzeichnet, sondern sie am Rande der Seiten mit dem Todesjahr und in manchen Fällen mit weiteren Bemerkungen notiert. Da es naheliegend erscheint, daß die Namen der Äbte wie im Falle Luls für die eindeutige Identifizierung auf dem Bild standen, wurden sie nach der Handschrift für die Edition berücksichtigt. – Die Siglen folgen hier abweichend von den Richtlinien dem alphabetischen Prinzip.

© Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Brunhild Escherich) [1/2]

Nach Winkelmann (außer D, E) und HStA Marburg, H 162 (außer OOO und PPP), Schlegel vermerkt, aber nicht konsequent kollationiert.

Beschreibung

Bild Pippins. {Schlegel, Abbatia, fol. 11r}

  1. A†

    Pippinus Munere Pipini cui Francica paruit ora, Quique tibi genitor Carole magne fuit, Imperii decorata notis felicibus urbs est, Cui nomen campus fecit Herolfe tuus.

Übersetzung:

Durch das Geschenk Pippins, dem das Frankenland gehorcht und der dein Vater, großer Karl, gewesen ist, ist durch glückliche Zeichen der Herrschaft die Stadt geschmückt worden, der dein Feld, Herolf, den Namen gab.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Eine Schenkung Pippins an Hersfeld ist sonst nicht belegt.

Beschreibung

Bild Karls des Großen. {Schlegel, Abbatia, fol. 11r}

  1. B†

    Carolus Magnus Carolus illustria) patre maior, fortibus ausis Maior avoa), magni nomen et omen habet, Qui, quod dona sui genitoris honoribus auxit, Hac oris forma conspiciendus adest.

Übersetzung:

Karl, bedeutender als der berühmte Vater, durch die tapferen Wagnisse bedeutender als der Großvater, hat er den Namen und die Bedeutung des Großen, der, weil er die Geschenke seines Vaters durch Ehrenbezeigungen vermehrt hat, hier in der Gestalt seines Gesichtes angeschaut werden kann.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Lul hatte Hersfeld 775 an Karl den Großen übertragen, der das Kloster in seinen Schutz nahm, ihm Immunität, also die Befreiung von der gräflichen und die Einschränkung der bischöflichen Gewalt über das Kloster gewährte und ihm freie Abtswahl zusicherte. Damit war Hersfeld zur Reichsabtei geworden.2)

Beschreibung

Bild des Winfried Bonifatius. {Schlegel, Abbatia, nicht gefunden, ders., Abbatia (Hs. Gießen) 44}

  1. C†

    Sanctus Bonifatius Cum Wunefride tuo sit tellus aere redemta,b) Huius quae sacrae sustinet aedis onus, Fas est te primos inter numerare patronos, Quorum tam praestans dextera iuvit opus.

Übersetzung:

Weil, Winfried, die Erde von deinem Geld gekauft worden ist, welche die Last dieses heiligen Hauses trägt, ist es richtig, dich unter die ersten Patrone zu zählen, deren Rechte das vortreffliche Werk so unterstützt hat.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

In den älteren Quellen wird nirgends erwähnt, daß Bonifatius das Land, auf dem das Kloster Hersfeld errichtet wurde, gekauft habe. Auf welche Tradition der Verfasser der Inschrift hier zurückgreift, ist unklar. Ob das Land, auf dem Sturm mit seinen Gefährten zunächst siedelte und seine Einsiedelei errichtete, ihm von einem Eigentümer geschenkt wurde, wie es naheliegen würde, scheint doch zweifelhaft, denn Sturms Vita bringt des Bonifatius ersten Auftrag, einen Ort für die Gottesdiener zu suchen, mit „desertum“ in Verbindung.3)

Bildnis des Abtes und Bischofs Lul (Nr. 1). Das einzige erhaltene Bild der Reihe4) zeigt den jugendlich wirkenden Lul nicht als Abt, sondern in Halbfigur als Bischof mit Mitra und Stab in prächtiger liturgischer Gewandung, in einem Pluviale mit opulentem Dekor und aufwendiger Schließe. Der Pannisellus am Stab unterscheidet die Figur nicht zwingend von einem infulierten Abt, das tut aber der Text. Trotzdem könnte hier der Abt Lul zu sehen sein, da das Bild Abt Sturms in den Fuldaer Kopien höchst ähnliche, aber weniger teure Gewandung zeigt. Inschrift (D) befindet sich am oberen Rand des Bildes rechts neben der Mitra, während Inschrift (E) in einem Schriftfeld unterhalb der Darstellung angebracht ist. Die Buchstaben sind in Gold auf schwarzen Grund gemalt. Als Satzzeichen dienen kommagleiche Zeichen auf der Grundlinie. Dieses ist das einzige Bild, dessen Inschrift Schlegel nicht aus Winkelmanns Überlieferung entnahm, sondern als „versus in Eichensi arce sub Lulli imagine legendos“ kennzeichnete.

Beschreibung

Bild Luls. {Schlegel, Abbatia, nicht gefunden; ders., Abbatia (Hs. Gießen) 49}

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. D

    LVLLVS

  2. E

    ANGLIA QVEM GENV(I)Tc), DOCV(I)Tc) VVNEFRID(VS) ET AEQVA, VRBS MOGANI VIDIT SCEPTRA TENERE MANV, HAC FACIE FVIT HOC HABITV CVM DVCERET AVRAS, FVNDATOR REGNI LVLLVS HEROLFE TVI

Übersetzung:

Diesen hat England hervorgebracht und Winfried hat ihn die rechten Dinge gelehrt. Die Stadt Mainz sah, daß er das Bischofszepter in der Hand hielt. Dieses Aussehen besaß er, als er in dieser Tracht sein Leben führte, Lul, der Gründer deiner Herrschaft, Herolf.5)

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Die Inschrift zeigt spitzes A, E und F mit sehr kurzem mittlerem Balken, M mit bis zur Mittellinie reichendem Mittelteil sowie R mit weit geschwungener Cauda. A, M, N und V sind mit ausgeprägter Linksschrägenverstärkung gebildet. Die Bögen sind uneinheitlich ausgeführt und zeigen nur selten eine echte Bogenverstärkung, kommen aber durchweg einem Kreisbogen nahe. Die Schaft-, Balken- und Bogenenden sind zum Teil mit kleinen strichförmigen Sporen, zum Teil aber auch mit dreieckigen Sporen versehen. Die Schrift entspricht so sehr dem Zeitüblichen, daß es kaum möglich sein wird, eine Werkstatt darin zu erkennen.

Beschreibung

Bild Sturms. {Schlegel, Abbatia, fol. 25r}

  1. F†

    Sturmius Prima monasterii postquam fundamina ponit, Lullus ei Sturmum praeficit arte parem. Hincd) abbas primus cognomine dicitur inter, Quos hic pictoris dexteritate vides.

Übersetzung:

Nachdem er das erste Fundament des Klosters gelegt hatte, hat ihm Lul den Sturm zum Leiter gegeben, der gleich an Geschick war. Hier wird er als erster Abt mit seinem Beinamen unter denen genannt, die du hier durch die Geschicklichkeit des Malers siehst.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Sturm (Sturmius) wurde in Fritzlar zum Kleriker ausgebildet und gründete nach den verschiedenen Überlieferungen 736, spätestens aber 738 zusammen mit zwei Gefährten auf dem Gelände des späteren Klosters Hersfeld eine kleine Mönchszelle.6) Im Jahr 744 verließ er Hersfeld auf Veranlassung des Bonifatius und gründete das Kloster Fulda.7) Sturm ist allerdings nie die Leitung Hersfelds von Lul übertragen worden, wie es die Inschrift suggeriert.

Beschreibung

Bild Abt Balthards. {Schlegel, Abbatia, fol. 26v}

  1. G†

    Balthardus Primus post Lullum Balthardus dicitur abbas, Qui vivo iunctus sorte laboris erat.e)

Übersetzung:

Als erster nach Lul wurde Balthardus Abt genannt, der ihm zu Lebzeiten durch die ihm zugefallene Mühe verbunden war.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Laut Lampert von Hersfeld folgte Balthard Lul nach dessen Tod 786 als Abt und starb 798.8) Da in einer Urkunde von 802 jedoch Richulf als Abt von Hersfeld bezeichnet wird, geht die Forschung davon aus, daß der Nachfolger Luls auf dem Mainzer Erzstuhl, Richulf, nach seiner Weihe zum Mainzer Erzbischof 787 von Karl dem Großen auch Hersfeld übertragen bekommen habe.9) Einen Beleg gibt es dafür allerdings nicht, wenngleich anfangs eine Art Personalunion von Erzstift und Abtei zu bestehen schien. Dem Verfasser der Tituli des späten 16. Jahrhunderts, dem hier gefolgt wird, galt jedenfalls Balthard als Nachfolger Luls, dem anderen Dichter galt er als Nachfolger Sturms.

Beschreibung

Bild Abt Bunos. {Schlegel, Abbatia, fol. 30r}

  1. H†

    Buno Hincf) Buno praeest et ab hospite caesare leges Imperii, per quas ius tueatur, habet.

Übersetzung:

Danach stand Buno an der Spitze und er hatte von seinem kaiserlichen Gast die Gesetze des Reiches, durch welche ihn das Recht schützte.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Nach Lamperts „Institutio Herveldensis ecclesiae“ folgte Buno/Bun als Abt auf Balthard,10) wäre also seit 798 Abt gewesen. Eine Urkunde von 802 belegt aber den Mainzer Erzbischof Richulf als Abt. Buno wurde erst nach dem Tode Brunwards I. im Jahre 820 Abt.11) Zusammen mit dem Fuldaer Abt Hrabanus Maurus legte er im Jahr 831 den Grundstein für den Neubau der Wigbertkirche in Hersfeld.12) Im Jahr 840 hielt sich Kaiser Ludwig der Fromme während eines Konflikts mit seinem Sohn Ludwig dem Deutschen in Hersfeld auf,13) worauf die Inschrift anspielt. Buno starb 840.

Beschreibung

Bild Abt Brunwards. {Schlegel, Abbatia, fol. 30}

  1. I†

    Brunwardus Ordine Brunwardus sequitur sceptroque potitusg), Ingenii regnat dexteritate sui.

Übersetzung:

Es folgt Brunward in der Reihenfolge, und er erlangte das Zepter und leitete (das Kloster) durch die Geschicklichkeit seiner Begabung.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Brunward II. bekleidete das Abbatiat von 840 bis 875.14) In seine Zeit fällt die Weihe der Wigbertbasilika am 28. Oktober 850 und deren Ausstattung mit Altartituli, die Hrabanus Maurus verfaßt hatte (Nr. 3), außerdem die erste Erhebung der Gebeine Luls am 7. April 852.

Beschreibung

Bild Abt Drogos/Druogos. {Schlegel, Abbatia, fol. 32v; ders., Abbatia (Hs. Gießen) 72: Drago}

  1. J†

    Drugo Succedit quartus Drugo virtute serena, Par reliquis et non integritate minor.

Übersetzung:

Es folgt als vierter Drogo, ein Mann von erlauchter Tugend, den übrigen gleich und nicht geringer an Rechtschaffenheit.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Drogo war von 875 bis 892 Abt von Hersfeld.15)

Beschreibung

Bild Abt Harderads. {Schlegel, Abbatia, fol. 33r}

  1. K†

    Harderadus Quis sit, qui superet, quaeris gravitate Catonem ? Si nescis, pius est Harderad, ore gravish).

Übersetzung:

Fragst du, wer es sei, der den Cato an Würde übertraf? Falls du es nicht weißt, es ist der fromme Harderad, ein Mann von ehrwürdigem Antlitz.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Harderad war von 892 bis 901 Abt.16)

Beschreibung

Bild Abt Diethards I. {Schlegel, Abbatia, fol. 33v}

  1. L†

    Dithardus Conradum regem Romani nominis olim Suscipis hospitio, culte Ditharde, tuoi).

