Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 176 Bad Kreuznach, Schloßparkmuseum 1492

Beschreibung

Wappenstein mit Beischrift Cunos III. von Winnenburg und Beilstein. Sie befindet sich auf einem bis 1938 bzw. 19641) im ehemaligen Dienheimer Hof (Mannheimer Str. 6) in der hofseitigen Außenwand2) eingelassenen Wappenstein, der mittlerweile ins Magazin des Schloßparkmuseums gebracht wurde. Hochrechteckige Platte aus weißgelbem, teilweise rötlichem Sandstein mit einer innen umlaufenden, von durchgesteckten Stäben begleiteten Hohlkehle, darin die fragmentarische Inschrift. Das gesamte Feld wird von einem reliefierten, teilweise auf den Schriftbereich übergreifenden Vollwappen eingenommen; zwischen der Helmzier ist die großformatige Jahreszahl eingehauen. Im oberen und unteren Bereich bestoßen und verwittert, dadurch erheblicher Schriftverlust.

Erg. nach Zimmermann.

Maße: H. 85, B. 60, Bu. 3,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/4]

  1. [C(vno)]a) v(on) wine(n)berg / [v(nd) z(v)] / bilstein (et)b) c(etera) // 1492c)

Wappen:
Winnenburg und Beilstein.

Kommentar

Die Beziehungen des vornehmlich an der Mosel begüterten, 1463 erstmals genannten Freiherrn Cuno III.3), einziger Sohn Johanns II(I). von Winnenburg und Beilstein und seiner Frau Irmgard Vogt von Hunolstein, zu Kreuznach sind unklar; vermutlich erhielt Cuno den nachmaligen Dienheimer Hof in seiner Eigenschaft als kurpfälzischer Lehensmann. Cuno verstarb 1524 und wurde in der Familiengrablege Kloster Engelport (Lkrs. Cochem-Zell) beigesetzt.

Textkritischer Apparat

  1. C wird in den Nachzeichnungen als gleichstrichiges, offenes Majuskel-C mit einer nach (wie beim folgenden v) rechts oben hochgesetzten Raute als Kürzungszeichen wiedergegeben.
  2. Laut Nachzeichnung wohl tachygraphisches Zeichen in Form einer 7.
  3. Aufgrund einer kreisförmigen Beschädigung der 9 bisher stets als 1402 gelesen und entsprechend nachgezeichnet.

Anmerkungen

  1. Vgl. Zimmermann, Kunstwerke 1 (1964) 4.
  2. Nicht, wie von Ruser/Dellwing noch jüngst angegeben, „am Erker des Hauses“; dort befanden sich wohl die Wappen der Herren von Dienheim (vgl. Foto LfD und Zimmermann, Wappenstein), die im Jahre 1563 anstelle des alten einen neuen Adelshof errichteten (vgl. Nr. 316 II). Der vorliegende Wappenstein wurde wohl schon damals als Spolie mitübernommen.
  3. Vgl. zum Folgenden ausführlich Wunnenberg, Geschichte 125ff. mit Taf. S. 104, sowie Möller, Stammtafeln AF II Taf. LXXXIII und Kdm. Cochem 792f.

Nachweise

  1. LfD, Fotoarchiv (Aufnahme um 1900, ohne Neg.-Nr.).
  2. Zimmermann, Wappenstein (mit Nachzeichnung).
  3. Geib, Hist. Topographie I 32 (mit Nachzeichnung).
  4. Kdm. 99 mit Abb. 60 (Nachzeichnung).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 176 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0017603.