Inschriftenkatalog: Landkreis Bergstraße

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 38: Bergstraße (1994)

Nr. 44 Hirschhorn, Ersheimer Kapelle 1417

Beschreibung

Grabplatte der Edelfrau Aborg Runst. Die Platte aus rotem Sandstein steht heute außen an der Nordwand des Langhauses. Oben sind unter einem Kielbogen in einem eingetieften Feld die Brustbilder eines Mannes und einer Frau dargestellt. Über den Köpfen der beiden befindet sich ein Loch. Unten im Feld ist ein Wappen angebracht. Die Inschrift läuft zwischen Zeilen auf dem Rand um.

Maße: H. 197, B. 105, Bu. 8,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/2]

  1. anno / d(omi)ni · mo cocococo · x · vii · fe(ri)a sex(ta) · p(ost) · do(min)ica / iud(i)ca · obit · do(m)ic(e)lla · / aborg · runst · r(equiescat) · i(n) · p(ace) ·

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1417, am Freitag nach dem Sonntag Iudica (2. April), starb die Edelfrau Aborg Runst, die in Frieden ruhen möge.

Wappen:
? (Windhundrumpf mit beringtem Halsband).

Kommentar

Die Lesung des Familiennamens ist schwierig. Der erste Buchstabe ist eindeutig ein r. Dann folgen vier Hasten die oben nach links und unten nach rechts gebrochen sind. Die letzten beiden Buchstaben sind ziemlich eindeutig als st zu lesen. Es ist also auch möglich, statt runst rinist zu lesen. Beide Namensformen konnten in den Urkunden nicht nachgewiesen werden.

Da das Brustbild des Mannes dargestellt worden ist und die Inschrift etwa in der Mitte statt am linken Ende der oberen Leiste beginnt, kann man vermuten, daß ursprünglich auch eine Inschrift für den Mann auf der Grabplatte angebracht werden sollte, wofür dann aber der Platz fehlte.

Nachweise

  1. Siebeck, Inschriften 6.

Zitierhinweis:
DI 38, Bergstraße, Nr. 44 (Sebastian Scholz), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di038mz04k0004401.