Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 604 Meisenheim, Schloßkirche 1688

Beschreibung

Epitaph des Epitaph des Capidain Lievtenants Carl Ludwig Schmidtmann. Plan in die südöstliche Stirnseite des Mittelschiffs zwischen Chor und Grabkapelle eingelassen. Kleine, hochrechteckige Platte aus graugelbem Sandstein mit einem umlaufenden, Mitte links des ovalen Rahmens beginnenden Bibelspruch, der sich im vertieften Mittelfeld in einer Zeile fortsetzt. Die eigentliche Grabinschrift folgt in sechzehn vorlinierten Zeilen unter einem reliefierten Vollwappen. Die Zwickel werden durch reliefierte Blüten ausgefüllt. Geringer Schriftverlust durch kleine Beschädigungen.

Maße: H. 113, B. 67,5, Bu. 2-2,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Klemens Bender) [1/2]

  1. ·a) ICH HAB EIN GVTEN KAMPF GEKÄ[M]PFET MEINEN LAVFF VOLENDET ICH HAB GLAVBEN GEHALTEN HINFORT IST MIR BEIGELEGT DIE KRON DER GERECHTIGKEIT1) // 2 · TIM(OTHEVM) / IV CAP(ITEL) / GEDECHT/NVSb) / HERREN CARL LVDWIG SCHMIT=/MANS HERREN IOHAN DANIEL / SCHMIDTMANNS HIESIGEN / PFARRERS VND INSPECKTORES / IN GOTT RVHENDEN LIEBEN / SOHNS GEWESENEN CAPIDAIN LIEVTENANTS VNDER DEM / LÖBLICHEN SCHWEIZER REGI=/MENT VON SALIS WELCHER / GEBORN ZV ALSENZ ANNO / MDC LVII VND CHRISTLICH / VER SCHIEDEN ALHIER / DEN X SEBTEMBERc) / A[NN]O CHRISTI M DC LXXXVIII

Wappen:
Schmidtmann (Männerrumpf mit Schwert in der erhobenen rechten und Hammer in der linken Hand, Hz: wie der Schild).

Kommentar

Carl Ludwig war der älteste Sohn aus der ersten Ehe des Pfarrers und Superintendenten Johann Daniel Schmidtmann2) mit Maria Magdalena Faber, Tochter des pfalz-zweibrückischen Hoftrompeters Johann Faber3). Zur Zeit der Geburt war sein Vater Pfarrer und pfalz-landsbergischer Hofprediger in Alsenz (Donnersbergkreis). Der Verstorbene absolvierte erst die Meisenheimer Lateinschule4) und wandte sich dann der Militärlaufbahn5) zu. Dabei dürfte ihm sein Onkel Johann Jakob von Schmidtmann behilflich gewesen sein, der als geadelter Oberstleutnant im inschriftlich erwähnten Salis‘schen Regiment diente. Als Offizier dieses in französischen Diensten stehenden, Schweizer Kavallerie-Regiments erkrankte Carl Ludwig während eines Heimatbesuchs an Wassersucht und starb daran im Alter von dreißig Jahren und acht Monaten.

Während das Wappen auf dem als Pendant gestalteten Epitaph seines Vaters noch unmißverständlich „redet“ (Männerrumpf mit Hammer in der erhobenen Rechten), modifizierte es der Sohn entsprechend seines kriegerischen Berufsstandes; passend dazu auch der Bibelspruch.

Textkritischer Apparat

  1. Textbeginn durch eine Raute Mitte der linken Leiste angezeigt.
  2. Buchstaben leicht erhöht.
  3. Sic!

Anmerkungen

  1. 2 Ti. 4,7f.
  2. Vgl. zu ihm den ausführlichen Lebenslauf auf seinem erhaltenen Epitaph von 1696, das linkerhand an das seines Sohnes angefügt wurde (vgl. Abb. 263; Text und deutsche Übersetzung Heintz 269f.).
  3. Vgl. Zimmermann, Beiträge 325.
  4. Er war Primus der Abitursklasse von 1677, erhalten hat sich sein lateinischer Abitursaufsatz; vgl. Drescher, Schloßkirche 34.
  5. Vgl. zum Folgenden Fröhlich/Zimmermann 64 und die familiengeschichtlichen Notizen seines Bruders Johann Daniel, abgedruckt in: H. Theobald, Johann Daniel Schmidtmann‘s Selbstbiographie. Mit Einleitung und Anmerkungen von H.Th., in: Mannheimer Geschichtsbll. VI (1905) 75-85 und 153-159, hier 78f.

Nachweise

  1. Heintz, Grabmäler Nr. 107.
  2. Heintz, Schloßkirche 268.
  3. Kdm. 265.
  4. Fröhlich/Zimmermann, Schloßkirche 63f.
  5. Drescher, Schloßkirche (erw.).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 604 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0060408.