Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 476 Sobernheim, Evang. Pfarrkirche 1613

Beschreibung

Epitaph für Cornelius Pankratius, Rektor der Sobernheimer Schule. In etwa sechs Meter Höhe in die Außenwand zwischen Hauptportal und Nordportal eingelassen, bisher unbeachtet und lediglich in einer Handschrift kopial überliefert. Einfache Pilasterädikula mit zwei die Initialen der Eheleute tragenden Wappen und der abgegangenen Jahreszahl (A) im Dreiecksgiebel, darunter im Architrav ehemals wohl Bibelspruch (B), daran anschließend im Mittelfeld elfzeilige Grabinschrift (C). Fast bis zur Unkenntlichkeit verwittert, nur noch geringer Buchstabenbestand.

Erg. nach Schneider.

Maße: H. ca. 200, B. ca. 150 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/2]

  1. A

    [1]613

  2. B

    [Apoc. II / Esto fidelisa) usque ad mortem, et dabo tibi coronam vitae]1)

  3. C

    A(NN)O [MD]CXIIb) D[IE] / V OC[TOBRIS MORTVVS] / EST [VERA] FIDE [IN] / CH[RISTVM] RE[CTOR] / SCHOL[AE] HVIVS [SO]/BERN[HEIM(ENSIS) ET HIC CVM] / VI LIBE[RIS S]EPVLTVS / D(OMI)N(VS) [CO]RNELI/VS [PA]NCRA/[TI]VS

Übersetzung:

Im Jahr 1612, am 5. Oktober, ist in wahrem Glauben in Christus verstorben und hier mit sechs Kindern begraben worden der Rektor der Sobernheimer Schule, Herr Cornelius Pancratius.

Wappen:
Pankratius, Cornelius (fünfstrahliger Stern, dessen linker Strahl mit einem senkrechten Strich versehen ist, darüber C P); Pankratius, A. (achtstrahliger Stern, dessen oberer Strahl mit einem waagerechten Strich versehen ist, darüber A P).

Kommentar

Die wenigen erhaltenen Buchstaben zeigen eine kunstvoll ausgeführte, in den letzten beiden Zeilen erhöhte Kapitalis. Die Jahreszahl bezieht sich auf die Fertigstellung des schlichten, vermutlich die Grablege der Familie markierenden Epitaphs. In Sobernheim ist seit 1530 eine Schule nachweisbar2), die wohl erst in der alten Beginenklause auf dem Kirchhof, dann in der Johanniter-Kommende untergebracht war. Ab 1578 wird zudem eine Lateinschule erwähnt.

Textkritischer Apparat

  1. Da der Kopist nach fidelis ein pp. setzt, dürfte die Ergänzung nach der Vulgata gerechtfertigt sein.
  2. Schneider überliefert die Schreibweise 1612.

Anmerkungen

  1. Apc. 2,10.
  2. Vgl. Müller, Nahekunde 153 und Vogt, Sobernheim 48.

Nachweise

  1. Schneider, Notizen I, nach Eintrag „um 1465“.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 476 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0047601.