Übersetzung:

Konrad, den König der römischen Würde, hast du einst mit deiner Gastfreundschaft aufgenommen, du gebildeter Diethard.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Diethard war nicht der Nachfolger Drogos, wie es Lampert berichtet.17) Vielmehr folgte auf Drogo der sächsische Herzog Otto der Erlauchte als Laienabt, der in dieser Funktion zum ersten Mal 908 in einer Urkunde Ludwigs des Kindes nachweisbar ist.18) Vermutlich weil Lampert Otto in seiner Abtsliste ausließ, fehlt er auch in der Bilderreihe. Diethard, der unter Otto Provisor des Klosters gewesen war, wurde nach dem Tod des Herzogs 912 selbst Abt, resignierte 927 und starb am 15. Januar 930.19) Die Inschrift nimmt auf den Besuch König Konrads I. in Hersfeld im Jahr 918 Bezug.20)

Beschreibung

Bild Abt Diethards II. {Schlegel, Abbatia, fol. 34v}

  1. M†

    Dithardus iunior Iunior eligitur post hunc cum laude Dithardus; Hildesheimensi dux venit inde gregij).

Übersetzung:

Nach diesem wurde mit Lob der jüngere Diethard gewählt, der darauf als Führer (Bischof) der Hildesheimer Herde zuteil wurde.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Diethard I. trat 927 von seinem Abbatiat zurück. Auf seinen Vorschlag hin wurde Diethard II. zum Abt gewählt, den König Heinrich I. jedoch schon 928 zum Bischof von Hildesheim erhob.21)

Beschreibung

Bild Abt Burchards I. {Schlegel, Abbatia, fol. 35r}

  1. N†

    Burchardus Succedit fato simili Burchardus, ut illum Halberstadensi sors locat aequa gregik).

Übersetzung:

Es folgte mit ähnlichem Geschick Burchard, indem das gerechte Los jenen an die Spitze der Halberstädter Herde stellte.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Burchard I. übernahm das Abbatiat 928 und wurde 932 von König Heinrich I. zum Bischof von Würzburg erhoben.22) Hier unterlief dem Verfasser der Inschriften ein Fehler, indem er Burchard zum Bischof von Halberstadt machte.

Beschreibung

Bild des Abtes Megingoz. {Schlegel, Abbatia, fol. 36v}

  1. O†

    Meygingus Post hunc Meygingus legitur sed rursus honore Culminis exutus, transit ad astra poli.

Übersetzung:

Nach diesem wurde Megingoz gewählt, aber der Ehre der hohen Stellung wieder beraubt, ging er zum Himmel hinüber.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Megingoz leitete die Abtei nur drei Jahre von 932 bis 935; danach lebte er bis zu seinem Tod, der nach Lampert 956 erfolgte, in der Nähe des Klosters.23)

Beschreibung

Bild Abt Haganos. {Schlegel, Abbatia, fol. 38r}

  1. P†

    Hagano Sponte sua regni solio descendit Hagano, Vi corpus morbi depopulante gravis.

Übersetzung:

Freiwillig stieg Hagano vom Sitz der Leitung herab, weil die Kraft der schweren Krankheit seinen Körper zerstörte.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Hagano hatte das Abbatiat in Hersfeld die lange Zeit von 935 bis 959 inne. Die Nachricht über seinen Amtsverzicht aufgrund einer schweren Krankheit hat der Verfasser der Inschrift den Annalen Lamperts entnommen.24)

Beschreibung

Bild Abt Gunthers I. {Schlegel, Abbatia, fol. 39v}

  1. Q†

    Guntherus Suffectus vivo tibi mox Guntherus Hagano, Imperat, et summum percipit inde decus.

Übersetzung:

Für dich ist, als du noch lebtest, Hagano, bald Gunther nachgewählt worden; er regiert und empfängt darauf die höchste Würde.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Gunther wurde 959, noch zu Lebzeiten des zurückgetretenen Hagano, gewählt. Er war bis 963 Abt und begleitete Otto den Großen 961/62 auf seinem Italienzug, der dem König die Kaiserkrone einbrachte.25)

Beschreibung

Bild Abt Egilolfs. {Schlegel, Abbatia, fol. 40r}

  1. R†

    Egilolfus Gunthero vita functol), moderamina sumens Nomen et abbatis ius Egilolphus habet.

Übersetzung:

Nach Gunthers Tod empfängt Egilolf die Leitung und besitzt den Namen und das Recht des Abtes.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Egilof war von 963 bis 970 Abt von Hersfeld. Unter ihm empfing das Kloster 968 von Papst Johannes XIII. eine Exemtionsurkunde, in dem das Kloster dem Papst unterstellt und dem zuständigen Bischof untersagt wurde, ohne Einladung des Abtes Amtshandlungen vorzunehmen. Zudem wurden dem Kloster sein Besitz und die freie Abtswahl garantiert.26) Da Lampert diese wichtige Urkundenverleihung jedoch nicht erwähnt, nahm auch der Verfasser der Inschrift keinen Bezug darauf.

Beschreibung

Bild Abt Gosberts. {Schlegel, Abbatia, fol. 41v}

  1. S†

    Gosbertus Tradita Gosbertus linquens insignia, regno Nullius iussu praecipientis abit.

Übersetzung:

Gosbert läßt die ihm übergebenen Zeichen zurück und tritt von der Herrschaft ab, ohne daß ihm jemand den Befehl dazu gegeben hat.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Gosbert wurde 970 zum Abt erhoben. Als Heinrich der Zänker 984 versuchte, den unmündigen Otto III. auszuschalten und sich selbst die Königskrone zu sichern, scheint sich Gosbert auf die Seite Heinrichs gestellt zu haben. Als dessen Vorhaben mißlang, legte der Abt 985 sein Amt nieder. Er hatte der Abtei mit Kirchenbauten, Bibliothek und Schenkungen von Pretiosen viel zugedacht.27)

Beschreibung

Bild des Abtes Bernharius. {Schlegel, Abbatia, fol. 43r}

  1. T†

    Bernharius Prima monasterii posuit Bernharius olim Fundamenta, Petri nominis aucta notis.

Übersetzung:

Die ersten Fundamente des Klosters hat einst Bernharius gelegt, und sie werden durch die Zeichen des Petrusnamens verherrlicht.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Bernharius war Propst von Hersfeld und folgte Gosbert 985 als Abt. Er errichtete auf dem jenseits der Fulda gelegenen Petersberg eine Propstei, worauf die Inschrift hinweist.28) Der Bericht Lamperts, Kaiser Heinrich II. habe Bernharius absetzen und durch Godehard ersetzen wollen, hängt wohl mit Lamperts Fehlinterpretation der zweiten Godehardvita zusammen.29) Bernharius starb 1005.

Beschreibung

Bild des Abtes Lubentius. {Schlegel, Abbatia, fol. 44r}

  1. U†

    Lubentius Post hunc sceptra capit pietate Lubentius omnes Inter conspicuos nec gravitate minor. Quem Brema literalis postquam polleret et arte Praesulis esse loco, iusque subire iubet.

Übersetzung:

Nach diesem ergriff Lubentius das Zepter mit frommem Eifer, unter allen bedeutenden Männern nicht geringer an Würde. Nachdem Bremen es schriftlich und durch List vermocht hatte, daß er Bischof an jenem Ort sei, befahl ihm das Recht, es auf sich zu nehmen.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Wie Lubentius, der 988 zum Erzbischof von Hamburg-Bremen erhoben wurde und nie Abt von Hersfeld war, in die Abtsreihe gelangte, ist unbekannt.30)

Beschreibung

Bild Abt Godehards. {Schlegel, Abbatia, fol. 45r}

  1. V†

    Gothardus Illustri comitum natus de stirpe Gothardus Succedit, sancta vir pietate gravis. Hinc maiora suae virtutis laude meretur Hildesheimensi praeficiturque gregi.

Übersetzung:

Godehard, Sohn eines berühmten Grafengeschlechts, folgte ihm nach, ein Mann würdig durch heilige Frömmigkeit. Hierauf verdiente er durch das Lob seiner Tugend Größeres, und er wurde an die Spitze der Hildesheimer Herde gestellt.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Nach dem Tod des Abtes Bernharius 1005 wurde auf Veranlassung König Heinrichs II. Abt Godehard von Niederaltaich in Hersfeld eingesetzt. Seine Einsetzung entsprang dem Wunsch Heinrichs, das Kloster zu reformieren und die Disziplin der Mönche zu verbessern. Aus Protest gegen die Reformmaßnahmen Godehards verließen fast alle Mönche das Kloster. Der Not gehorchend, kehrten sie jedoch bis auf drei nach und nach wieder zurück und beugten sich der Reform, die unter anderem die Vita communis wiederherstellte.31) Heinrich II. war es bei der Einsetzung der Äbte insgesamt ein wichtiges Anliegen, die Klöster nachhaltig im Sinne der Benediktsregel zu prägen. Deshalb wirkte er darauf hin, daß die Äbte der Reichsklöster seinen Vorstellungen entsprachen.32) Im Jahr 1022 wurde Godehard schließlich Bischof von Hildesheim.

Beschreibung

Bild Abt Arnolds. {Schlegel, Abbatia, fol. 57v}

  1. X†

    Arnoldus Arnoldus templi Ioannis nomine dicti Auctor, cum regni culmen habebat, erat.

Übersetzung:

Arnold war der Gründer der Kirche, die Johanneskirche genannt worden ist, als er die Spitze der Herrschaft innehatte.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Nachdem Godehard 1012 auf das Abbatiat in Hersfeld verzichtet hatte, folgte ihm sein Schüler Arnold als Abt, der zuvor Propst des Klosters gewesen war. Er besaß ebenfalls gute Beziehungen zu Heinrich II. Als der als sehr streng beschriebene Abt33) jedoch den Mönch Haimerad schlagen und aus dem Kloster jagen ließ, wandte sich eine Gruppe von Mönchen mit einer Beschwerde an den Nachfolger Heinrichs, Kaiser Konrad II., der den Abt 1031 absetzte.34) Arnold gründete südlich von Hersfeld die Propstei Johannesberg.35)

Beschreibung

Bild Abt Bardos. {Schlegel, Abbatia, fol. 61v}

  1. Y†

    Bardo Eloquio magnus, doctrina maximus, aegris Portus, spes miseris, anchora pauperibus, Officium menses vix post sex Bardo resignat Et Moguntina praesul in urbe sedet.

Übersetzung:

Groß an Beredsamkeit, sehr bedeutend durch seine Lehre, ein Hafen für die Kranken, Hoffnung der Elenden, ein Rettungsanker für die Armen, gibt Bardo das Amt nach kaum sechs Monaten auf und sitzt als Bischof in der Stadt Mainz.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Als Nachfolger des abgesetzten Arnold erhielt Bardo, der Abt des Klosters Werden, 1031 die Abtswürde in Hersfeld. Nach nur einem halben Jahr wurde er dann zum Erzbischof von Mainz erhoben.36)

Beschreibung

Bild Abt Rudolfs. {Schlegel, Abbatia, fol. 64r}

  1. Z†

    Rudolphus Cur Italus tibi succedat, dic Bardo, Rudolphusm)? Debentur magnis praemia magna viris.

Übersetzung:

Sag, Bardo, warum folgte dir Rudolf aus Italien nach? Große Belohnung schuldet man großen Männern.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Nachfolger Abt Bardos wurde Rudolf, der zuvor Propst in Stablo war. Er lenkte die Geschicke der Abtei bis 1036, dann wurde er Bischof von Paderborn.37) Laut Lampert stammte Rudolf aus Italien,38) worauf die Inschrift Bezug nimmt.

