Die Inschriften des Landkreises Göppingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 41: Göppingen (1996)

Nr. 174 Schlierbach, ev. Pfarrkirche (St. Georg) um 1500

Beschreibung

Meßkelch. Im Pfarrhaus aufbewahrt. Kupfer vergoldet, Cuppa Silber vergoldet; sechseckiger Schaft mit Nodus, derzeit falsch zusammengesetzt: Der runde Kelchkorb und das Schaftstück unter dem Nodus sind fälschlicherweise kopfständig montiert; letzteres trägt eine auf den sechs Feldern umlaufende eingravierte Inschrift, die Buchstaben sind vor der gravierten Kreuzschraffur des Schriftgrunds leicht erhaben stehengelassen. Aus der Oberfläche des runden Fußes ist eine sechspaßförmige Abtreppung herausgetrieben, von der aus der Fuß zum Schaft hochsteigt; in den sechs Feldern des Fußes eingraviertes Maßwerk.

Maße: H. 19,2, Dm. 14,0 (Fuß), 10,5 (Cuppa), Bu. 0,8.

Schriftart(en): Gotische Minuskel (Bandminuskel).

Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. h/i/e/s/v/s

Kommentar

Die Knicke der sorgfältig ausgeführten Bandminuskel sind durch senkrechte Parallelschraffur schattiert. Auch im Wortinnern ist „rundes“ s (mit Diagonalstrich) verwendet. Jesus- und Marienanrufungen finden sich häufig auf spätgotischen Kelchen als Schaft- oder Nodusinschriften1. Das überkreuzte Astwerk im Maßwerkornament des Kelchfußes deutet auf eine Entstehung nicht vor 1490 hin2.

Anmerkungen

  1. Vgl. z.B. DI 37 (Rems-Murr-Kreis) nrr. 78, 79 (beide um 1500).
  2. Freundlicher Hinweis von meiner Kollegin Dr. Anneliese Seeliger-Zeiss, Heidelberg.

Zitierhinweis:
DI 41, Göppingen, Nr. 174 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di041h012k0017400.