Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 494† Abtweiler/Staudernheim, Gemarkung 1618

Beschreibung

Grenzsteine mit Namen und Jahreszahl an der Gemarkungsgrenze der ehemaligen Siedlung Heene. Sie wurden am 25. September 1700 in einem Begehungsprotokoll als Nr. 1 und 2 aufgeführt1); waren noch 1977 am Standort2), heute vermutlich verschwunden3).

I. Wenig hängender Quader mit flachem Kopf, ca. 400 m östlich der heutigen Siedlung Abtweiler-Hühnerhof. Auf der Westseite zweizeilige Inschrift (A), auf der Ostseite Jahreszahl über (leerem) Kreis (B). Ein entsprechender Kreis auf der Ostseite wurde ausgehauen.

Nach Dick.

Maße: H. 50, B. 23 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    1618 / HEHNa)

  2. B

    1618

II. Stark hängender Quader mit flachem Kopf und Weisung, ca. 500 m nordöstlich der heutigen Siedlung Abtweiler-Hühnerhof. Auf der Westseite zweizeilige Inschrift, auf der Ostseite ein leerer Kreis.

Maße: H. 45, B. 23 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. 16[1]8 / HEHNa)

Die Siedlung4) wird bereits 1128 in einem Güterverzeichnis urkundlich als „Hegene“ erwähnt, doch bereits 1426 als „das wüste vergangene Dorf“, im 15. Jahrhundert jedoch nochmals als „Hene das dörfgin“5) bezeichnet. Südlich der Wüstung entstand in der Folgezeit ein damals „Hehner Hof“, heute „Hühnerhof“ genanntes landwirtschaftliches Anwesen, das in seiner gegenwärtigen Form zum großen Teil aus dem 18. Jahrhundert stammt6).

Textkritischer Apparat

  1. N spiegelverkehrt.

Anmerkungen

  1. „Neue Besteinungs beschreibung zwischen Sobernheim und Höhnen de anno 1700“ (LHAK 642, 312). Bei dieser Gelegenheit wurden die Grenzsteine mit Buchstaben versehen, beide vorliegenden Steine erhielten A und B.
  2. Beide Grenzsteine wurden am 8. April 1977 von Karl Dick für die Kartei der Pfälz. AG für Grenz- und Flurdenkmäler erfaßt.
  3. Bei der (leider ergebnislosen) Suche nach diesen beiden Grenzsteinen am 25. Juli 1987 war mir in freundlicher Weise Herr Günther Dörr aus Abtweiler behilflich, der mich auf zwei weitere Hühnerhofer Grenzsteine des 18. Jh. aufmerksam machte (Fotos im Archiv der Inschriften-Kommission der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz).
  4. Vgl. zum Folg. Fabricius, Erläuterungen 318ff. und Kaufmann, Ortsnamen 109f.
  5. Vgl. Poittner, Wüstungen 66f. und 134.
  6. Beschriftete Grenzsteine aus dieser und späterer Zeit befinden sich östlich und südlich des Hofes; vgl. oben Anm. 2, die Abb. in der Allg. Zeitung Bad Kreuznach vom 17. Februar 1971, sowie E. Schmidt, Grenzsteine (mit Abb. 2) und Freckmann, Denkmäler 65 (mit Abb. 89 und 90).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 494† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0049401.