Beschreibung

Bild Abt Meginhers. {Schlegel, Abbatia, fol. 65v}

  1. AA†

    Meginherus Insigni pietate valens Meginherus et ingens Virtutis columen praemia laudis habet. Nam grave promeruit venerandi nomen ob artes Pectorisn) et vitae dona decusque suae.

Übersetzung:

Durch ausgezeichnete Frömmigkeit war Meginher stark und bedeutend, und die Höhe seiner Tugend besaß den Lohn des Lobes. Denn er verdiente den der Verehrung würdigen Namen wegen der Gaben des Herzens und der Gaben und der Zierde seines Lebens.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Mit Meginher konnten die Hersfelder Mönche 1036 nach über 30 Jahren zum ersten Mal wieder einen Mönch aus ihrer Mitte zum Abt wählen.39) Seine Schilderung in der Inschrift ist an die positiven Bemerkungen Lamperts angelehnt.40) Und tatsächlich erlebte Hersfeld unter Meginher eine Blütezeit, wenn auch 1038 die Klosterkirche durch einen verheerenden Brand zerstört wurde. Aber schon im Jahr 1040 konnte die Krypta der Kirche wieder eingeweiht werden, und angeblich haben noch in demselben Jahr die Bischöfe von Magdeburg, Naumburg und Merseburg die wiederhergestellte Kirche geweiht.41) Für die neue Kirche ließ Meginher die sogenannte „Lullusglocke“ gießen (Nr. 17). Er starb 1059.

Beschreibung

Bild Abt Ruthards. {Schlegel, Abbatia, fol. 69v}

  1. BB†

    Rutharduso) Nobilium satus illustri de stirpe baronum, Inter et egregiusp) fama Ruthardus avos. Ignibus absumptas proprii renovasset ut aedes Coenobii, princeps fit, Padaeborna,q) tuus.

Übersetzung:

Ein Sproß aus dem berühmten Geschlecht edler Freiherrn, war Ruthard unter den Vorfahren ausgezeichnet durch seinen Ruf. Nachdem er die durch Feuer zerstörten Gebäude seines Klosters renoviert hatte, wird er, Paderborn, dein Bischof.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Ruthard war Abt von Corvey gewesen, wurde aber wohl zu Unrecht abgesetzt und durch die Einsetzung als Abt von Hersfeld wieder rehabilitiert. Er blieb bis 1072 Abt und legte sein Amt dann krankheitshalber nieder.42) Die Behauptung der Inschrift, er sei Bischof von Paderborn geworden, beruht wohl auf einer Verwechselung. Auch die Angabe, er habe die durch den Brand von 1038 zerstörten Gebäude wiederherstellen lassen, trifft offenbar nicht zu, denn Lampert berichtet als Augenzeuge nichts davon;43) man wird aber davon ausgehen können, daß nach Meginhers ersten Arbeiten noch viel zu tun war, wenn erst 1144 die Neuweihe erfolgte.

Beschreibung

Bild Abt Hartwigs. {Schlegel, Abbatia, fol. 73r}

  1. CC†

    Hartwig Hartwigo cessit vivensque volensque Rothardus Ut successorem cerneret ipser) suum.

Übersetzung:

Zu Lebzeiten und auf eigenen Wunsch machte Ruthard Hartwig Platz, damit er selbst seinen Nachfolger sehe.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Nachdem Ruthard Ende 1072 wegen seiner angegriffenen Gesundheit das Abbatiat niedergelegt hatte, wurde Hartwig in Gegenwart König Heinrichs IV. zum Abt erhoben. Er gehörte bis zu seinem Tode 1090 zu den treuen Anhängern des Königs. Für Hersfeld bedeutsam wurde sein Abbatiat, weil er unter anderem sowohl Lampert zu seiner Klostergeschichte wie auch Ekkebert zu seiner Haimerad-Vita anhielt.44)

Beschreibung

Bild Abt Friedrichs. {Schlegel, Abbatia, fol. 77v}

  1. DD†

    Fridericus Omine felici Friderichus tempore pacis Imperium tenet et tempore pacis obit.

Übersetzung:

Unter glücklichem Vorzeichen hatte Friedrich in einer Zeit des Friedens die Herrschaft inne, und er starb auch in Friedenszeiten.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Friedrich war Abt von Goseck und wurde zum Bischof von Naumburg gewählt. Kaiser Heinrich IV. verweigerte der Wahl jedoch seine Zustimmung und erhob Friedrich 1091 stattdessen zum Abt von Hersfeld. Dort widmete er sich bis zu seinem Tod 1100 vor allem den wirtschaftlichen Belangen des Klosters und suchte verlorene Positionen in Thüringen wiederzugewinnen.45)

Beschreibung

Bild Abt Gunthers II. {Schlegel, Abbatia, fol. 83r}

  1. EE†

    Gunther Gunthero subito ruperunt stamina Parcae, Commissum postquam vix subisset onus.

Übersetzung:

Plötzlich zerrissen die Parzen den Lebensfaden des Gunther, kaum nachdem er die ihm anvertraute Last übernommen hatte.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Gunther trat das Abbatiat im Jahr 1100 an und starb 1103.46)

Beschreibung

Bild Abt Reginhards. {Schlegel, Abbatia, fol. 83r}

  1. FF†

    Reginhardus Regia, Reginharde, geras cum nomine dotes Credimus ingenii te decorasse tui.

Übersetzung:

Du, Reginhard, lenktest die Herrschaft, und wir glauben, daß in deinem Namen deine trefflichen Eigenschaften herrlich sich zeigten.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Reginhard war von 1103 bis 1114 Abt in Hersfeld. Er hielt sich mehrfach in der Umgebung Kaiser Heinrichs V. auf.47)

Beschreibung

Bild Abt Adelmanns. {Schlegel, Abbatia, fol. 83v}

  1. GG†

    Adelmannus Nomen Adelmanni praeclarum sanguine patrum Iactat et indiciums) nobilitatis habet.

Übersetzung:

Der vortreffliche Name Adelmanns ist durch das Geschlecht der Väter weit bekannt, und er trägt das Merkmal des Adels.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Adelmann scheint bei seiner Erhebung zum Abt 1114 das Vertrauen Heinrichs V. genossen zu haben, sich dann aber wie viele andere Würdenträger vom Kaiser abgewandt zu haben. Offenbar knüpfte er schon Beziehungen zu Lothar III. an, noch bevor dieser 1125 zum König gewählt wurde. Adelmann starb Anfang 1127.48)

Beschreibung

Bild Abt Heinrichs I. {Schlegel, Abbatia, fol. 83v}

  1. HH†

    Henricus a Biengarten Sicut apes nunquam cessant, sic omnibus horis Henricus partas amplificavit opes.

Übersetzung:

So wie die Bienen niemals untätig sind, so hat Heinrich zu allen Stunden das erworbene Vermögen vermehrt.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Heinrich I. wurde 1127 zum Abt erhoben und unterhielt in seiner langen Amtszeit gute Kontakte zu den Herrschern Lothar III., Konrad III. und Friedrich I. Dadurch gelang es ihm, umstrittene Besitzrechte für das Kloster zu sichern. Das kurze Doppelabbatiat mit Fulda 1148/49 blieb Episode. Heinrich starb nach dem 1. November 1153 und vor dem 18. Juni 1155.49)

Beschreibung

Bild Abt Willibalds I. {Schlegel, Abbatia, fol. 90v}

  1. II†

    Williboldus Henrici sequitur legendo gressus Vir magna pietate Williboldus.

Übersetzung:

Den Schritten Heinrichs folgt durch Wahl Willibald, ein Mann von großer Frömmigkeit.

Versmaß: Zwei Hendekasyllabi.

Kommentar

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger läßt sich Willibald, der seit 1155 als Abt von Hersfeld belegt ist, nicht in der Umgebung des Herrschers nachweisen. Er legte sein Amt 1162 nieder und kehrte wohl zu seiner früheren Propstei Petersberg zurück.50)

Beschreibung

Bild Abt Hermanns I. {Schlegel, Abbatia, fol. 90v}

  1. JJ†

    Hermannus Hermannus virtute gravis praesumitur, absque Historiae certa cognitione tament).

Übersetzung:

Hermann, würdig durch seine Tugend, wird als Abt vermutet, doch ohne sichere Kenntnis der Geschichte.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Hermann steht an dieser Stelle zu Recht als Abt. Er war 1162 zum Abt erhoben worden, besaß gute Beziehungen zu Kaiser Friedrich I. und wechselte 1165 an die Spitze der Abtei Fulda. Für Hersfeld hatte er bedeutende päpstliche Privilegien hinsichtlich des quasi-bischöflichen Ornats der Äbte erhalten, die seither die Mitra tragen durften.51) Die Handschrift H 162 hat hier einen völlig anderen Text (vgl. Anm. t): „Nachdem Hermann die anvertraute Leitung zurückgelassen hatte, wird er als Fürst von Fulda mächtig durch seine Gewalt.“ Dem Verfasser war Abt Hermann also vertraut. Warum bei der Überarbeitung der Text geändert und das Abbatiat Hermanns in Frage gestellt wurde, bleibt unklar. Angesichts der zahlreichen Urkunden, die Hermann als Abt nennen, wird aber deutlich, wie schmal die Quellenbasis des Überarbeiters der Texte war.

Beschreibung

Bild Abt Burchards II. {Schlegel, Abbatia, fol. 92r, nur Name, siehe bei Anm. u}

  1. KK†

    Burchardus Burchardum regnasse probatur nomine verum, Temporis ob seriem facta sepulta latent.u)

Übersetzung:

Indes ist durch den Namen bewiesen, daß Burchard regiert hat, doch wegen der Reihe der Jahre sind die bereiteten Gräber unbekannt.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Burchard II. folgte 1165 auf Hermann in Hersfeld und 1168 übernahm er von diesem den Abbatiat in Fulda.52)

Beschreibung

Bild Abt Willibalds II. {Schlegel, Abbatia, fol. 94}

  1. LL†

    Williboldus Par primo pietate Williboldus, Burghardi sequitur vices secundus.

Übersetzung:

Willibald II. war an Frömmigkeit Willibald I. gleich, und er folgte anstelle Burchards.

Versmaß: Zwei Hendekasyllabi.

Kommentar

Der Verfasser der Inschrift unterscheidet Willibald I. (1155–1162) und Willibald II, der sein Amt 1168 antrat und 1175 starb. Hafner hält beide Äbte dagegen für identisch, ohne allerdings auf die Inschrift einzugehen oder weitere stichhaltige Argumente zu liefern.53)

Beschreibung

Bild Abt Adolfs. {Schlegel, Abbatia, nicht gefunden; ders., Abbatia (Hs. Gießen) 232}

  1. MM†

    Adolphus Succedit laudum cumulo decoratus Adolphus, Hunc illum virtus fecit habere locum.

Übersetzung:

Es folgte Adolf, geschmückt durch die Menge des Lobes. Seine Tugend bewirkte, daß er jenen Platz einnahm.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Adolf wurde 1175 zum Abt erhoben, 1180 jedoch abgesetzt, ohne daß die genaueren Gründe bekannt wären.54)

Beschreibung

Bild Abt Sigfrids. {Schlegel, Abbatia, fol. 100r}

  1. NN†

    Sigfridus Cum, Sigfride, piis aequaris nomina factis, Principibus merito connumerare viris.

