Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 445† Kirn, Evang. Pfarrkirche 1604

Beschreibung

Glocke mit Meisterinschrift. Noch um 1850 als mittelgroße, östlich im Turm aufgehängte Glocke eines Dreiergeläutes nachweisbar, wurde sie am 1. April 1878 umgegossen1). Aussehen und Ausführung unbekannt.

Nach Schneider.

  1. Bei Schulteisena) Daniel Schönwalt Kirchenschaffner Niclas Mauer Schloß Baumeister Martin Offenstein Gose diß Glock Caspar Rebpoun Anno MDCIIII.

Kommentar

Der sonst unbekannte Meister goß im Jahr 1604 für die evangelische Kirchengemeinde noch zwei weitere Glocken2), deren Inschriften allerdings nicht überliefert sind. Der Vorgang fand in Kirn auf der sogenannten Schülerkiesel statt. Für den dort aufgebauten Schmelzofen, die Beschaffung der Glockenspeise, den Glockenguß und die Aufhängung der Glocken im Turm bezahlte die Kirchenkasse insgesamt 265 Gulden 15 Alben, davon erhielt der Glockengießer als eigentliches Honorar etwas mehr als 51 Gulden.

Schönwaldt war Lehrer, Notar und von 1596 bis 1613 Oberschultheiß von Kirn3). Sein direkter Amtsnachfolger war bis zu seinem Tod im Jahre 1631 Niclas Mauer4), der frühere Rentmeister der Wild- und Rheingrafen zu Dhaun (1589-93), hier noch erwähnt in seiner Funktion als Verwalter des Kirchenvermögens4).

Textkritischer Apparat

  1. Sic!

Anmerkungen

  1. Vgl. Schneider, sowie Nr. 99 aus dem 14.Jh.
  2. Vgl. zum folgenden Penningroth, Beiträge Nr. 6.
  3. Vgl. die Bauinschrift Nr. 407 von 1598.
  4. Vgl. Penningroth, Beiträge Nr. 11 und ders., Kirner Schultheißen.

Nachweise

  1. Schneider, Notizen II (nach Eintrag 1561).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 445† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0044502.