Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 237† Pfaffen-Schwabenheim, ehem. Stiftskirche der Augustinerchorherren 1507

Beschreibung

Grabdenkmal für den ersten Reformprior Hermann Battenburck. Noch 1614 als „in medio“ (des Chores) befindlich bezeichnet, verloren1). Ausführung unbekannt.

Nach Helwich.

  1. Anno d(omi)ni millesimo · ccccc · vii · decimo tertio kal(endas) Aprilis obiit venerabilis p(ate)r Herman(us) Battenburck prim(us) prior in reformatione hui(us) monasterii.

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1507, (am) 13. (Tag vor den) Kalenden des April (20. März), starb der ehrwürdige Vater Hermann Battenburck, erster Prior während der Reform dieses Klosters.

Kommentar

Die Augustiner-Chorherren2) des 1130 vom Sponheimer Grafenhaus gegründeten Stiftes hatten das Recht, aus ihrer Mitte einen Propst zu wählen3). Wohl aus ökonomischen Gründen sollte ihre Zahl seit 1229 auf höchstens 18 Mitglieder beschränkt bleiben. Dem Niedergang der Gemeinschaft im 15. Jahrhundert – dem Konvent gehörten schließlich nur noch fünf Stiftsherren an – begegnete der Mainzer Erzbischof im Jahr 14684) durch die Unterstellung des Stiftes unter die Windesheimer Reform-Kongregation des Augustinerordens und durch die Ernennung eines auswärtigen Priors anstelle des bisherigen Propstes.

Im Jahr 1473 wird Hermann Battenburck erstmals urkundlich als Prior des Stiftes erwähnt, in der internen Überlieferung5) gilt er jedoch als der erste. Nicht zuletzt seiner langen Tätigkeit dürfte es zu verdanken sein, daß das Stift im Jahr 1521 bereits wieder 19 Chorherren und 26 Laienbrüder zählte.

Anmerkungen

  1. Diese Inschrift war 1751 vermutlich nicht mehr vorhanden, vgl. dazu Anm. 5.
  2. Vgl. zum Folgenden Gerten, Chronik 132ff.
  3. Vgl. MUB I Nr. 567.
  4. Vgl. zum Folgenden Fasig, Kopialbuch 11f. (1939).
  5. Wickenburg, Thesaurus Palatinus I 294 überlieferte im Jahr 1751 Inschriften für die ersten sieben Reformprioren (†1507/09 bis 1652), darunter auch eine nicht nur von der vorliegenden im Todesdatum abweichende Inschrift für den Verstorbenen: Hermanus De Battenburg primus praepositus Pfaffenschwabenheimensis, postquam An(no) 1468 Venit Sub Congregatione Windesheimensi, restituit Rem Domesticam, et introduxit Disciplinam Religiosam Obÿt An(no) 1509. Dieser und die anderen Texte enstanden wohl als Memorial-Inschriften im Zuge der Neubesiedlung des 1566 aufgehobenen Stiftes in der 1. Hälfte des 18. Jh. – Wie eigene Nachforschungen ergaben, handelt es sich dabei um aufgemalte Untertitel großformatiger Porträt-Ölbilder, die bis zum Beginn unseres Jh. in der Sakristei des ehemaligen Stiftes hingen (vgl. die Abb. im Jahresbericht der Denkmalpflege im Großherzogtum Hessen II, 1912, Taf. 43,3) und von denen einige später als Leihgabe dem Trappistenkloster, dem heutigem Kloster der Missions-Benediktiner auf dem Jakobsberg zu Ockenheim (Lkrs. Mainz-Bingen) übergeben wurden (vgl. dazu Der Jakobsberg. Berg – Wallfahrt – Kloster. Beiträge zur Geschichte des Gau-Algesheimer Raumes 7. St. Ottilien 1983, 251). Bilder wie Inschriften sind bislang unpubliziert.

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 323.
  2. Scriba, Grabdenkmähler 328.
  3. Wagner, Stifte II 40 (beide nach Helwich).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 237† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0023709.