Übersetzung:

Da du, Sigfrid, durch deine frommen Taten deinem Namen gleichgestellt wirst, wirst du zu Recht unter die angesehensten Männer gerechnet.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Sigfrid, der die Abtei von 1180 bis 1200 leitete, war ein enger Vertrauter Kaiser Friedrichs I. Barbarossa. Unter ihm scheint die territoriale Herrschaftsdurchdringung des Klosterbesitzes deutlich verstärkt worden zu sein, indem Vogteien in Thüringen an die Abtei zurückgeholt wurden.55)

Beschreibung

Bild des Abtes Johannes I. {Schlegel, Abbatia, fol. 108r}

  1. OO†

    Johannes Gratus Johannes obv) raras pectoris artes Civibus, haud vanum nominis omen habet.

Übersetzung:

Gnädig war Johannes wegen seiner seltenen Gaben des Herzens den Bürgern, und die Bedeutung seines Namens war nicht leer.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Johannes war von 1200 bis 1214 Abt des Klosters Hersfeld. In dem Konflikt zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. stand er auf der Seite Philipps, was zu Übergriffen Hermanns von Thüringen auf das Kloster führte. Nachdem sich Philipp jedoch als König durchgesetzt hatte, mußte Hermann das Kloster entschädigen. Als Philipp 1208 ermordet worden war, söhnte sich Johannes mit Otto IV. aus.56) Die Namensetymologie schöpft aus der Übersetzung biblischer Namen bei Hieronymus und Isidor, wonach der Name „cui/in quo est gratia“ bzw. „domini gratia“ bedeutet.57)

Beschreibung

Bild Abt Heinrichs II. {Schlegel, Abbatia, fol. 110v}

  1. PP†

    Henricus Henricus sequitur multa virtute Ioannemw) Et patriam multae laudis honore beat.

Übersetzung:

Heinrich folgt mit großer Tugend auf Johannes, und er beglückt das Vaterland durch die Ehre vielfältigen Lobs.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Heinrich II., Abt von 1214 bis 1217, setzte die Politik seines Vorgängers fort und bemühte sich erfolgreich, den erneut ausgebrochenen Konflikt mit Hermann von Thüringen beizulegen.58)

Beschreibung

Bild Abt Ludwigs I. {Schlegel, Abbatia, fol. 110v}

  1. QQ†

    Ludovicus Henrici Ludovicus habet pietatis et aequi, Nec non pacis amans cum gravitate locum.

Übersetzung:

Ludwig besitzt die gleiche Frömmigkeit wie Heinrich, und er liebt auch mit Würde den Ort des Friedens.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Ludwig hatte die Abtswürde von 1217 bis 1239 inne. Er läßt sich mehrfach in der Umgebung König Heinrichs (VII.), des Sohnes Friedrichs II., nachweisen. Er reorganisierte die Hersfelder Propsteien und Priorate.59)

Beschreibung

Bild Abt Wernhers. {Schlegel, Abbatia, fol. 114v}

  1. RR†

    Wernherus Wernherum pietas, virtus, prudentia mentis Extulit, herois annumerando viris.

Übersetzung:

Es machten Frömmigkeit, Tugend, Klugheit des Geistes Wernher bekannt, der zu den ausgezeichneten Männern gezählt werden muß.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Wernher stand Hersfeld von 1240 bis 1252 und von 1255 bis 1258/59 als Abt vor. Er war wie seine Vorgänger Sigfrid, Johannes, Heinrich und Ludwig ein Anhänger der Staufer. Als Heinrich Raspe zum Gegenkönig gegen Friedrich II. gewählt wurde, gehörte Wernher weder zu seinen Wählern, noch fand er sich am Hofe Heinrichs ein. Trotzdem wurde er im Gegensatz zu anderen Bischöfen und Äbten deshalb vom päpstlichen Legaten nicht exkommuniziert. Als dann Wilhelm von Holland zum Gegenkönig gewählt wurde, scheint Wernher seine Ablehnung deutlich gemacht zu haben, und wurde im Januar 1252 durch den päpstlichen Legaten suspendiert. Der Abt von Fulda wurde zum Provisor Hersfelds eingesetzt. Nach dem Tode König Wilhelms konnte Wernher nochmals an die Spitze der Abtei zurückkehren, mußte die Leitung aber 1258 wieder an den Abt von Fulda abgeben.60)

Beschreibung

Bild Abt Heinrichs III. von Boineburg. {Schlegel, Abbatia, fol. 117v}

  1. SS†

    Henricus a Boineburgk Tertius Henricus Boineburgo sanguine cretus Imperii meruit nobilitate decus.

Übersetzung:

Heinrich III. stammte aus dem Geschlecht deren von Boineburg, und aufgrund seines Adels verdiente er die Ehre der Herrschaft.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Heinrich III. von Boineburg war von 1260/61 bis 1278 Abt von Hersfeld. Seine Grabplatte (Nr. 28) war im 19. Jahrhundert noch vorhanden. Der Entwerfer der Bilder übergeht hier das Zwischenspiel des Abtes Heinrich von Fulda (1252–1254, 1258/59–1260/61).61)

Beschreibung

Bild Abt Heinrichs IV. von Schwinrod bzw. gen. Swinrode/Schweinrüde. {Schlegel, Abbatia, fol. 123r}

  1. TT†

    Henricus a Schwinrode Henricus generis Schwinrodi candida proles Sufficitur regno praeficiturque gregi.

Übersetzung:

Heinrich, ein glänzender Nachkomme aus dem Geschlecht derer von Schwinrod, wurde in die Herrschaft gewählt und an die Spitze der Herde gestellt.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Heinrich von Swinrod bzw. gen. Swinrode/Schweinrüde bekleidete das Abbatiat von 1278 bis 1300; seine Grabplatte mit einer anscheinend besseren Lesung des Namens ist zeichnerisch überliefert (Nr. 29). Unter ihm wurden das Gerichtswesen sowie die Zölle und Abgaben für die Bürgerschaft der Stadt Hersfeld neu geregelt.62)

Beschreibung

Bild Abt Bertholds I. von Elben. {Schlegel, Abbatia, fol. 128r}

  1. UU†

    Bertholdus ab Elben Henricum, Bertholde, sequens Elbene, decoris Ingenui dudum praemia digna capis.

Übersetzung:

Du, Berthold von Elben, folgtest Heinrich, und längst hast du den würdigen Lohn der edlen Zierde (Abtswürde) erhalten.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Berthold von Elben übernahm das Abbatiat im Jahr 1300. Sein Todesdatum ist nicht gesichert, doch scheint er 1302 verstorben zu sein.63)

Beschreibung

Bild Abt Simons von Hutten (von Buchenau). {Schlegel, Abbatia, fol. 128r}

  1. VV†

    Simon ab Hutten Cognita cui non est Huttenae gloria stirpis? Cuius tu gaudes surculus esse, Simon.

Übersetzung:

Wem ist nicht der Ruhm des Geschlechts derer von Hutten bekannt? Du freust dich, Simon, daß du ein Setzling dieses Geschlechts bist.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Simon erhielt die Abtsweihe zwischen Januar 1302 und Januar 1304. Er stammte wohl nicht aus der Familie von Hutten, sondern aus der Familie von Buchenau, da er in einer Urkunde vom 2. Dezember 1313 Albert und Ludwig von Buchenau als seine Brüder bezeichnet.64) Simon hatte mit dem Kapitel des Klosters und den Bürgern von Hersfeld zu kämpfen, die beide mehr Rechte verlangten. Nachdem es sogar zu bewaffneten Konflikten gekommen war, vermittelte 1307 Abt Heinrich V. von Fulda einen Ausgleich, der die eigentlichen Ursachen des Konflikts jedoch nicht ausräumte. Im Jahr 1315 kam es zu einer erneuten Auseinandersetzung zwischen dem Abt auf der einen Seite und dem Konvent und der Stadt auf der anderen Seite, denen sich auch die meisten im Dienste Hersfelds stehenden Adeligen angeschlossen hatten. Simon zog sich in die Propstei Johannesberg zurück, von wo er Konvent und Stadt bekämpfte. Noch 1315 wurde er aber entweder abgesetzt oder gab sein Amt freiwillig auf.65)

Beschreibung

Bild Abt Heinrichs V. von Molschleben (Molsleben/Malsleben). {Schlegel, Abbatia, fol. 130v}

  1. WW†

    Henricus a Molschleben Nobilibus collata viris insignia regni Henricum decorant ordine Molslebiumx).

Übersetzung:

Die gesammelten Auszeichnungen schmücken Heinrich aus dem Geschlecht derer von Molschleben (Molsleben) unter den vornehmen Männern der Herrschaft.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Abt Heinrich von Molschleben (Molsleben) regierte nur von 1315 bis 1316. Ob er die unter seinem Vorgänger ausgebrochenen Auseinandersetzungen beilegen konnte, ist unsicher.66)

Beschreibung

Bild des Abtes Andreas von Heringen (früher falsch Heiningen). {Schlegel, Abbatia, fol. 130v}

  1. XX†

    Andreas ab Heyningen Surrogat Andream Heyninge gentis alumnum, Virtus et clarum nomen habere facit.

Übersetzung:

Ihm wird Andreas nachgewählt, ein Sohn des Geschlechts von Heiningen (richtig Heringen), und seine Tugend bewirkt, daß er einen berühmten Namen besitzt.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Unter Andreas, der Hersfeld von 1316 bis 1320 vorstand, scheint es zu einem Ausgleich zwischen Abt und Konvent gekommen zu sein. Dafür spricht die erfolgreiche Politik des Abtes, dem es gelang, sich mit dem Landgrafen von Thüringen und dem Abt von Fulda auszusöhnen.67) Das dürfte bei einem andauernden Konflikt mit dem Konvent kaum möglich gewesen sein.

Beschreibung

Bild Abt Heinrichs VI. von Romrod. {Schlegel, Abbatia, fol. 131r}

  1. YY†

    Henricus a Romrodt Eligitur post hunc Henricus in ordine sextus, Romrodae pariter fama decusque domus.

Übersetzung:

Nach ihm wird Heinrich gewählt, der in der Reihenfolge der Sechste und zugleich Ruhm und Zierde des Hauses Romrod ist.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Heinrich wurde 1320 zum Abt gewählt und muß vor dem 14. April 1323 gestorben sein.68) Unter ihm treten vor allem Dekan und Konvent als handelnde Kräfte in den Auseinandersetzungen mit der Stadt hervor.69)

Beschreibung

Bild Abt Ludwigs II. von Mansbach. {Schlegel, Abbatia, fol. 131v, fehlt, da von Urkundenabschrift überklebt; ders. Abbatia (Hs. Gießen) 307}

  1. ZZ†

    Ludovicus a Mansbach Mansbachici generis soboles praeclara tuetur, Iustitiam sceptrum dum Ludovicus habet.

Übersetzung:

Man sieht den vortrefflichen Sohn des Geschlechts von Mansbach, als Ludwig die Gerechtsame und das Zepter innehat.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Ludwig konnte in seiner Amtszeit von 1324 bis 1343 den andauernden Konflikt mit der Stadt nicht beilegen. Hinzu kam eine finanzielle Krise des Stifts, die den Abt zwang, 1328 vier Stiftsministeriale für zwei Jahre zu Vormündern des Stifts zu bestellen, welche die Verwaltung übernahmen. Ausgenommen davon blieb nur der Lehnhof des Abtes. Die Finanzlage des Klosters blieb aber auch danach schlecht, weshalb der Abt Klosterbesitz verpfändete oder verkaufte. Da dies zum Teil ohne die Zustimmung des Konvents geschah, verbündeten sich nun der Konvent und die Stadt gegen den Abt und zwangen ihn dazu, die Güter so weit wie möglich wieder zurückzugewinnen. Unter anderem mit der Kanonisation des Albuin (Nr. 164) versuchte Abt Ludwig II. die stiftischen Einnahmen zu erhöhen.70) Abt Ludwig II. errichtete 1328 die Burg Eichhof als Zufluchtsstätte für den Konvent und seinen Abt (Nr. 39).

Beschreibung

Bild Abt Johannes’ II. von Elben. {Schlegel, Abbatia, fol. 135r}

  1. AAA†

    Joannes ab Elben Nobilitas postquam multos extollit, honorat Elbena natum, te quoque Jane, domo.

Übersetzung:

Nachdem die edle Geburt viele emporgehoben hat, ehrt sie auch dich, Johannes, den Sohn aus dem Hause Elben.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Johannes war zuvor Propst von Kreuzberg und regierte Hersfeld von 1343 bis 1367. Ihm gelang zunächst ein Ausgleich mit Dekan und Konvent sowie mit der Stadt. Aufgrund der erdrückenden Schulden des Stifts war er darauf auch dringend angewiesen. Er verkaufte 1344 mit Zustimmung des Konvents der Stadt das Johannishospital mit allem Zubehör für 500 Gulden. Noch bevor die Pest 1356 in Hersfeld wütete (vgl. Nr. 34), beschlagnahmte er 1350 die Güter der während der Judenverfolgung aus Hersfeld vertriebenen Juden, um sich einen finanziellen Vorteil zu sichern. Schon 1362 nahm er jedoch, wohl ebenfalls aus finanziellen Gründen, wieder Juden in die Stadt auf. Auch mit dem Landgrafen von Hessen gelang Johannes ein Ausgleich, da beide sich früh an Kaiser Karl IV. banden.71) Einen dauernden Ausgleich mit allen Kräften vermochte der Abt jedoch nicht zu bewirken. Die Vasallen des Stifts schlossen sich bereits 1366 im Sternerbund zusammen, um eigene Interessen zu verfolgen, und auch die Konfliktpunkte zwischen dem Abt und der Stadt einerseits und dem Konvent andererseits blieben letztlich ungelöst.72)

Beschreibung

Bild Abt Bertholds II. von Völkershausen. {Schlegel, Abbatia, fol. 139v}

  1. BBB†

    Bertholdus a Volkershausen Sufficitur Jano Bertholdus, laudibus omnes Volkershausiacos cognitus inter avos.

Übersetzung:

Für Johannes wird Berthold nachgewählt, der durch seinen guten Ruf unter allen Vorfahren aus dem Geschlecht derer von Völkershausen bekannt ist.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Die ungelösten Probleme im Verhältnis zwischen Stift und Stadt entluden sich in der Regierungszeit Abt Bertholds von Völkershausen (1367–1387). Als sich die Stadt 1373 mit den hessischen Landgrafen Heinrich und Hermann verbündete, kam es zum offenen Bruch. Im Jahr 1378 versuchte der Abt mit Hilfe der adeligen Vasallen des Stifts, die Stadt in der Vitalisnacht durch einen Überfall in seine Hand zu bringen. Der Plan wurde jedoch bekannt, und der Überfall scheiterte.73) Bezeichnenderweise hatte Berthold schon 1372 die Burg Eichhof mit Mauern befestigen lassen, um einen sicheren Platz in der Nähe der Stadt zu haben (Nr. 39). Von dort führte er nun einen Krieg gegen die Stadt, um sie zum Einlenken zu bewegen. Die Stadt klagte schließlich beim Reichshofgericht, und Karl IV. verurteilte Berthold zu einer Entschädigungszahlung von 10.000 Goldmark an die Stadt. Berthold, der das Ziel gehabt hatte, Hersfeld und andere Territorien des Stifts wieder fest in seine Gewalt zu bringen, geriet nach dieser Niederlage in die Defensive. Eindeutige Gewinner waren zunächst die Landgrafen von Hessen, denen es aber nicht gelang, Hersfeld endgültig ihrer Macht zu unterwerfen.74)

Beschreibung

Bild Abt Reinhards von Boineburg. {Schlegel, Abbatia, fol. 143r}

  1. CCC†

    Reinhardus a Boineburgk Reinhardus virtute sua Boineburgius inter Praestantes merito nomine nomen habet.

Übersetzung:

Reinhard von Boineburg hat durch seine Tüchtigkeit und den verdienten Namen seinen Namen unter den Vorstehern.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Reinhard (heißt „im Rat stark/kundig“) war zunächst von 1387 bis 1393 Abt in Hersfeld. Zugleich war er Propst der Hersfelder Propstei Kreuzberg. Im Jahr 1393 wurde er von Papst Bonifaz XIII. abgesetzt, weil ihm Kontakte zum Gegenpapst Clemens VII. in Avignon vorgeworfen wurden. An seiner Stelle wurde der Mönch Guntram aus dem Kloster Grafschaft eingesetzt. Nachdem die Angelegenheit untersucht worden war, wurde Reinhard 1396 wieder eingesetzt und konnte bis 1398 regieren.75)

Beschreibung

Bild Abt Hermanns II. von Altenburg. {Schlegel, Abbatia, fol. 144v}

  1. DDD†

    Hermannus a Aldenburgk Aldenburga tuos, iactans Hermanne, parentes Laudant ob ingenii maxima dona tui.

Übersetzung:

Deine Eltern, du ruhmvoller Hermann von Altenburg, lobt man für das überaus große Geschenk deiner Anlagen.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Hermann hatte das Abbatiat von 1398 bis 1418 inne. Er mußte aus Geldnot Besitzungen der Abtei in Thüringen verpfänden, die dem Kloster für immer verlorengingen. Im Jahr 1402 besuchte König Ruprecht die Abtei und hielt dort Gericht.76) Die Bündnisse, welche die Stadt mit dem Landgrafen von Hessen 1414 schloß, führten zu Spannungen, ohne daß der Abt gegen die Stadt vorging.77)

Beschreibung

Bild Abt Alberts/Albrechts von Buchenau. {Schlegel, Abbatia, fol. 147?}

  1. EEE†

    Albert de Buchenaw Albertum, Buchenoia, tuum constantia vidit Summa concilio laude praeesse suo.

Übersetzung:

Die Beständigkeit sah, Buchenau, daß dein Albert mit höchstem Lob seinem Konvent vorstand.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Albert/Albrecht übernahm das Abbatiat 1418 und hatte es bis 1438 inne. Er war aber nicht, wie Rommel aufgrund des Begriffs constantia meinte, beim Konzil von Konstanz anwesend. Albert versuchte noch einmal, die Herrschaft des Abtes über die Stadt Hersfeld wiederherzustellen, worin er von den ritterlichen Vasallen der Abtei unterstützt wurde. Die Stadt schloß darauf 1421 einen neuen Vertrag mit dem Landgrafen, der sie vor weiterem Verlust ihrer Rechte schützen sollte.78) Schließlich verklagten die Bürger den Abt bei Landgraf Ludwig von Hessen. Es kam zu einem Schiedsgericht, das dem Abt eine erhebliche Bußzahlung auferlegte. Im Jahr 1425 scheinen sich die Verhältnisse in Hersfeld beruhigt zu haben. Nachdem der Landgraf 1432 die Truppen des Mainzer Erzbischofs besiegt hatte, der seit 1385 Schirmherr der Abtei war, akzeptierte der Abt seine ausweglose Situation und übergab die Abtei mit Zustimmung des Konvents dem Schutz des Landgrafen. Der Vertrag sah vor, daß der Abt dem Landgrafen Schlösser, Städte und sein Gebiet offenhalten und ihm schwören und huldigen müsse. Damit geriet die Abtei in die Abhängigkeit der Landgrafen von Hessen. Weder die Schutzprivilegien der Kaiser, Päpste oder zuletzt des Basler Konzils hatten Hersfeld zu schützen vermocht.79)

Beschreibung

Bild Abt Conrads von Herzenrode. {Schlegel, Abbatia, fol. 150v}

  1. FFF†

    Conradus ab Hertzenroda Hertzenroda piis per se celeberrima factis Conrado maius fert tribuente decus.

Übersetzung:

Das durch seine frommen Taten hochberühmte Herzenrode bringt eine noch größere Zierde hervor, als Konrad sie uns schenkt.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Conrad war von 1438 bis 1452 Abt. Eine Grabinschrift in der Stiftskirche gibt als Todesdatum den 20. Februar 1452, so aus 1455 richtiggestellt, an (Nr. 62). Er bestätigte 1439 den Bürgern von Hersfeld alle Rechte.80)

Beschreibung

Bild Abt Ludwigs III. Vizthum von Eckstädt. {Schlegel, Abbatia, fol. 153r}

  1. GGG†

    Ludovicus Vitztumb de Ecksted Inclyta Vitztumbae Ludovicus gloria gentis Prudenti gestat tradita sceptray) manu.

Übersetzung:

Ludwig, die berühmte Zierde der Familie Vizthum, hielt die ihm übertragenen Herrschaftszeichen mit kluger Hand.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Ludwig III. bekleidete das Abbatiat von 1454 bis 1481; eine figürliche Grabplatte (Nr. 71) ist überliefert. Unter ihm wurde Hersfeld 1469 Schauplatz der Auseinandersetzung zwischen den beiden Landgrafen Heinrich und Ludwig, doch konnte Abt Ludwig die drohende Gefahr einer Verwüstung der Stadt abwenden.81)

Beschreibung

Bild Abt Damian Knoblauchs. {Schlegel, Abbatia, fol. 157r}

  1. HHH†

    Damianus Knoblauch Rebus in humanis quam parvo tempore durent Omnia sors tua nos, Damiane, monet.

Übersetzung:

Dein Schicksal, Damian, mahnt uns, daß alles bei den menschlichen Dingen nur eine kurze Zeit dauert.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Abt Damian starb nach kurzem Abbatiat (1481 bis 1483),82) worauf die Inschrift anspielt. Eine figürliche Grabplatte (Nr. 75) ist bekannt.

Beschreibung

Bild Abt Wilhelms von Völkershausen. {Schlegel, Abbatia, fol. 157v}

  1. III†

    Wilhelmus a Volckershausen Voelkershausiaco Wilhelmus sanguine cretusz) Succedit proavis par gravitate suis.

Übersetzung:

Wilhelm, hervorgegangen aus dem Geschlecht von Völkershausen, folgte nach, seinen Vorfahren gleich an Würde.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Abt Wilhelm lenkte die Geschicke des Stifts von 1483 bis 1493. Auf seiner figürlichen Grabplatte (Nr. 92) wurde die frühere bescheidene Ausstattung (Prosa-Inschrift mit schlichtem Anno Domini-Formular, Figur, Wappen) durch Architektur und eine versifizierte Inschrift erheblich aufgewertet. In seine Amtszeit fällt die Ausmalung der Stiftskirche durch den Maler Johannes Doyle, angeblich später Propst auf dem Johannesberg.83)

Beschreibung

Bild Abt Volperts Riedesel von Bellersheim. {Schlegel, Abbatia, fol. 159v}

  1. JJJ†

    Volpertus Riedesel a Bellersheim Volpertus regni commissas sumit habenas Bellersheimensis, quo duce floret honos.

Übersetzung:

Volpert von Bellersheim gebrauchte die ihm anvertrauten Zügel der Herrschaft, und unter seiner Führung blühte die Ehre.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Abt Volpert lenkte die Abtei von 1493 bis 1513. Um die drohende Eingliederung der Abtei Hersfeld in die Landgrafschaft Hessen zu verhindern, legte Papst Leo X. 1513 mit kaiserlicher Zustimmung die beiden geistlichen Fürstentümer Hersfeld und Fulda zusammen. Volpert trat zugunsten des Fuldaer Abtes Hartmann Burggraf von Kirchberg von seinem Amt zurück, und Philipp Schenk zu Schweinsberg wurde als Dekan in Hersfeld eingesetzt. Doch Abt Hartmann konnte sich nicht gegen die Hersfelder Bürger und die Landgräfin Anna, welche die Vormundschaftsregierung für Philipp führte, durchsetzen. Die Hersfelder Bürger verweigerten die Huldigung, und der Konvent widersetzte sich dem Dekan. Schließlich verzichtete Abt Hartmann 1516 auf alle Rechte am Kloster Hersfeld.84)

Beschreibung

Bild Abt Ludwigs IV. von Hanstein. {Schlegel, Abbatia, fol. 163v}

  1. KKK†

    Ludovicus ab Hanstein Hinc galli cognomen habens rigidiqueaa) lapilli, Suscipis oblatasbb) laetus honore vices.

Übersetzung:

Vom Hahn und vom harten Stein hast du den Beinamen, und du empfängst froh die dir angetragenen Pflichten.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Ludwig wurde während der Fusion von Hersfeld und Fulda vom unzufriedenen Konvent gegen den Dekan 1514 zum Abteiverweser und 1515 zum neuen Abt gewählt. Kurz nachdem Abt Hartmann von Fulda am 1. April 1516 auf seine Rechte an Hersfeld verzichtet hatte, starb Ludwig jedoch;85) eine figürliche Platte älteren Typs (Nr. 113) ist überliefert.

Beschreibung

Bild des Abtes Crato Melles von Hungen. {Schlegel, Abbatia, fol. 172r}

  1. LLL†

    Crato Meles ab Hungen Imperii vitaeque simul pertaesus incc) astra Migrat et aeterno nomine Crato viget.

Übersetzung:

Der Herrschaft und des Lebens zugleich überdrüssig, geht Crato zu den Sternen und lebt durch den ewigen Namen.

Versmaß: Ein elegisches Distichon.

Kommentar

Crato Melles (auch Kraft Myle) regierte von 1516 bis 1556. Seine Grabplatte und sein Epitaph sind überliefert (Nrr. 145 f.).86)

Beschreibung

Bild Abt Michael Landgrafs. {Schlegel, Abbatia, fol. 182r}

  1. MMM†

    Michael Landgrave Fundator docti Michaël autorque lycaei, Nec non hospitii, quod locat aula seni. Post res praeclare gestas virtute ministra Aetherei petiit tecta beata poli.dd)

Übersetzung:

Michael war der Gründer und Urheber des gelehrten Gymnasiums und auch des Hospitals, das ein Haus für das Alter bereitstellt. Nach diesen Taten erstrebte er, berühmt durch die Tugend als Dienerin, die heiligen Wohnstätten des luftigen Himmels.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Michael (Nrr. 179 f. ) war Dekan des Stiftes, bevor er von 1554 bis 1571 die Abtswürde innehatte. Er war angeblich der Reformation zugeneigt. Im Jahr 1558 schloß er mit Landgraf Philipp einen Vertrag, in dem diesem die Hälfte der Stadt Hersfeld für 20 Jahre überlassen wurde. Zudem räumte er dem Landgrafen Rechte an den zur Abtei gehörenden Klöstern Cornberg und Frauensee ein. Für das Stift bemühte sich Michael relativ erfolgreich um eine Verbesserung der finanziellen Situation. Im Jahr 1570 gründete er ein Gymnasium in Hersfeld, worauf die Inschrift Bezug nimmt, und anschließend noch das Hospital in Niederaula.87) Beide Gründungen mußten von seinem Nachfolger Ludwig Landau zu Ende geführt werden.

Beschreibung

Bild Abt Ludwigs V. Landau. {Schlegel, Abbatia, fol. 188r}

  1. NNN†

    Ludouicus Landaw Nutrit honos artes sic crevit fama lycaei Nominis et crevit laus, Ludovice, tui. Landavae genti velut astrum insigne coruscas Teque tuosque vehens ardua ad astra poli.ee)

Übersetzung:

Es nährt die Ehre die Künste, so wächst der Ruf des Gymnasiums, und es wächst das Lob deines Namens, Ludwig. Du erstrahlst für die Familie Landau wie ein auffallender Stern, der dich und die deinen zu den hohen Sternen des Himmels führt.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Ludwig Landau war von 1571 bis 1588 Abt. Er wird mehrfach in verschiedenen Bauinschriften genannt, und seine Grabplatte ist erhalten, das Epitaph in Nachzeichnung, aber ohne Grabinschrift oder Grabgedicht, bekannt.88) Die Inschrift nimmt auf die Förderung des Gymnasiums durch ihn Bezug.89)

Beschreibung

Bild Abt Cratos II. Weiffenbach. {Schlegel, Abbatia, fol. 189v}

  1. OOO†

    Quid dicam fuerit tua quae clementia, Crato, Pectoraque in cunctos officiosa bonos? Crato, tuum nomen tua iusta potentia regni Murus erat validus praesidiumque tui.

Übersetzung:

Was soll ich sagen, wie deine Milde beschaffen war, Crato, und dein diensteifriges Herz gegenüber allen Guten? Crato, dein Name und deine gerechte Macht waren eine feste Mauer und ein Schutz deiner Herrschaft.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Zu Beginn der Amtszeit Abt Ludwig Landaus bestand der Konvent nur noch aus ihm und dem lutherisch gesinnten Propst von Göllingen, Crato (Kraft) Weiffenbach. Zwischen den beiden kam es zu ernsthaften Konflikten, so daß Landgraf Wilhelm IV. von Hessen auf eine Ergänzung des Konvents drängte, die nach längerem Geplänkel 1582 stattfand und zu einem gemischten Konvent aus Katholiken und Lutheranern führte. Die länger anhaltende Krankheit Landaus nötigte zur Wahl eines Koadjutors cum spe, dessen Etablierung den befürchteten Eingriffen von Papst und Kaiser via Fulda vorbeugen sollte. Erster Anwärter war der Dekan Weiffenbach, der im Frühjahr 1588 auf Druck des Landgrafen auch von den katholischen Konventsmitgliedern Roell (Nrr. 274 f.) und Faber (Nr. 293) gewählt wurde und kurz nach Landaus Tod am 9. September 1588 dessen Nachfolge antrat. Als bekennendem Lutheraner blieb ihm aber die Bestätigung durch Kaiser und Papst versagt; trotzdem stand er dem Konvent bis 1592 als Abt vor. Nachdem Wilhelm IV. von Hessen gestorben war und Papst Clemens VII. dem Konvent befohlen hatte, einen neuen Abt zu wählen, legte Crato auf Druck des neuen Landgrafen Moritz die Abtswürde nieder und zog sich nach Rotenburg zurück, wo er seine Pfründen – nicht ohne beständigen Ärger mit dem neuen Abt Roell und dem Landgrafen über Einkünfte – verzehrte.90) Das Begräbnis in St. Jakob zu Rotenburg teilt Schlegel mit.

Beschreibung

Bild Abt Joachim Roells. {Schlegel, Abbatia, fol. 194r}

  1. PPP†

    Et Joachimus erat ingens virtutibus abbas, Officio promptus praesidioque bonis. Tranquillae semper pacis studiosus et aequi Nil nisi vera loquens nil nisi vera probans.91)

Übersetzung:

Und Abt Joachim war berühmt durch seine Tugenden, entschlossen in seinem Dienst und seinem Schutz für die Guten. Immer eifrig bemüht um den ruhigen Frieden und die Gerechtigkeit, sagte er nichts außer Wahrem, und er billigte nichts außer Wahrem.

Versmaß: Zwei elegische Distichen.

Kommentar

Joachim war der letzte Abt von Hersfeld und regierte von 1592 bis 1606. Er wurde als ältestes katholisches Mitglied des Kapitels und nunmehr Dekan 1592 gewählt und auch bestätigt. Zu Landgraf Moritz unterhielt der Abt gute Beziehungen. In der Nachfolgefrage hatte ihn jener sogar unterstützt, um eine andere „katholische“ Lösung des Problems von außen abzuwehren. Als er am 24. Februar 1606 starb (Nrr. 274 f.), verhinderte Moritz eine neue Wahl und setzte seinen 11jährigen Sohn Otto als Administrator ein. Obwohl Papst und Kaiser dieser Maßnahme ihre Anerkennung verweigerten und der Papst Abt Balthasar von Fulda beauftragte, für Hersfeld zu sorgen, kam es nach Balthasars plötzlichem Tod zunächst zu keinem weiteren Vorgehen gegen den Administrator.92)

Das einzige erhaltene Bild des Zyklus mit der Darstellung Luls (D, E) zeigt eine Kapitalis, wie sie ab der Mitte des 16. bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts verbreitet war. Nach Demme entstanden die Bilder unter Abt Ludwig Landau (NNN), ohne daß er dafür einen Beleg angibt.93) Schon 1673 hatte auch Johann Heinrich Wolf in seiner „Beschreibung des furstenthumbs Herßfeld …“ die Bilder Abt Ludwig zugewiesen.94) Diese These wird durch die Handschrift H 162 aus dem Marburger Staatsarchiv bekräftigt, die 1586 entstand und wohl die Vorlagen für die Bildbeischriften lieferte. Da die Texte aber offensichtliche Fehler enthielten und zum Teil offenbar nicht den Wünschen des Auftraggebers entsprachen, wurden sie nochmals überarbeitet. Diese Fassung wurde dann ausgeführt und blieb durch die Abschrift Winkelmanns bekannt, die auch die später angefertigten Bilder für die beiden Nachfolger Ludwigs umfaßt. Ludwig Landau ließ den Eichhof ab 1572 umbauen und sorgte 1582 auch für eine neue Innenausstattung (Nr. 181). Im Zusammenhang damit ließ er wohl auch die Bilderreihe für den Eichhof schaffen. Da Landau sich um eine Ordnung der Lehnsverhältnisse des Stifts bemühte95) und außerhalb des Eichhofs weitere Baumaßnahmen an Einrichtungen des Stifts durchführte,96) hatte er offenbar ein Interesse daran, mit Hilfe der Abtsreihe die große Vergangenheit und die Kontinuität der Abtei sichtbar zu machen. Die beiden Bilder für Crato Weiffenbach und Joachim Roell wurden vermutlich 1592 nach dem Rücktritt Cratos und 1606 nach dem Tode Roells gemalt.

Sowohl der Verfasser der Vorlage als auch der Überarbeiter waren über die Geschichte der Abtei nur schlecht informiert. Konkrete Informationen zu einzelnen Äbten enthalten nur die Inschriften bis zu Hartwig (CC). Bis hierhin scheinen dem Inschriftenverfasser die Werke Lamperts von Hersfeld als Quelle gedient zu haben. Danach folgen bis zu Michael Landgraf (MMM) fast nur noch allgemeine, lobende Aussagen ohne konkreten Bezug zur Person. Der Verfasser ergeht sich auch zu den älteren Äbten in aus Namen abgeleiteten Elogen und scheut sich nicht, Versatzstücke wie praeficiturque gregi (V und TT) und ob artes pectoris (AA und OO) zu benutzen. Bei den etymologisierenden Texten (mindestens B, DD, FF, GG, HH, KK, NN, OO, KKK, OOO) ragen der des Johannes (1200–1214, OO) durch die Kenntnis der hebräischen Auslegung über Hieronymus und Isidor und der des Heinrich von Biengarten (HH) durch den Vergleich mit den fleißigen Bienen heraus. Zweimal (B, OO) wird dabei das „nomen atque omen“ des Plautus explizit angewendet.

Zwar sind viele Texte nur plumpe Lobeshymnen bzw. inhaltsleere Elogen, doch gelang trotzdem vielfach eine ansprechende formale Durchbildung und die formale Variation durch Hendekasylaben (II, LL) neben den überwiegenden elegischen Distichen. Auffällig ist die überaus häufige Anwendung des Enjambement; dadurch werden gelegentlich Zusammenhänge gegenüber dem Zeilenstil verändert oder neue möglich. Die Konzentration auf formale Aspekte resultiert nicht nur aus dem geringen Wissen über zahlreiche Abbatiate, sie betrifft sogar die rezenten Äbte, entspricht daher auch den Vorlieben der Zeit.

Auffällig sind die sachlichen Fehler, die dem Verfasser bei Balthard (statt Richulf, G), beim Fehlen Brunwarts I. (vor Buno, H), Burchard (N), Lubentius (U), der nie Abt von Hersfeld war, sowie bei Ruthard (BB) und Simon von Buchenau (VV) unterliefen und die nicht korrigiert wurden. Der Überarbeiter eliminierte zwar den überzähligen Abt Haymo, doch wird seine schlechte Kenntnis der Stiftsgeschichte besonders dadurch deutlich, daß er bei der „Verbesserung“ der ursprünglichen Version der Inschrift für Abt Hermann (JJ) bezweifelte, ob dieser überhaupt Abt war und an der richtigen Stelle steht. Kompliziert wird die Überlieferungsgeschichte durch Textvarianten der Handschrift 162 (OO, GGG, LLL), die, gemessen an grammatischen, konzeptionellen oder auch nur formularbedingten Überlegungen, einen besseren Text bieten als die Version Winkelmanns.

Ohne Versinschriften, nur oben rechts mit kaum lesbaren Namen identifiziert, finden sich neun Bilder in Fulda, die offenbar Kopien von mit Fulda verbundenen Personen aus dem obigen Zyklus darstellen.97)

Textkritischer Apparat

  1. dum statt avo H 162, 2v; die Lesung von Winkelmann und Schlegel ist zwingend. Schlegel setzte gegen Winkelmann auf illustris patre und im Nachgang wie Winkelmann auf eine andere Komma-Setzung und erhielt somit einen anderen Sinn. Hier ist aber dem Vorschlag zu folgen, wonach ein zweifacher Vergleich vorgenommen wurde, nämlich zum Vater Pippin und zum Großvater Karl Martell; durch Kommata isoliertes maior fortibus ausis widerspricht der Textstruktur.
  2. redempta H 162, 2r u. Schlegel, Abbatia (Hs. Gießen) 44.
  3. Das I wurde ohne Kürzungszeichen ausgelassen; genuit docuit H 162, 2v.
  4. Hic H 162, 2v.
  5. Post Sturmum sequitur Balthardus in ordine vivo / Qui iunctus Lullo sorte laboris erat H 162, 3r; so auch ein Alternativtext bei Schlegel.
  6. Mox H 162, 3r.
  7. potitur H 162, 3v.
  8. Si nescis pius est hic Harteradus H 162, 3v.
  9. praesentem propria conspexu in urbe Dithardus H 162, 3v.
  10. Hildesheimensis qui gaudet episcopus esse H 162, 3v.
  11. Halberstadensis dominum res publica cernat H 162, 4r.
  12. Gunthero vivo iuncto H 162, 4v.
  13. Rudolpho H 162, 5v.
  14. So nach H 162, 5v; bei Winkelmann pictoris.
  15. Zusätzlich baro de Beuren H 162, 5v.
  16. egregios H 162, 5v.
  17. fit Padeborne nach H 162, 5v; das ist wohl richtig, anscheinend im Druck Winkelmanns verdorben.
  18. ante H 162, 5v.
  19. ingenium H 162, 6r.
  20. Postquam commissas linquit Hermannus habenas / Fuldensi princeps fit ditione potens H 162, 6v.
  21. Burghardo regnum tribuit sapientia candor / Famaque praeclaris condecorata bonis H 162, 6v; diesen Text hat auch Schlegel, Abbatia (Hs. Gießen) 219, und nur diesen.
  22. So nach H 162 und Schlegel, ab Winkelmann.
  23. Joannes H 162, 7r.
  24. So nach H 162, 8r; Moslebium Winkelmann, auch Schlegel.
  25. scripta Winkelmann, gegen den hier gemäß der politischen Zielrichtung der Texte aus der Handschrift H 162, 9r emendiert wurde. Die obige Lesung stützt auch Schlegel, der gegen Winkelmann verbesserte.
  26. crevit H 162, 9v.
  27. So nach Hs 162, 9v und Schlegel; habes regidique Winkelmann.
  28. ablatas Schlegel, offenbar bloß ein Übertragungsfehler.
  29. ad H 162, 9v, das wäre die üblichere Formel.
  30. Principis exemplar Michael prudentis et aequi / Omnibus hic pictis ordine iure praeis / Nam virtus gravitas quia munificentia candor / Haud paucis constant singula multa tibi H 162, 10r; hier iuncta tibi bei Schlegel, fol. 182r.
  31. Cum doctrina tibi, pietas, clementia, virtus / Elogiis maior sit Ludovice meis / Dii faciant superos longaevi Nestoris annos / Donec par factis sit mea Musa tuis H 162, 10r. Von Schlegel wurden die Verse dem Rektor Gudenus oder dem Sekretär Georg Rüdiger (Nr. 226) zugeschrieben.

Anmerkungen

  1. 1.Vgl. ausführlich mit Zitaten der Korrespondenzen Handtke 17–21.
  2. 1a.Alle Überlegungen, die Verse könnten auf eine mittelalterliche Überlieferung zurückgehen, so Großmann, Abteikirche 23, sind nichtig, nur die Verarbeitung! Lamperts läßt sich feststellen, vgl. unten Kommentar. May, Christian Schlegel 81 hielt Abt Ludwig Landau für den Verfasser, so schon Piderit, Denkwürdigkeiten 166. – Landau war mit ziemlicher Sicherheit der Auftraggeber.
  3. 2.MHG D K I. Nr. 89; Wehlt, Reichsabtei 162 f.; Heinemeyer, Hersfeld 26 f.; Unger, Hersfeld 590.
  4. 3.Vgl. dazu Wehlt, Reichsabtei 160 f.
  5. 4.Das Bild befand sich 1891 im Rathaus, vgl. Demme, Nachrichten I 80, Anm. 3. Da Winkelmann ein Bild mit dem entsprechenden Text innerhalb des Zyklus überliefert, handelt es sich mit Sicherheit um dieses Bild.
  6. 5.Heinemeyer, Hersfeld 24.
  7. 6.Vita Sturmi (Engelbert S. 72 f., S. 76 f.).
  8. 7.Vita Sturmi (Engelbert S. 89 f.); „Sturmius, Hl.“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/pnd/103105158> (Stand: 13. 2. 2013).
  9. 8.Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 348) und Lampert, Annales zu 798 (Holder-Egger 20).
  10. 9.Wehlt, Reichsabtei 168 f. und 342; Staab, Mainzer Kirche 146; „Balthart“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9577> (Stand: 25. 7. 2014).
  11. 10.Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 348).
  12. 11.Wehlt, Reichsabtei 168 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 6f; „Bun“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9757> (Stand: 25. 8. 2014)
  13. 12.Lampert, Annales zu 831 (Holder-Egger 22).
  14. 13.Lampert, Annales zu 840 (Holder-Egger 24).
  15. 14.Lampert, Annales zu 875 (Holder-Egger 30); vgl. auch Ziegler, Mitra und Krummstab 7; „Brunwart II.“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9722> (Stand: 13. 8. 2014).
  16. 15.Lampert, Annales zu 875 und 892 (Holder-Egger 30).
  17. 16.Lampert, Annales zu 892 und 901 (Holder-Egger 30).
  18. 17.Lampert, Annales zu 901 (Holder-Egger 30).
  19. 18.MGH D L IV. Nr. 63.
  20. 19.Wehlt, Reichsabtei 170 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 7; „Diethart I.“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9773> (Stand: 4. 9. 2014).
  21. 20.Lampert, Annales zu 918 (Holder-Egger 32).
  22. 21.Lampert, Annales zu 927 und 928 (Holder-Egger 34).; Ziegler, Mitra und Krummstab 7; „Diethart“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9774> (Stand: 5. 9. 2014).
  23. 22.Lampert, Annales zu 928 und 932 (Holder-Egger 34); Wehlt, Reichsabtei 171 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 7; „Babenberg, Burchard II. von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9572> (Stand: 25. 7. 2014).
  24. 23.Wehlt, Reichsabtei 172; Ziegler, Mitra und Krummstab 7 f.
  25. 24.Lampert, Annales zu 959 (Holder-Egger 38); vgl. auch Wehlt, Reichsabtei 172 f. ; Ziegler, Mitra und Krummstab 8.
  26. 25.Lampert, Annales zu 959 und 962 (Holder-Egger 38); Wehlt, Reichsabtei 173; Ziegler, Mitra und Krummstab 8.
  27. 26.Zimmermann, Papsturkunden, Nr. 186; Wehlt, Reichsabtei 173 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 8 f.
  28. 27.Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 349) und dazu Hafner, Reichsabtei 29; Wehlt, Reichsabtei 175 mit Anm. 84; Ziegler, Mitra und Krummstab 9.
  29. 28.Unger, Hersfeld, Petersberg 633; Ziegler, Mitra und Krummstab 9; „Bernhar“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9596> (Stand: 29. 7. 2014). Zu den Namensvarianten vgl. Struve, Lampert von Hersfeld 122, Anm. u.
  30. 29.Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 349) und dazu Wehlt, Reichsabtei 175 f.
  31. 30.Vgl. bereits die Verwunderung bei Holder-Egger in seiner Anmerkung zu Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 349, Anm. 4).
  32. 31.Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 349); Wehlt, Reichsabtei 176 f. ; Ziegler, Mitra und Krummstab 9 f.
  33. 32.Weinfurter, Heinrich II. 178.
  34. 33.Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 350): „districtae severitatis vir“.
  35. 34.Wehlt, Reichsabtei 180; Ziegler, Mitra und Krummstab 10; „Arnold“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9538> (Stand: 25. 7. 2014).
  36. 35.Unger, Hersfeld, Johannesberg 630.
  37. 36.Lampert, Annales zu 1031 (Holder-Egger 54); Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 350); Wehlt, Reichsabtei 180.
  38. 37.Lampert, Annales zu 1031 und zu 1035 (Holder-Egger 54); Wehlt, Reichsabtei 180; Ziegler, Mitra und Krummstab 10.
  39. 38.Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 350).
  40. 39.Wehlt, Reichsabtei 180 f. ; Ziegler, Mitra und Krummstab 10 f.
  41. 40.Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 350).
  42. 41.Wehlt, Reichsabtei 181 f.; Lampert von Hersfeld, Annales a. 1040 (Holder-Egger 56); Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 351 f.).
  43. 42.Lampert, Annales zu 1059 und zu 1072 (Holder-Egger 76, 139); Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 353); Wehlt, Reichsabtei 183 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 11.
  44. 43.Großmann, Abteikirche 44 f.; Ludwig, Stiftsruine 14–16.
  45. 44.Wehlt, Reichsabtei 184–187 und 345; Ziegler, Mitra und Krummstab 11.
  46. 45.Wehlt, Reichsabtei 188 und 375; Ziegler, Mitra und Krummstab 12.
  47. 46.Wehlt, Reichsabtei 188.
  48. 47.Wehlt, Reichsabtei 188 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 12.
  49. 48.Wehlt, Reichsabtei 189 f. und 346 „Adelmann“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/4378> (Stand: 25. 6. 2014).
  50. 49.Wehlt, Reichsabtei 190 f. und 346 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 12 f.; „Bingarten, Heinrich I. von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9603> (Stand: 30. 7. 2014).
  51. 50.Wehlt, Reichsabtei 192 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 13.
  52. 51.Wehlt, Reichsabtei 193; Ziegler, Mitra und Krummstab 13.
  53. 52.Wehlt, Reichsabtei 193.
  54. 53.Hafner, Reichsabtei 95; vgl. dazu auch Wehlt, Reichsabtei 192 f., der sich nicht festlegt, aber darauf hinweist, daß Willibald I. nie in der Umgebung Kaiser Friedrichs I. nachzuweisen ist, während Willibald II. an drei Reichstagen teilnahm und zweimal eine kaiserliche Bestätigung privater Tauschverträge erbat.
  55. 54.Wehlt, Reichsabtei 194.
  56. 55.Wehlt, Reichsabtei 194–196; Ziegler, Mitra und Krummstab 14.
  57. 56.Hafner, Reichsabtei 105–108; Wehlt, Reichsabtei 196 f.
  58. 57.Hieronymus, Liber de nominibus hebraicis 91, 111 u. Isidor, Etym. VII, 9, 12.
  59. 58.Hafner, Reichsabtei 108.
  60. 59.Wehlt, Reichsabtei 349 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 14 f.; „Ludwig I. (von Hersfeld)“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/4405> (Stand: 22. 3. 2013, Bearb. Stefan Alles).
  61. 60.Hafner, Reichsabtei 114–117; Ziegler, Mitra und Krummstab 15.
  62. 61.Ziegler, Mitra und Krummstab 15 f.
  63. 62.Demme, Nachrichten I 14. Die Amtsdaten sind nicht unumstritten, vgl. Ziegler, Mitra und Krummstab 15 f., weil sein Vorgänger nach Hafner, Reichsabtei 117 bis 1292 regiert haben soll – das stimmt wohl nicht, wie ältere Belege für den Boineburger zeigen, siehe auch bei Nr. 28.
  64. 63.Butte 13, Anm. 3.
  65. 64.Butte 14, Anm. 1; HStA Marburg, Best. Urk. 57, Nr. 152: „Albertus et Ludewicus fratres nostri de Buchenowe.“; vgl. Butte 13 f., Anm. 4.
  66. 65.Butte 14–17; zur Person auch knapp Ziegler, Mitra und Krummstab 16; „Buchenau, Simon von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9725> (Stand: 25. 8. 2014).
  67. 66.Butte 17; nach Ziegler, Mitra und Krummstab 16 kämpfte er mit dem Konvent, dem umliegenden Adel und der Hersfelder Bürgerschaft.
  68. 67.Butte 17 f. Gegen „Heiningen, Andreas von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/4400> (Stand: 22. 3. 2013, Bearb. Stefan Alles) und andere wird man die Herkunft des Abtes auf Heringen (im Landkreis Hersfeld-Rotenburg) an der Grenze zu Thüringen präzisieren müssen, ohne daß man dem Laudator in der Überbewertung der Abstammung aus der relativ unbedeutenden, wirtschaftlich jedoch potenten Ministerialenfamilie, jetzt von Heringen, folgt. Mit dieser Lokalisierung und somit der Einbindung in eine Familie fuldischer, hersfeldischer und hessischer Burgmänner und Lehnsträger würden sich auch die erfolgreichen Bemühungen um Ausgleich mit den benachbarten Gewalten besser erklären lassen. Weit abliegende Orte namens Heiningen (bei Wolfenbüttel oder nördlich von Stuttgart) paßten auch nicht in den Rekrutierungsraum der Abtei. Vgl. zur Herkunft aus Heringen bei Reichsabtei Hersfeld 32, Anm. 39 nach Küther, Vacha 125 f., dort 123–129 zur Familie von Heringen. Nach ebd. 74 wurde im Haus des Kanonikers Heinrich Linkvil, eines früheren Pfarrers von Vacha (Wartburgkreis) – Andreas' Bruder Heinrich war dort 1309 Vogt –, am 1. Februar 1316 ein Notariatsinstrument über die Wahl und Bestätigung des Andreas zum Abt in Hersfeld ausgefertigt. Andreas war übrigens später Testamentsvollstrecker jenes Geistlichen.
  69. 68.Butte 19 f. und 20, Anm. 1.
  70. 69.Butte 18 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 16.
  71. 70.Butte 20–27; Ziegler, Mitra und Krummstab 17.
  72. 71.Demme, Nachrichten I 17 f.; Butte 28–33 mit 32, Anm. 4 zur Pest.
  73. 72.Butte 33–40; Ziegler, Mitra und Krummstab 17.
  74. 73.Vgl. dazu Nr. 40 und Demme, Nachrichten I, Beilage 40; Ziegler, Mitra und Krummstab 17 f.
  75. 74.Butte 56–84.
  76. 75.Burkardt, Kreuzberg 733; vgl. zu Reinhard auch Butte 87–89; Ziegler, Mitra und Krummstab 18; „Boyneburg-Hohenstein, Reinhard von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9624> (Stand: 4. 8. 2014).
  77. 76.Demme, Nachrichten I 33 f.
  78. 77.Demme, Nachrichten I, Beilage 49; Butte 90; Ziegler, Mitra und Krummstab 18; „Altenburg, Hermann II. von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/4395> (Stand: 22. 3. 2013, Bearb. Stefan Alles).
  79. 78.Demme, Nachrichten I, Beilage 50.
  80. 79.Demme, Nachrichten I 36–39 und Beilage 52; Unger, Hersfeld 597; Ziegler, Mitra und Krummstab 18 f.; „Buchenau, Albrecht von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9723> (Stand: 14. 8. 2014).
  81. 80.Demme, Nachrichten I 39 f.; „Hirzenrode, Konrad von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/4401> (Stand: 22. 3. 2013, Bearb. Stefan Alles).
  82. 81.Demme, Nachrichten I 41.
  83. 82.Unger, Hersfeld 609.
  84. 83.Demme, Nachrichten I 42 f.; Wilhelm von Völkershausen fehlt in der Abtsliste bei Unger, Hersfeld 609, Johannes Doyle in der Propstliste von Johannesberg, vgl. Unger, Hersfeld, Johannesberg 631.
  85. 84.Demme, Nachrichten I 43 f.; Unger, Hersfeld 597 f.; Ziegler, Mitra und Krummstab 19 f.; vgl. auch „Kirchberg, Hartmann II. Burggraf von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/9758> (Stand: 26. 8. 2014).
  86. 85.Demme, Nachrichten I 45–47; Ziegler, Mitra und Krummstab 20.
  87. 86.Siehe dort ausführlich zu seiner Person.
  88. 87.Demme, Nachrichten I 53 f., 68, 72 mit Beilagen 78 und 79; Hafner, Geschichte 1 f. Siehe ausführlich zu seiner Person bei Grabplatte und Epitaph (Nrr. 179 f.).
  89. 88.Zu seiner Person vgl. Nr. 213 f. mit den entsprechenden Verweisen.
  90. 89.Hafner, Geschichte 1 f.
  91. 90.Piderit, Denkwürdigkeiten 162 f.; Demme, Nachrichten I 73, 75, 83; Heußner, Chronik von Niederaula 76; Ziegler, Mitra und Krummstab 21 f. zur Person siehe auch bei der Kanzel von Kreuzberg (Nr. 202).
  92. 91.Der Pentameter eingeleitet wie Vers 573 in Ekkeberti Vita sancti Haimeradi (Koepke 612), also der Vita eines aus Hersfeld Vertriebenen durch einen Hersfelder Mönch.
  93. 92.Demme, Nachrichten I 85, 88, 91 f. Zur Person Roells vgl. vor allem bei der Grabplatte von 1606 (Nr. 274).
  94. 93.Demme, Nachrichten I 80; so auch Mawick, Spuren 33.
  95. 94.Landesbibliothek Kassel, Ms. Hass. 126, 9 f. nach Handtke 17.
  96. 95.Demme, Nachrichten I 76 f.
  97. 96.Vgl. Nrr. 208 f., 212.
  98. 97.Vgl. Handtke 21 f. und Sturm, Ölgemälde.

Nachweise

  1. HStA Marburg, H 162, fol. 1v–10r.
  2. Winkelmann, Beschreibung 259–262.
  3. Schlegel, Abbatia, passim (nahezu alle, einige durch eingeklebte Urkundenabschriften verdeckt).
  4. Rommel, Geschichte II, Anmerkungen 241 (EEE mißverstanden, FFF).
  5. Lampert, Institutio Herveldensis ecclesiae (Holder-Egger 349, Anm. 4; 350, Anm. 3) (nur U und X).
  6. Butte, Stift und Stadt 13, Anm. 4 (nur VV).
  7. Neuhaus, Gründonnerstag 13 (Abb.) (D, E).
  8. Inventarkarte des Stadtmuseums zu Nr. S 89/ 109 (D, Ü E).
  9. Handtke, Abtsgemälde 17 (Abb. D, E).
  10. Wiegand, Kulturdenkmäler 17 (Abb. D, E).
  11. Mawick, Spuren 33, Abb. (nur D, E).
  12. Sabo, Buchonia 145 (Abb. D, E).
Addenda & Corrigenda (Stand: 20. Dezember 2022):

Hinweis zur Übersetzung von Inschrift H:

Dr. Edgar Siedschlag, Witzenhausen, regt eine Korrektur der Übersetzung an zu:
„… Gesetze des Reiches, mit deren Hilfe er Recht (und Ordnung) schützte.“

Hinweis zur Inschrift U und ihrer Übersetzung:

Dr. Edgar Siedschlag, Witzenhausen, regt eine Korrektur der Lesung und Übersetzung an:
In der 2. Zeile ist zu emendieren zu conspicuus, in der 3. Zeile zu literulis (Verkleinerungsform von literae) und folgendermaßen zu übersetzen:
„Nach diesem ergriff Lubentius das Zepter, denn er stach unter allen durch Frömmigkeit hervor und nicht weniger durch Würde. Ihm trug Bremen auf, nachdem er in Literatur und Kunst Bedeutung (erlangt) hatte, Bischof zu sein und das Recht (RF: oder die Macht) auf sich zu nehmen.

Hinweis zur Inschrift BB und ihrer Übersetzung:

Dr. Edgar Siedschlag, Witzenhausen, regt eine Korrektur der Lesung und Übersetzung an zu:
In der 2. Zeile ist zu emendieren zu egregios:
„… war Ruthard der Ruhm seiner hervorragenden Vorfahren.“

Hinweis zur Übersetzung von Inschrift GG:

Dr. Edgar Siedschlag, Witzenhausen, regt eine Korrektur der Übersetzung an zu:
„Der Name Adelmann meint einen durch das Blut der Väter Berühmten und zeigt Adel an.“

Hinweis zur Übersetzung von Inschrift QQ:

Dr. Edgar Siedschlag, Witzenhausen, regt eine Korrektur der Übersetzung an zu:
„Heinrichs Stelle zusammen mit seiner Würde nimmt Ludwig ein, weil er Frömmigkeit, Gerechtigkeit und den Frieden liebt.“

Hinweis zur Übersetzung von Inschrift ZZ:

Dr. Edgar Siedschlag, Witzenhausen, regt eine Korrektur der Übersetzung an zu:
„Ludwig, der berühmte Spross des Geschlechtes Mansbach, schützt das Recht, solange er das Zepter hält.“

Hinweis zur Übersetzung von Inschrift DDD:

Dr. Edgar Siedschlag, Witzenhausen, regt eine Korrektur der Übersetzung an zu:
„Altenburg, das sich deiner Eltern, lieber Hermann, rühmt, lobt sie wegen der übergroßen Geschenke deiner Anlagen.“

Hinweis zur Inschrift HHH und ihrer Übersetzung:

Dr. Edgar Siedschlag, Witzenhausen, regt eine Korrektur der Lesung und Übersetzung an zu:
In der 2. Zeile ist zu emendieren zu omnia sorte tua nos Damiane mones und folgendermaßen zu übersetzen:
„Wie kurz im menschlichen Leben alles dauert, lehrst du uns, Damian, durch dein Schicksal.“

Zitierhinweis:
DI 91, Hersfeld-Rotenburg, Nr. 211(†) (Sebastian Scholz und Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di091mz14k0021103.